- 23.10.2026, 13:15:32
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Film/Fernseh-Abkommen: ORF unterstützt elf Kinofilmprojekte mit rund 3,3 Millionen Euro
Und: ORF-Premieren ORF-kofinanzierter Kinofilme rund um die Viennale mit „Noch lange keine Lipizzaner“, „Gina“, „The Witness“, „Pfau – Bin ich echt?“, „VENI.VIDI.VICI“ und „Perla“
Die diesjährige Ausgabe der Viennale rückt von 22. Oktober bis 3. November 2026 ein weiteres Mal das österreichische und auch das internationale Filmschaffen ins Scheinwerferlicht. Der ORF ist dabei mit sechs vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten Produktionen („London“, „Die Blutgräfin“, „Wiener Blues: The Loneliest Man in Town“, „Everytime“, „Eklipse“ und „Mila/Marija“) vertreten. Im ORF-Programm sind anlässlich der Viennale und rund um das renommierte Festival sechs ORF-kofinanzierte Spiel- und Dokumentarfilmpremieren zu finden: Im Rahmen der „Langen Nacht der Viennale“ zeigt ORF 2 am 25. Oktober „Noch lange keine Lipizzaner“ (22.05 Uhr) sowie „Gina“ (23.50 Uhr) und „The Witness“ (2.20 Uhr). Am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober, steht der ORF-1-Hauptabend mit „Pfau – Bin ich echt?“ (20.15 Uhr) und „VENI.VIDI.VICI“ (21.55 Uhr) im Zeichen des österreichischen Kinos. Zu Allerheiligen folgt in ORF 2 am 1. November „Perla“ (22.55 Uhr). Ausführliche Informationen zu den Filmen und zum ORF-Programm zur Viennale sind unter https://presse.ORF.at zu finden. Bei der 204. Sitzung der Gemeinsamen Kommission von ORF und Österreichischem Filminstitut, die am 22. Oktober stattfand, fiel unterdessen der Startschuss für neue Kinoproduktionen. Aus zahlreichen Einreichungen wurden vier Spielfilm- und sieben Dokumentarfilmprojekte ausgewählt, denen der ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens maßgebliche Finanzierungsbeiträge in der Gesamthöhe von ca. 3,3 Millionen Euro zugesagt hat.
Alexandra Makarová widmet sich in ihrem neuen Spielfilm einem cineastisch bisher wenig beleuchteten Zeitraum. In ihrem Film „Fanny lebt“ lässt sie eine Holocaustüberlebende in ein feindliches Wien heimkehren. Karl Markovics wiederum soll in Thomas Roths Biopic „Heldenplatz 88“ dem großen Autor Thomas Bernhard ein Gesicht verleihen. Mit der Wanderarbeiterin „Stella“, die von einer Karriere als Schauspielerin träumt, zeichnet Sudabeh Mortezai eine liebevolle Satire auf die Filmwelt in einer globalen Zweiklassengesellschaft. Für Family-Entertainment sorgt Jasmin Baumgartner mit den „Stürmerinnen“, die in einem kleinen Ort in Niederösterreich für ein Mädchenfußballteam kämpfen. In seinem Dokumentarfilm „Exile Family Movie 2“ vereint Arash T. Riahi seine über die ganze Welt verstreute iranische Familie nach 20 Jahren wieder in Wien. Ebenfalls mit seiner Familie, insbesondere seinen Eltern, setzt sich Christoph Rainer im Dokumentarfilm „Die Liebe vor dem Tod“ launig wie liebevoll auseinander. Natalie Halla widmet sich in ihrem Dokumentarfilm „The Price of Justice“ den unter schwerem Beschuss stehenden Richterinnen und Richtern des Internationalen Strafgerichtshofs, die mutig für die Zukunft des Völkerrechts einstehen. In „Sealevel“ besucht Dokumentarfilmer Nikolaus Geyrhalter weltweit Orte und Menschen, die in einem Worst-Case-Szenario künftig überflutet sein könnten. Elisabeth Scharang verhandelt in ihrem Dokumentarfilm „Empire of Emotion“ Körpernormen, Bodyshaming und den Backlash der Body-Positive-Bewegung anhand von Plus-Size-Tänzer:innen. In „Die Zukunft der Erinnerung – Im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ dokumentiert Victor Kössl die ebenda stattfindende Arbeit der Wissenschafter:innen, die selbst immer mehr zur Zielscheibe werden. Der Dokumentarfilm „Pissy Sissy“ von Cordula Thym und Katharina Lampert beleuchtet den Wiener PCCC, den „Politically Correct Comedy Club“, wo unterschiedliche queere, migrantische und persönliche Perspektiven radikal wie humorvoll eine Bühne finden.
Die vom ORF kofinanzierten Projekte der 204. Sitzung der Gemeinsamen Kommission von ORF und Österreichischem Filminstitut im Detail:
„Fanny lebt“
Spielfilm
Buch und Regie: Alexandra Makarová
Produktion: Panama Film
1947. Alle wollen vergessen und weitermachen – Täter und Opfer. Und da kehrt Fanny Zimetbaum nach Wien zurück. Sie hat überlebt und muss nun eine Antwort auf die Frage finden, wofür.
„Heldenplatz 88“
Spielfilm
Buch und Regie: Thomas Roth
Produktion: Superfilm
Als der weltberühmte österreichische Autor Thomas Bernhard ein Theaterstück zum 50-Jahr-Gedenken des „Anschlusses“ an Hitler-Deutschland schreibt, löst er mit dem Drama „Heldenplatz“ den bis heute größten Kulturskandal in der Geschichte der Zweiten Republik aus.
„Stella“
Spielfilm
Buch und Regie: Sudabeh Mortezai
Produktion: Fratella Filmproduktion
Stella ist 20, Wanderarbeiterin in der Kantine eines Flüchtlingslagers und träumt von einem glamourösen Leben als Schauspielerin. Ihr fehlt es an allem – Geld, Netzwerke, Chancen. Wovon sie aber reichlich hat: Selbstbewusstsein, Dreistigkeit und Einfallsreichtum. Auf ihrem Weg zum Fame ist ihr kein Hindernis zu groß, keine Herausforderung zu riskant und jedes Mittel recht. Je mehr sie versucht, ihrem Traum näher zu kommen, desto mehr eskaliert ihre Situation. Eine schelmische Coming-of-Age-Geschichte und eine liebevolle Satire auf die Filmwelt.
„Stürmerinnen“
Spielfilm
Buch: Maria Hinterkörner, Roland Hablesreiter
Regie: Jasmin Baumgartner
Produktion: Ellly Films
Die aufmüpfige Steffi und ihre Freundinnen wünschen sich nichts mehr als ein eigenes Mädchenfußballteam im FC Niedermühlbachsdorf. Der Bubentrainer hält dies für eine Schnapsidee, lässt sich aber nichtsdestotrotz auf einen Wette ein: Ein nicht-freundschaftliches Freundschaftsspiel soll über die Zukunft des Mädchenfußballs in der verschlafenen Gemeinde entscheiden. Nur wenn die Mädchen lernen zusammenzuhalten, werden sie die Welt um sich herum verändern können.
„Die Liebe vor dem Tod“
Dokumentarfilm
Buch und Regie: Christoph Rainer
Produktion: Stasny Film GmbH
Filmemacher Christoph Rainers Eltern werden zu seinen zwei neuen besten Freunden – viel zu spät. Während der Vater in die Demenz und die Mutter in die Selbstaufopferung gleitet, führt ihn ein mysteriöser Behördenbrief zu einem vergessenen, zugemauerten Keller des Vaters. Eine liebevoll-absurde Spurensuche durch die Familiengeschichte beginnt und stellt die neu gewonnene Nähe zu beiden auf die Probe.
„Empire of Emotion“
Dokumentarfilm
Buch und Regie: Elisabeth Scharang
Produktion: Wega Film
Wie viel Freiheit liegt in einem Körper, der sich weigert, kleiner zu werden? In „Empire of Emotion“ machen drei Plus-Size-Tänzer:innen aus Wien, London und Nashville ihre Körper zur Bühne des Widerstands gegen Scham, Körpernormen und den aktuellen Backlash der Fat-Acceptance-Bewegung.
„Exile Family Movie 2“
Dokumentarfilm
Buch und Regie: Arash T. Riahi
Produktion: Golden Girls Filmproduktion
Eine auf der ganzen Welt verstreute iranische Familie trifft sich nach 20 Jahren wieder, diesmal in Wien. Anhand dieses Familientreffens und anderer Geschichten aus dem iranischen Diaspora-Universum entsteht ein Kaleidoskop eines vielschichtigen, kollektiven Identitätskomplexes, das sowohl spezifisch als auch universell ist und einen Spiegel der aktuellen politischen Lage im Iran darstellt.
„Sealevel“
Dokumentarfilm
Buch und Regie: Nikolaus Geyrhalter
Produktion: Geyrhalter Film
„Sealevel – Vor der Flut“ feiert und befragt menschliches Verhalten in Größe und Verletzlichkeit in Begegnungen an Orten in Europa, die mittelfristig in einem Worst-Case-Szenario aufgrund des Klimawandels unterhalb des Meeresspiegels liegen werden. Was sind unsere Werte und Ideale? Welche Dinge brauchen wir für unser „gutes Leben“, welche Räume schaffen wir uns? Und welche Konsequenzen hat all das – auch für zukünftige Generationen?
„The Price of Justice”
Dokumentarfilm
Buch und Regie: Natalie Halla
Produktion: 2010 Entertainment GmbH
Als der Internationale Strafgerichtshof beginnt, gegen die Mächtigen der Welt zu ermitteln, geraten seine Richter:innen selbst ins Visier politischer Vergeltung. Ein Dokumentarfilm über den persönlichen Preis unabhängiger Justiz – und den Kampf um die Zukunft des Völkerrechts.
Innovationsprojekte:
Die Zukunft der Erinnerung – Im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Dokumentarfilm
Buch: Jakob Brosmann
Regie: Viktor Kössl
Produktion: EUTOPIAFILM
Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) bewahrt die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus. Der Film begleitet die Wissenschafter:innen, die rechtsextreme Entwicklungen erforschen und benennen.
„Pissy Sissy“
Dokumentarfilm
Buch und Regie: Cordula Thym und Katharina Lampert
Produktion: Plan C Filmproduktion
„Pissy Sissy – Punching Up Together“ erzählt mit viel Humor und Fantasie von einer außergewöhnlichen Community junger Performer:innen, die gesellschaftlichen Herausforderungen und persönlichen Erfahrungen mit Kreativität, Solidarität und Selbstironie begegnen. Im Wiener PCCC, dem „Politically Correct Comedy Club“, finden sie eine Bühne, Zugehörigkeit und Raum für neue Formen von Comedy. Der Film zeigt, wie aus unterschiedlichen queeren, migrantischen und persönlichen Perspektiven Humor entsteht – und wie überraschend, lustvoll und radikal unterhaltsam „politisch korrekte“ Comedy sein kann.
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