- 23.10.2026, 12:04:32
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Spannende Debatte über Sozialstaat

Die Volkshochschule Bregenz widmete sich im Lustenauer Schützengarten in einer hochkarätig besetzten Veranstaltung der drohenden Budgetkrise des österreichischen Wohlfahrtsstaates. Im Fokus standen dabei notwendige Strukturreformen angesichts steigender Schulden und Pensionslasten.
Die Veranstaltung startete mit einem Impulsreferat von Geschäftsführer und Finanzbuch-Bestsellerautor Michael Grabher, in dem er die immense Schuldenlast Österreichs aufzeigte und die Schweiz als Vorbild skizzierte: ein schlankes, effizientes und bürgerfreundliches Land mit hoher Budgetdisziplin.
Anschließend analysierte er mit Neos-Klubobfrau Claudia Gamon, Lustenaus Bürgermeister Patrick Wiedl und VÖV-Generalsekretär John Evers in einer spannenden Podiumsdiskussion Lösungsansätze zur Reform des Sozialsystems.
Gamon machte eine Reihe konkreter Vorschläge und keinen Hehl aus der unpopulären, aber aus ihrer Sicht notwendigen Reform des Pensionssystems. Den Bürokratieabbau will sie ebenso forcieren, in Vorarlberg würden z. B. zwei statt vier Bezirkshauptmannschaften ausreichen.
Wiedl verwies auf die unangenehme kommunale Situation. Lustenau müsse sparen und tue das bereits beim Abbau von Verwaltungspersonal, bei der Reduktion von Leistungen und z. B. der Abschaffung des Konzertabos. All das könne ihn die Wiederwahl als Bürgermeister kosten, es gebe aber keine zukunftsfähige Alternative zur Budgetdisziplin.
John Evers, der in Doppelfunktion als Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung und Generalsekretär des heimischen Volkshochschul-Verbands teilnahm, verwies darauf, dass Erwachsenenbildung in Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche eine Schlüsselrolle spiele. Sie unterstütze Menschen dabei, neue Kompetenzen zu erwerben, den Wandel der Arbeitswelt zu bewältigen und aktiv am demokratischen Leben mitzuwirken. Gleichzeitig warnte er davor, bei Bildung und sozialer Infrastruktur kurzfristig zu sparen. Solche Einsparungen könnten langfristig höhere gesellschaftliche Kosten verursachen und den sozialen Zusammenhalt schwächen.
Die Diskussion endete mit großem Applaus für die ehrlichen Beiträge und die wertschätzende Gesprächskultur.
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