• 23.10.2026, 09:34:03
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Mehr Tierschutz für Karpfen auf Wiener Märkten

Wien (OTS) - 

Wien. Frischer Fisch und moderner Tierschutz müssen Hand in Hand gehen. In einem wegweisenden Gemeinschaftsprojekt haben das Wiener Veterinäramt, das Marktamt, das Institut für Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft des Bundesamtes für Wasserwirtschaft (BAW) gemeinsam mit dem Ländlichen Fortbildungsinstitut Niederösterreich und den Landwirtschaftskammern einen neuen Kurs, der im Oktober erstmalig stattgefunden hat, ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, die Mitarbeiter*innen der Wiener Marktstände im Umgang mit Karpfen und anderen lebenden Fischen gezielt zu schulen – mit besonderem Fokus auf Tierschutz bei der Hälterung, Betäubung und Schlachtung.

Tierschutz als Qualitätsmerkmal

Frischer Karpfen ist besonders in den kühleren Herbst- und Wintermonaten ein beliebter Speisefisch. Auf den Wiener Märkten stammen die Tiere größtenteils aus heimischen Teichwirtschaften in Niederösterreich, vorrangig aus dem Waldviertel. Die Tiere werden traditionell lebend angeboten und frisch geschlachtet verkauft.

Die Mitarbeiter*innen des Wiener Marktamts sind regelmäßig vor Ort im Einsatz und kontrollieren Parameter wie die Einhaltung der Kühlkette sowie die Stand- und Personalhygiene. Ebenso wichtig für ein echtes Qualitätsprodukt ist jedoch der fachgerechte Umgang mit den Tieren.

„Mit der neuen Schulung stärken wir die Mitarbeiter*innen der Wiener Märkte im fachgerechten Umgang mit lebenden Fischen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu Qualität, Sicherheit und gelebtem Tierschutz“, so Christian Seiringer, interimistischer Dienststellenleiter des Marktamts Wien.

Schulung zum Schutz der Tiere

„Als Veterinäramt der Stadt Wien sind wir dafür verantwortlich, dass beim Umgang mit den Tieren alle notwendigen Tierschutzstandards lückenlos eingehalten werden“, erklärt Ruth Jily, Leiterin des Veterinäramts. „Da uns vereinzelt Meldungen erreichten, dass Karpfen nicht tierschutzkonform aus dem Becken gefangen, betäubt oder geschlachtet wurden, haben wir die Initiative ergriffen. Mit diesem Kurs wollen wir genau dort ansetzen und die Situation sowohl für die Fische als auch für die Mitarbeiter*innen nachhaltig verbessern.“

Der nun ins Leben gerufene, kostenlose Kurs richtet sich an alle Mitarbeiter*innen auf den Marktständen. Die Kurse, die im Oktober 2026 zum ersten Mal stattfanden, sollen so praxisnah wie möglich sein und insbesondere die gesetzlichen Bestimmungen vermitteln. Die Expert*innen des Bundesamtes bringen langjährige Erfahrung in der Fischerei und Aquakultur, sowie im Vermitteln von relevanten Inhalten mit. Die Teilnehmer*innen werden von den Fischereiwirtschafts-Expert*innen nach einer theoretischen Schulung im praktischen Teil direkt an den Marktständen unterrichtet, um eine tierschutzrechtlich konforme Vorgehensweise an den Marktständen sicherzustellen. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf das schonende Handling, die korrekte Betäubung und die richtige Durchführung der Schlachtung gelegt. Die Organisation des Kurses übernimmt das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) Niederösterreich in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Der Kurs wird zudem vom Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF 2021–2027 ) gefördert und kann dadurch kostenfrei und niederschwellig angeboten werden.

Respektvoller Umgang als Standard

Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky ist überzeugt: “Mit diesem proaktiven Schritt stellen die beteiligten Behörden sicher, dass Tradition auf den Wiener Märkten mit zeitgemäßem Tierschutz vereint wird. Die Konsument*innen können sich so darauf verlassen, dass ihr regionaler Fisch nicht nur von höchster Qualität ist, sondern bis zum Schluss mit dem gebotenen Respekt vor dem Lebewesen behandelt wurde.”

„Wer einen Karpfen kauft, soll sich darauf verlassen können, dass das Tier mit Respekt behandelt wurde. Mit dem Kurs unterstützen wir die Standler*innen dabei, ihrem eigenen Anspruch jeden Tag gerecht zu werden“, so Vizebürgermeisterin und Marktstadträtin Bettina Emmerling.

Die Kurse wurden im Rahmen des Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) 2021–2027 gefördert.

Rückfragen & Kontakt

Stadt Wien – Veterinäramt und Tierschutz
Dr.in Susanne Kerbl
Tel.: 01 4000 8060
E-Mail: [email protected]

Stadt Wien - Marktamt
Aleksander Kościuczyk, MSc
Stadt Wien - Marktamt
Tel.: 01 4000 59268
E-Mail: [email protected]

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