- 23.10.2026, 09:00:38
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Fast jede vierte Person in Österreich bereit zu Vermächtnis für den guten Zweck
Gemeinnützige Organisationen der Initiative Vergissmeinnicht gedachten vor Allerheiligen ihrer Testamentsspender:innen.
Fast 60 % der Bevölkerung fühlen sich wenig bis gar nicht über das Erbrecht informiert. Das zeigt eine Umfrage unter 2.000 Befragten von „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, gemeinnützige Organisationen testamentarisch zu unterstützen: Das jährliche Aufkommen an Testamentsspenden in Österreich ist auf 122 Mio. Euro gestiegen. Die Mittel finanzieren wichtige Anliegen wie humanitäre Hilfe, Bildung, Tierschutz und Kultur. Am Friedhof Hietzing in Wien sagten gemeinnützige Organisationen ihren Testamentsspender:innen symbolisch Danke.
Nur 31 % der über 40-Jährigen haben mit einem Testament vorgesorgt. Wien liegt mit 30 % knapp unter dem österreichweiten Durchschnitt. Spitzenreiter ist Kärnten mit 40 %, Schlusslicht Tirol mit 24 %. Auch beim Wissen über das Erbrecht gibt es nach wie vor große Lücken. Notarin Dr. Astrid Leopold aus Kumberg bei Graz weiß aus der Praxis: „Die meisten Menschen haben verständlicherweise Ängste, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Doch sind die persönlichen Vorstellungen der Nachlassregelung einmal gemeinsam besprochen und der letzte Wille formuliert, stellt sich meist große Erleichterung ein. Ein Testament ist übrigens immer eine Momentaufnahme und kann selbstverständlich, abgestimmt auf die jeweilige Lebenssituation, jederzeit wieder geändert werden.“
Mehr als jeder zehnte Spendeneuro aus einem Testament
Angesichts des demografischen Wandels und zunehmender Einpersonenhaushalte stellt sich für immer mehr Menschen die Frage, was mit ihrem Vermögen nach dem Tod geschehen soll. Sind weder gesetzliche noch testamentarische Erb:innen vorhanden, kann eine Verlassenschaft dem Staat zufallen. 2024 gingen auf diesem Weg rund 18,5 Mio. Euro an den Staat.„Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, einen Teil ihres Vermögens gemeinnützigen Einrichtungen zu hinterlassen. Diese Spendenform liegt international im Trend. Auch in Österreich hat das Aufkommen an Testamentsspenden 2025 mit 122 Mio. Euro einen bedeutenden Umfang erreicht – das entspricht fast 12 % des gesamten Spendenaufkommens“
, erklärt Ruth Williams, Geschäftsführerin Fundraising Verband Austria.
Mehrheit möchte mit gemeinnützigem Vermächtnis über das Leben hinaus Gutes tun
Österreichweit können sich 18 % der über 40-Jährigen vorstellen, ihren gesamten Nachlass gemeinnützigen Einrichtungen zu vermachen. Noch größer ist die Bereitschaft, einen Teil zu vermachen: Hier liegt sie bei 23 % – Vorarlberg bewegt sich mit 29 % an der Spitze, Salzburg mit 15 % am unteren Ende der Skala. Der Wunsch, auch nach dem Tod etwas Gutes zu tun, ist laut Studie das wichtigste Motiv für eine Testamentsspende (56 %), gefolgt vom persönlichen Bezug zu einer Organisation (38 %). Ein Beispiel dafür ist die kürzlich verstorbene OStR Mag.a Olga H., Testamentsspenderin von Jugend Eine Welt, über die Reinhard Heiserer, Geschäftsführer Jugend Eine Welt, erzählt: „Olga H. war sowohl ein tief verbundener Familienmensch wie auch eine außergewöhnliche Lehrerin, warmherzige Freundin und engagierte Wegbegleiterin von Jugend Eine Welt. Als erste Oberstudienrätin am Militärrealgymnasium in Wiener Neustadt prägte sie mit viel Humor, Empathie und klaren Werten Generationen junger Menschen. Mit ihrer Testamentsspende unterstützt Olga H. Jugend Eine Welt und unsere Don Bosco-Bildungsprojekte. Wir sind zutiefst dankbar für dieses Vertrauen und Gedenken einer Frau, die ihr Leben der Jugend gewidmet hat.“
Testamentsspenden ermöglichen langfristige Hilfe
Tendenziell vererben Testamentsspender:innen Vermögen zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Mehr als 90 % der bisherigen Testamentsspenden stammen von alleinstehenden und kinderlosen Personen. Zunehmend entscheiden sich aber auch Menschen mit Nachkommen dafür, einen Teil ihres Vermögens gemeinnützigen Organisationen zu hinterlassen. Die Mittel kommen gesellschaftlichen Anliegen von der Kinderhilfe über den Tierschutz bis zu Forschung und Wissenschaft zugute, u.a. entfalten sie ihre Wirkung für gelebte Inklusion, wie Susanne Nepp, Spendenbetreuerin Christoffel Blindenmission, berichtet: „Menschen das Augenlicht wiedergeben, Kinder vor lebenslangem Dunkel bewahren, Frauen und Männer mit Behinderung ausbilden – diese wirkungsvolle Hilfe verändert Menschenleben von Grund auf. Testamentsspenden für die Christoffel Blindenmission bilden die Grundlage, um die Zukunft vieler Menschen, die kaum noch Hoffnung hatten, zum Guten zu wenden. Sie schenken Menschen in den ärmsten Regionen der Welt die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben und eine bessere Zukunft.“
Über „Vergissmeinnicht“
Mehr als 100 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Soziales, Tier- und Umweltschutz sowie Kultur gehören zu „Vergissmeinnicht“. Seit 2012 informiert die Initiative in Kooperation mit der Notariatskammer über das Erbrecht und die Möglichkeiten testamentarischer Spenden. Zum Angebot zählen unter anderem ein Erbrechtsratgeber, ein digitaler Testamentsrechner, Notarvideos und kostenlose Veranstaltungen. Weitere Infos: www.vergissmeinnicht.at
Pressefoto Vergissmeinnicht-Erinnerungsveranstaltung
Ein Gemeinschaftsfoto der Erinnerungsveranstaltung am Friedhof Hietzing gibt es via Swisstransfer zum Download (© Thomas Meyer)
Rückfragen & Kontakt
Fundraising Verband Austria
Dr. Andreas Anker
Telefon: 0676/4214706
E-Mail: [email protected]
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