- 22.10.2026, 14:13:02
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Nach Förderstopp der Stadt Wien steht der Omadienst in Wien vor dem Aus
Ohne Förderung gibt es den Omadienst ab Jänner 2027 damit de facto nicht mehr. Dabei empfiehlt die Stadt Wien ihn bis heute selbst.
Seit 1973 vermittelt der Omadienst Leihomas an Wiener Familien. Ohne die Förderung der Stadt musste der Verband die zuständige Mitarbeiterin kündigen. Ab Jänner gibt es den Omadienst damit de facto nicht mehr. Dabei empfiehlt die Stadt das Angebot auf ihrer eigenen Website bis heute.
Die Stadt Wien stellt die Förderung für den Omadienst des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien ein. Das geht aus einem Schreiben aus dem Büro von Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling vom 20. Oktober 2026 hervor. Begründet wird die Entscheidung mit der Reform „Kindergarten neu denken“. Gefördert werde künftig nur noch, was „unmittelbar dem pädagogischen Kernauftrag der Kindergärten“ dient. Bisher hat die Stadt den Omadienst mit rund 20.000 Euro im Jahr unterstützt.
Die Folgen sind drastisch: Ohne neue Finanzierung gibt es den Omadienst ab Jänner 2027 de facto nicht mehr. Die gesamten Kosten kann der Verband allein nicht tragen.
„Der Omadienst ist kein Kindergartenangebot und wollte nie eines sein“, sagt Christopher Erben, stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien „Er hilft Familien dort, wo Kindergarten und Schule aufhören: am frühen Morgen, am späten Nachmittag, wenn ein Kind krank ist. Dass er nicht zum Kernauftrag des Kindergartens passt, spricht nicht gegen ihn. Es zeigt nur, dass ihn jemand anderer in der Stadt fördern sollte.“ Diese Entwicklung betrifft nur die Bundeshaupstadt und keine anderen Omadienste des Verbandes.
Auf ihrer eigenen Website weist die Stadt Wien weiterhin auf den Omadienst hin. Im Sozialinfo-Verzeichnis ist er als Angebot für „Kinderbetreuung zu Hause“ eingetragen, zuletzt aktualisiert im April 2026. Auch der Stadtrechnungshof hat den Omadienst geprüft und gewürdigt, dass er Familien eine zusätzliche Möglichkeit zur Kinderbetreuung bietet. „Die Stadt empfiehlt unser Angebot, will es aber nicht mehr unterstützen. Das passt nicht zusammen“, so Erben.
Schon 2016 hatte die Stadt die Förderung gestrichen. Nach breiter Kritik, unter anderem vom Seniorenbund, sagte der damalige Bürgermeistehbhr Michael Häupl wenige Tage später zu, die Förderung fortzuführen. „Die Stadt hat schon einmal erkannt, was sie am Omadienst hat. Wir hoffen, dass ihr das wieder gelingt“, sagt Christopher Erben.
Der Omadienst wurde 1973 gegründet. Er vermittelte ältere Menschen, die Kinder regelmäßig betreuen, an Familien in der Nähe. Er half Eltern mit Arbeitszeiten außerhalb der üblichen Öffnungszeiten, Eltern in Weiterbildung oder beim Wiedereinstieg und Familien ohne Betreuungsplatz. Die Leihomas wurden persönlich ausgewählt, legten eine Strafregisterbescheinigung vor und wurden geschult. Davon profitierten beide Seiten: Eltern konnten Beruf und Familie leichter vereinbaren, und die Leihomas blieben aktiv und eingebunden. „Wir appellieren an Bürgermeister Michael Ludwig und an die Stadtregierung, eine Lösung zu finden, damit der Omadienst weitergeführt werden kann. Ob das über das Sozial-, das Senioren- oder das Familienressort geschieht, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass dieses bewährte Angebot nicht verloren geht“, sagt Christopher Erben abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Mag. Christoper Erben
Telefon: 069919533563
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.familie.at/wien
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