- 22.10.2026, 12:34:03
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Ludwig/Sima: Wienfluss für 5.000-jährliches Hochwasser gerüstet!
Nach Rekordhochwasser 2024: Wehrmauern der Auhofbecken erhöht - Stadt Wien investiert laufend in Hochwasserschutz an Wienfluss und Liesingbach
Die Bilder vom Rekordhochwasser am Wienfluss im September 2024 sind vielen noch präsent: Innerhalb kürzester Zeit schwoll der sonst einem Bach gleichende Wienfluss zu einem reißenden Strom an. Das Extremereignis vor zwei Jahren hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiger Hochwasserschutz für die 2-Millionenstadt ist. Das 1.000-jährliche Hochwasser wurde dank bestehender Schutzmaßnahmen von den Einsatzkräften und den zuständigen Stellen der Stadt erfolgreich bewältigt. Darauf hat sich die Stadt aber nicht ausgeruht, sondern hat ganz im Gegenteil den Hochwasserschutz rasch und konsequent weiter ausgebaut. In Rekordzeit wurden in den letzten zwei Jahren die insgesamt sechs Rückhaltebecken des Wienflusses saniert und ihre Wehrmauern auf 1,2 km Länge um bis zu 1 Meter erhöht. Sie sind nun für ein Hochwasserereignis gerüstet, das statistisch gesehen nur alle 5.000 Jahre vorkommt!
„Die Stadt Wien investiert laufend und konsequent in einen nachhaltigen und zuverlässigen Hochwasserschutz und damit in die Sicherheit der Wienerinnen und Wiener“, so Bürgermeister Michael Ludwig. „Vielen von uns sind noch die Bilder aus dem September 2024 in Erinnerung. Der Wienfluss – sonst ein Bach – wurde innerhalb weniger Stunden zum reißenden Strom. Aber während weite Teile in unserem Umland unter Wasser standen, hat Wien diese Hochwasserkatastrophe nahezu unbeschadet – ohne größerer Schäden – überstanden. Und trotzdem bauen wir unseren Hochwasserschutz weiterhin konsequent aus. Mit Renaturierungsmaßnahmen auf der einen Seite und anderseits mit modernster Technik. Für unser aller Sicherheit“, betont Bürgermeister Michael Ludwig.
„Das Rekordhochwasser im September 2024 führte drastisch einmal mehr die Notwendigkeit kontinuierlicher Investitionen in den Wiener Hochwasserschutz vor Augen. Mit Donauinsel und Neuer Donau ist Wien hervorragend vor einem Donauhochwasser geschützt. Beim Wienfluss haben wir nach dem Hochwasser 2024 Verbesserungspotenzial gesehen und nicht gezögert, umgehend nachzurüsten: Mit der raschen Erhöhung der Wehrmauern der Auhofbecken haben wir eine effektive Maßnahme gesetzt, um für künftige Hochwasser noch besser gerüstet zu sein – für ein Hochwasser, das statistisch gesehen alle 5.000 Jahre vorkommt!“, erläutert die für die Wiener Gewässer zuständige Stadträtin Ulli Sima.
Rückhaltebecken in Auhof waren 2024 an Kapazitätsgrenze
Die sechs Rückhaltebecken in Auhof übernehmen bei Hochwasser eine zentrale Funktion. Sie befinden sich auf einem 37 Hektar großen Areal zwischen dem Lainzer Tiergarten und der Westbahnstrecke direkt an der Einmündung des Mauerbaches in den Wienfluss. Bei einem Hochwasser halten sie Wassermengen zurück und entlasten damit den Wienfluss im dicht bebauten Stadtgebiet. Erst wenn der Pegel im innerstädtischen Bereich ausreichend abgesunken ist, wird das vorher in den Becken gespeicherte Wasser kontrolliert und sicher abgeleitet.
Beim Rekordhochwasser im September 2024 erreichten die Rückhaltebecken erstmals ihre Kapazitätsgrenze. Innerhalb weniger Stunden erreichte der Wienfluss eine Durchflussmenge von bis zu 440.000 Litern pro Sekunde! Damit wurde die Leistungsfähigkeit der Anlage nahezu vollständig ausgeschöpft. Zum Vergleich: Unter normalen Bedingungen führt der Wienfluss in diesem Bereich lediglich rund 200 bis 500 Liter Wasser pro Sekunde.
1,2 Mio. Kubikmeter Fassungsvermögen für umfassenden Schutz
Kurz nach den Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser 2024 wurde daher beschlossen, die historischen Rückhaltebecken umfassend zu sanieren und aufzurüsten: Die Trennmauern zwischen dem Retentionsraum selbst und dem Hauptgerinne des Wienflusses wurde auf einer Länge von rund 1,2 Kilometern instandgesetzt und – je nach Abschnitt – um bis zu 1 Meter aufgestockt, um das Fassungsvermögen noch einmal deutlich zu steigern und sensible Infrastruktur wie die U-Bahn-Linie U4 abzusichern. Auch die sechs Wehrschwellen der Becken wurden saniert und um 50 Zentimeter erhöht. Mit einer Gesamtkapazität der Rückhaltebecken von nun mehr als 1,2 Mio. Kubikmetern ist Wien entlang des Wienflusses nun für ein 5.000-jährliches Hochwasser gerüstet.
Die Rückhaltebecken in Auhof zählen zu den ältesten Hochwasserschutzanlagen Wiens. Bei der nun abgeschlossenen Sanierung wurden deshalb nicht nur die technischen Anforderungen an einen modernen Hochwasserschutz berücksichtigt, sondern auch historische Bauteile erhalten und nach den Vorgaben des Bundesdenkmalamts instandgesetzt. So wurden u.a. historische Bedienungsstege nach den Vorgaben des Bundesdenkmalamts erneuert sowie rund 2.500 Meter an historischen Geländern wiederhergestellt. Insgesamt wurden im Zuge der Arbeiten rund 11.000 Kubikmeter Beton verbaut. Auch Ufersicherungen wurden erneuert, Fugenbänder und -bleche eingebaut sowie umfangreiche Maßnahmen zur Sicherung der bereits bestehenden Bausubstanz durchgeführt.
Schutzniveau 50-fach über gesetzlicher Vorgabe
Mit all diesen Maßnahmen liegt die Stadt Wien nun deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Schutzniveau. Als standardmäßiges Hochwasserschutzziel gilt in Österreich für besiedeltes Gebiet der Schutz vor einem 100-jährlichem Hochwasser. Bereits bei ihrer Errichtung vor über 120 Jahren wurde die Schutzanlage am Wienfluss allerdings auf das Zehnfache dimensioniert. Denn: In den Wienfluss münden eine Vielzahl von Bächen aus dem Wiener Wald – darunter etwa Mauerbach, Wurzbach, Halterbach und Hirschenbach - , das Einzugsgebiet des Wienflusses ist sehr nah an der Stadt, gleichzeitig bietet die lehmige Bodenbeschaffenheit wenig Speicherkapazität. Diese Vorausschau hat sich bezahlt gemacht: Mit dem Rekordhochwasser 2024 wurde die Kapazität – also die Ausrichtung auf ein 1.000 jährliches Hochwasser - erreicht, was die Stadt Wien dazu veranlasste, den Hochwasserschutz am Wienfluss noch weiter zu erhöhen. Nach der Sanierung und Adaptierung ist das Schutzniveau am Wienfluss nun 50-fach höher als gesetzlich vorgeschrieben.
Weitere Schutzmaßnahmen entlang des Wienflusses
Neben der Erhöhung der Wehrmauern der Rückhaltebecken in Auhof wurden auch an anderen Stellen des Wienflusses Maßnahmen gesetzt. So wurden beim Donaukanal die Hochwassermauer zur U-Bahn hin verstärkt, um einen möglichen Rückstau vorzubeugen. In der Ludwiggasse in Wien-Penzing wurde eine neue Schutzmauer errichtet, um Anrainerinnen und Anrainer besonders betroffener Gebiete vor künftigen Hochwasserereignissen am Wienfluss besser zu schützen.
Wienerwaldbäche: Hochwasserschutz konsequent ausgebaut
Hochwässer am Wienfluss und an Wienerwaldbächen sind schwer vorherzusagen, weil kleinräumige Starkregen oft nur sehr kurzfristig und lokal auftreten. Die kleinen, teils steilen Einzugsgebiete reagieren darauf innerhalb kürzester Zeit; Bodenfeuchte, Gelände und Versiegelung erhöhen die schwere Prognostizierbarkeit zusätzlich. Deshalb setzt Wien auch bei den Wienerwaldbächen seit Jahren auf einen Mix aus baulichen Schutzmaßnahmen und verbesserten Rückhaltekapazitäten. Zwischen 2007 und 2020 wurden an zahlreichen Bächen – darunter Eckbach, Alsbach, Rosenbach, Wurzbach, Halterbach und Gütenbach – Hochwasserschutz-Rechen errichtet. Zwischen 2016 und 2018 entstand zudem das Rückhaltebecken Nesselbach. Nach den Hochwasserereignissen 2024 wurden insbesondere am Mauerbach und Liesingbach umfangreiche Räumungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt. Mit dem 2025 fertiggestellten Rückhaltebecken am Kräuterbach samt Hochwasserschutzmauer wurde auch dort der Hochwasserschutz weiter verbessert. 2026 folgen unter anderem der neue Rechen am Lainzerbach sowie der Ankauf der benötigten Liegenschaften für ein neues Rückhaltebecken am Petersbach, das in weiterer Folge für einen Schutz bis zu einem 100-jährlichen Ereignis geplant und realisiert werden soll. Ein weiterer Rechen am Mauerbach ist bereits in Vorbereitung.
Liesingbach: Hochwassersicher zurück zur Natur!
Aufgrund seiner geologischen Gegebenheiten weist der Liesingbach, der auf 18 km durch Wien fließt, eine sehr hohe Schwankungsbreite beim Wasserstand auf. Für den Hochwasserschutz setzt Wien daher auf eine Kombination aus technischen und natürlichen Maßnahmen. Drei Rückhaltebecken, in Alterlaa, Inzersdorf 1 und Inzersdorf 2, können bei Hochwasser bis zu 300.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen und dadurch die Gefahr von Hochwässern deutlich reduzieren. Ergänzend dazu wird aktuell das Großprojekt "Integrativer Hochwasserschutz Liesingbach" umgesetzt: Das hart verbaute Flussbett des Liesingbachs wird in Etappen aufgebrochen und renaturiert, dem Gewässer damit wieder mehr Raum gegeben. Das schafft natürliche Überflutungsflächen und ermöglicht es dem Bach, sich bei hohen Wasserständen kontrolliert auszubreiten. Zugleich wird ein Erholungsgebiet für die Menschen und wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen.
Alle Infos zum Hochwasserschutz in Wien auf www.hochwasserschutz.wien.gv.at
rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/
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