• 22.10.2026, 12:27:02
  • /
  • OTS0143

20. Wiener Gemeinderat (3)

Sitzung auf Verlangen

Wien (OTS) - 

GRin Cornelia Sucher, BA (SPÖ) betonte die Wichtigkeit des Themas Klimaschutz – und machte gleichzeitig auf große Herausforderungen aufmerksam. Das Klima verändere sich und das Handeln der Menschen spiele dabei eine große Rolle. Das bundesweit erste Klimagesetz für Wien sei ein historisch großer Wurf. Als Beispiel für gelungene Klimapolitik nannte sie die Stadtplanung, bei der Klimaanpassungen im Fokus stehe. Wie der öffentliche Raum besser gestaltet und verteilt werden könne, sei der Stadtpolitik wichtig. Viele Plätze seien dank „Raus aus dem Asphalt“ schon jetzt grün, belebt und würden über eine große Aufenthaltsqualität verfügen. Der Hitzeaktionsplan oder der Wien Plan seien klare Bekenntnisse der Stadt, Klimawandel in den Mittelpunkt zu stellen. Weiters nannte sie Low-Traffic-Grätzl, Verkehrsberuhigung und Begrünung im öffentlichen Raum als konkrete Maßnahmen. Aber Verkehrsberuhigung würde nur dann funktionieren, wenn es ohne Auto möglich wäre, komfortabel von A nach B zu kommen. Darum werde der Ausbau der Öffis vorangetrieben und Radwege würden gebaut. Sie betonte: „Es gibt es ein klares Bekenntnis der Stadt, den Klimaschutz voranzutreiben.“

GR Kilian Stark (GRÜNE) konterte seinen Vorredner*innen mit der Feststellung, dass die Klimaschutzpolitik noch lange nicht am Ziel sei. Sie müsse schneller und effektiver werden. Er betonte: „Hitze tötet leise und unsichtbar.“ Gegen das Problem werde nicht konsequent genug vorgegangen. Es gäbe 100.000 Betroffene, am schlimmsten träfe es Kinder, alte und kranke Menschen. Man müsse davon ausgehen, dass es in Zukunft noch heißer werde. Es brauche drei Schutzmauern: Die erste sei der Klimaschutz, denn jede weitere Erwärmung mache das Problem schlimmer. Klimaanlagen seien nur ein Teil der Lösung und würden Klimapolitik nicht ersetzen. Weiteres rechnete er vor, dass sechs Milliarden Euro für die Lobauautobahn ganz Wien mit Klimaanlagen versorgen könnten. Das Geld sei also da. Die zweite Schutzmauer sei die Anpassung der Stadt: Es gäbe Pläne und Strategien – die Umsetzung kritisierte er aber. Die dritte Schutzmauer seien Akutmaßnahmen. Angebote wie die Coolen Zonen müssen besser zugänglich sein. Gerade ältere Menschen brauchen möglicherweise jemanden, der sie dorthin bringen würde. Der vergangene extremen Hitzesommer sein ein Weckruf gewesen, zu handeln.

GRin Mag. Heidemarie Sequenz (GRÜNE) stieg mit einem konkreten Fallbeispiel in die Diskussion ein: 34 Grad habe es bei einer Langzeitmessung in einer Wiener Wohnung gehabt, über zwei Monate wären es nie unter 27 Grad gewesen. Es sei inakzeptabel, dass Menschen in Wien so leben müssten und ein Dauerstress für den menschlichen Körper. Dehydrierung und Kreislaufprobleme seien die Folge. 1.000 Menschenleben habe der Hitzesommer gekostet, das seien elf Tote pro Tag. Weiters betonte sie den sozialen Aspekt des Hitzesommers: Hitze träfe nicht alle Menschen gleich. „Jeder einzelne Quadratmeter, den wir entsiegeln, kühlt die Wohnungen der vulnerablen Menschen“, sagte Sequenz. Schutz vor Hitze müsse genauso selbstverständlich sein wie das Heizen im Winter, forderte die Grünen-Gemeinderätin.

GRin Mag. Barbara Huemer (GRÜNE) erinnerte ebenfalls an die Hitzetoten im Sommer, es seien „so viele wie noch nie“ gewesen. Der Sommer werde zur Angstzeit für viele Menschen, meinte Huemer. „Die Klimakrise wurde zu einer veritablen Gesundheitskrise“, sagte sie. Rascher besser zu werden sei der Auftrag, man müsse an Tempo zulegen. 995 Hitzetote könnten noch am Leben sein, 48 Hitzetage habe es bis Ende August gegeben und vier Tage mit mehr als 40 Grad – das sei erst der Anfang. Weiteres berichtete sie von einem Lokalaugenschein in der Klinik Donaustadt am 14. Juli. Auf einer Station habe sie 33,4 Grad gemessen – das sei weit weg von angenehm und noch weiter weg von genesungsförderlich. Auch für das medizinische Personal sei die Hitze unerträglich, die Konzentration werde schwer und Fehler wahrscheinlicher. Huemer fordert erträgliche Arbeitsbedingungen für jene, die für die Gesundheit zuständig sind. Weiters verwies sie auf Pflegeeinrichtungen, deren Bewohner*innen und MitarbeiterInnen ebenso unter der Hitze leiden würden. Sie lenkte den Blick außerdem auf die Berufsgruppe, die in der mobilen Pflege tätig ist. Abschließend bedankte sie sich bei den Rettungsdiensten, die im Sommer viel geleistet hätten und auch in Zukunft gefordert sein würden. „Es ist klar: Hitzeschutz kostet. Aber nicht handeln kostet mehr.“ (Forts.) obh

Rückfragen & Kontakt

Rathauskorrespondenz
Stadt Wien - Kommunikation und Medien, Diensthabende*r Redakteur*in
Service für Journalist*innen, Stadtredaktion
Telefon: 01 4000-81081
E-Mail: [email protected]
Website: https://presse.wien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel