- 22.10.2026, 10:53:33
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„Das wilde Herz Italiens“: Neues „Universum“ erzählt die Geschichte der Abruzzenbärin „Amarena“ und ihrer Jungen
Am 27. Oktober um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON
Die Region ist bekannt für ihre mächtigen Berge, ihre uralten Wälder und eines der seltensten Tiere Europas, den Marsischen Braunbären. Nur hier leben noch rund 80 Exemplare dieser isolierten Bärenpopulation. Die neue „Universum“-Dokumentation „Die Abruzzenbärin – Das wilde Herz Italiens“ erzählt am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON die berührende Geschichte einer dieser Bärinnen. Über mehrere Jahre hinweg begleiteten die Filmemacher Luca Verducci und Paolo Forconi die Bärin „Amarena“ und ihre Jungen. Das Ergebnis sind einzigartige Aufnahmen vom Verhalten der Tiere, wie sie bisher kaum zu sehen waren. Die Dokumentation entstand als Koproduktion von ORF und dreiD.at in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise.
Anders als die meisten ihrer scheuen Artgenossen wagte sich Amarena immer wieder in die Nähe menschlicher Siedlungen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der kleinen Gemeinde Villalago gaben ihr ihren Namen, nachdem sie regelmäßig in deren Gärten und Obstgärten auf Nahrungssuche gegangen war – immer auf der Suche nach den süßen Amarenakirschen. So entstand eine einzigartige und seltene Beziehung zwischen den Menschen im Dorf und der Bärin. Amarena wurde zum Symbol ihrer bedrohten Art. Wie außergewöhnlich diese Bärin war, zeigte sich auch bei den Dreharbeiten. Zoologe Paolo Forconi und Kameramann Luca Verducci beobachteten die Bärenfamilie über mehrere Jahre hinweg. „Die Geschichte von Amarena ist das Ergebnis eines sechsjährigen Filmprojekts – eine lange und herausfordernde Reise, die uns viel Geduld und Ausdauer abverlangt hat. Hinter diesem Film stehen unzählige Stunden der Recherche, Beobachtung und Dreharbeiten, viele Tage ohne verwertbare Aufnahmen, aber auch außergewöhnliche Verhaltensweisen, die zuvor noch nie gefilmt wurden“, erinnert sich Verducci.
Für Aufsehen sorgte Amarena, als sie eines Tages mit gleich vier Bärenkindern durch das Dorf Villalago spazierte. Nicht alle Jungen stammten von ihr – zwei hatte sie adoptiert. Die Bewohnerinnen und Bewohner bewunderten ihr sanftes Wesen und ihre bemerkenswerte Fürsorge für ihren Nachwuchs. Und nicht nur sie: Immer mehr Menschen aus dem Umland kamen, um zu beobachten, wie Amarena ihren Jungen beibrachte, Straßen zu überqueren, Zäune zu überwinden und Kirschen zu pflücken. Sie lehrte sie alles, was sie brauchten, um unter den rauen Bedingungen der Abruzzen zu bestehen – bis sie groß genug waren, um eigene Wege zu gehen.
Doch nicht nur die Marsischen Braunbären standen im Mittelpunkt der Filmarbeiten. Die Abruzzen sind auch ein wichtiges Rückzugsgebiet für den Apenninwolf, der ebenfalls immer häufiger Opfer von Wilderei wird. Wie Wölfe und Bären miteinander interagieren und um Beute konkurrieren, haben die Filmemacher in eindrucksvollen Bildern festgehalten. Wissenschafter Paolo Forconi erzählt: „In den vergangenen zehn Jahren gelangen mir außergewöhnliche Aufnahmen, von denen ich nie zu träumen gewagt hätte: von Amarena mit ihren vier Jungen bis hin zu einem jungen Bären, der gemeinsam mit zwei Wölfen an einem Hirschkadaver fraß – nur wenige Meter von mir entfernt, in einer abgelegenen Bergregion.“
Nachdem ihre Kinder selbstständig geworden waren, kehrte Amarena mit zwei neuen Jungen nach Villalago zurück. Doch diesmal war vieles anders. Das Nahrungsangebot war geringer und sie war gezwungen, unbekannte Gebiete aufzusuchen – Gebiete, in denen Bären nicht willkommen sind. Dann passiert es. Es ist August. Eine warme Sommernacht. Amarena steigt über einen Gartenzaun und sucht nach Futter. Ein Schuss hallt durch die Nacht. Amarena ist tot. Ihre beiden Jungen sind nun Waisen und von diesem Moment an auf sich allein gestellt. Für Paolo Forconi war dieser Verlust besonders schmerzhaft: „Mein Wunsch war es immer, auch ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen und Marsischen Braunbären zu erleben. Doch leider sind wir davon noch weit entfernt.“
Amarenas Geschichte endet nicht mit ihrem Tod. Ihr Schicksal löste in Italien und weit darüber hinaus Bestürzung aus und rückte die fragile Welt der letzten Marsischen Bären ins Bewusstsein der Menschen. Es ist ein Aufruf, Wildtiere mit anderen Augen zu sehen und zu verstehen, dass Koexistenz bedeutet, den Lebensraum mit ihnen zu teilen und ihnen mit Respekt zu begegnen.
„Amarena und ihre vier Jungen stehen im Mittelpunkt einer bewegenden Geschichte voller Höhen und Tiefen. Wir haben uns bewusst für eine Erzählweise aus ihrer Perspektive entschieden, um dem Publikum einen möglichst unmittelbaren und emotionalen Zugang zu ihrem Leben zu ermöglichen“, erzählt Luca Verducci. Das ist dem Team eindrucksvoll gelungen.
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