• 22.10.2026, 10:51:33
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Abrahamczik (SPÖ) zu Hitze in Wien: „Wir arbeiten mit Strategie, auf Basis von Expertise und nicht mit Panik“

Hitzeaktionsplan, 38 Coole Zonen und 1.800 Trinkbrunnen schützen die Wiener*innen – Bädertarife werden 2027 nicht erhöht

Wien (OTS) - 

„Wenn es so wie heuer eine ganz starke Hitzewelle gibt, dann hilft Panik am allerwenigsten und Panikmache noch weniger. Dann geht es darum, einen kühlen Kopf zu bewahren und dafür zu sorgen, dass die Wiener*innen möglichst sicher durch diese Tage kommen“, betonte Nina Abrahamczik, SPÖ-Gemeinderätin und Vorsitzende des Ausschusses für Klima, Umwelt, Demokratie und Personal, heute in der Sitzung des Wiener Gemeinderats auf Verlangen der Grünen. Der Sommer mit Spitzenwerten von 41 Grad habe ganz Europa gefordert. Wien könne dabei auf ein Fundament bauen, das über Jahrzehnte gewachsen ist: Klimaschutzprogramme gibt es seit den 1990er-Jahren, in den vergangenen fünf Jahren wurden die Anstrengungen deutlich intensiviert.

Grünraum und Wasser als Rückgrat

Mit 52 Prozent Grünraumanteil starte Wien aus einer starken Position, so Abrahamczik. Paris etwa kommt auf rund 19 Prozent. Während andere Gemeinden heuer über Nacht das Trinkwasser abdrehen mussten, fließen in Wien jährlich Hunderte Millionen Euro in die Wasserversorgung. Die Wiener Stadtgärten nutzen in vielen Parks Brunnenwasser und setzen auf das Schwammstadtprinzip: Niederschlag versickert über Sickerschächte und bleibt vor Ort für die weitere Verwendung erhalten. Dazu wachsen pro Jahr rund 4.500 neue Straßenbäume in den Grätzln.

Von der Wärmestube zur Coolen Zone

„Wenn ich als Sozialdemokratin zurückdenke: Früher, als Leute nicht heizen konnten, haben wir Wärmestuben angeboten. Heute sind das in den Hitzephasen Coole Zonen“, sagte Abrahamczik. 38 davon gibt es mittlerweile und diese Zahl ist in den letzten drei Jahren kräftig gestiegen, der Ausbau geht weiter. Ebenso zentral sind die 1.800 Trinkbrunnen im öffentlichen Raum: „Das ist mehr, als ganz Deutschland hat. Und gerade in einer Hitzewelle ist es umso wichtiger, zu Wasser zu kommen, ohne dafür zahlen zu müssen.“ Nebelduschen und Wasserspiele, die gerne als Verschwendung kleingeredet würden, bringen armutsbetroffenen Familien sowie wohnungs- und obdachlosen Menschen spürbare Erleichterung. Die Ausschussvorsitzende verwies dazu auf die Erfahrungen von Volkshilfe und Caritas.

Bäder: Tarife bleiben, Öffnungszeiten wurden verlängert

Die Wiener Sozialdemokratie habe eine Strategie und plane vorrausschauend, deshalb: „Die Bädertarife werden nächstes Jahr nicht erhöht.“ Neben Familien- und Kombibädern bietet Wien 63 Kilometer frei zugänglichen Badestrand. Als die Temperaturen weiter kletterten, verlängerte die Stadt die Öffnungszeiten der Wiener Bäder, während andere Gemeinden ihre Bäder aus Budgetgründen sogar schließen müssen.

Hitzeaktionsplan und Hitzestab sind längst Realität

Wenig Verständnis zeigte Abrahamczik für Forderungen nach Instrumenten, die es bereits gibt. Statt eines neuen Hitzeschutzplans verwies sie auf den Hitzeaktionsplan, den die Bereichsleitung Klima, die gerade ihr fünfjähriges Bestehen feiert, gemeinsam mit dem Wiener Klimarat erarbeitet hat: „Den Wiener Hitzeaktionsplan gibt es. Er ist nicht geheim, sondern öffentlich zugänglich und wird mit Expert*innen laufend evaluiert und weiterentwickelt.“ Auch der geforderte Hitzekrisenstab existiert bereits als Hitzestab, der besonnen und strategisch arbeitet und sich vor allem in der zweiten Hitzewelle bewährt hat. Ihre Warnung: „Das Allerschlimmste, was passieren kann, ist, dass das Thema Hitze eine PR-Show wird, bei der es nur darum geht, wer lauter schreit und wer mehr Angst verbreiten kann.“

Klimagesetz und Klimafahrplan: Wien geht voran

Wien hat als erstes Bundesland ein Klimagesetz umgesetzt, in dem vulnerable Gruppen ausdrücklich verankert sind. Im Bund blieb ein solches Gesetz unter grüner Regierungsbeteiligung fünf Jahre lang aus. Der neue Klimafahrplan liegt derzeit zur öffentlichen Begutachtung auf und rückt Hitze sowie Wasserversorgung stark in den Mittelpunkt. Für den Beschluss im Frühjahr wünscht sich Abrahamczik eine breite Mehrheit, 2022 stimmten vier von fünf Fraktionen zu: „Gemeinsam diese Schritte zu setzen und gemeinsam dahinterzustehen, wird wesentlich dazu beitragen, dass wir die Transformation dieser Stadt gut schaffen, um auch in Zeiten der Klimakrise die hohe Lebensqualität für die Wienerinnen und Wiener sicherzustellen.“

Abschließend dankte sie allen, die laufend zum Hitzeschutz beitragen, allen voran den Mitarbeiter*innen der Stadt, die Strategien und Konzepte Tag für Tag mit Leben füllen.

(Schluss) sh

Rückfragen & Kontakt

Sarah Hierhacker, MA
Wiener Landtags- und Gemeinderatsklub der SPÖ
Mediensprecherin
Leitung Medien- & Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 01 4000 81923
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.rathausklub.spoe.at

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