• 22.10.2026, 10:01:25
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Wiener Betriebe sind Sonnenstrom-Großproduzenten

Rund ein Drittel der installierten Photovoltaikleistung Wiens entfällt auf Betriebsgebiete – Kriz-Zwittkovits: „Hier wird Klimaschutz konkret“

Wien (OTS) - 

Sie produzieren Waren, bieten Dienstleistungen an und erzeugen zunehmend auch Energie. Wiens Betriebsgebiete verbinden Klimaschutz mit der Anpassung an Hitze und Starkregen. Wien verfügt über 2.121 Hektar gewidmete Betriebsbau- und Industrieflächen. Davon sind nur noch 129 Hektar unverbaut und stehen potenziell für neue Betriebsansiedlungen zur Verfügung. Die Wirtschaftskammer Wien setzt deshalb auch auf die energieeffiziente und klimafitte Weiterentwicklung bestehender Standorte.

„Unsere Betriebsgebiete sind mehr als Orte, an denen gearbeitet und produziert wird. Hier wird die Energiewende konkret. Unternehmen investieren in Sonnenstrom, machen ihre Standorte klimafit und entwickeln gemeinsam Energielösungen. Wer Klimaschutz in Wien voranbringen will, muss dieses Potenzial nutzen und betriebliche Investitionen erleichtern“, sagt Margarete Kriz-Zwittkovits, Präsidentin der WK Wien.

Hallendächer werden zu Kraftwerken
In den Wiener Betriebsgebieten waren mit Stand 2025 rund 800 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von rund 110 Megawattpeak (MWp) erfasst. Laut WK-Wien-Erhebung entfielen damit bis zu 34 Prozent der installierten Photovoltaik-Leistung Wiens auf Betriebsgebiete. Zwischen 2020 und 2025 hat sich die Leistung dort fast verfünffacht. Nach Berechnungen der WK Wien könnten die Anlagen theoretisch den Strombedarf von rund 32.000 Haushalten decken.

Betriebsstandorte haben dafür sehr günstige Voraussetzungen: Große Dächer von Produktions- und Logistikhallen treffen auf einen hohen Strombedarf vor Ort. Viele Unternehmen benötigen Energie gerade tagsüber, wenn Photovoltaikanlagen Strom erzeugen. Damit können sich Erzeugung und Verbrauch gut ergänzen.

Besonders interessant ist die Verbindung von Photovoltaik und Dachbegrünung. Die Begrünung kühlt das Dach und kann dadurch die Effizienz der Solaranlage verbessern. Sie hält außerdem Regenwasser zurück und schützt die Dachabdichtung. Eine Dachfläche erfüllt so mehrere Aufgaben: Sie erzeugt Energie, speichert Wasser und verbessert das Mikroklima.

Weniger Asphalt, mehr Schutz vor Hitze und Starkregen
Beim Umbau von Betriebsarealen geht es auch um die Anpassung an Klimafolgen. Großflächig asphaltierte Stellplätze heizen sich auf und verhindern, dass Regenwasser natürlich versickert. Wasserdurchlässige Beläge, Bäume und Grüninseln können hier gegensteuern. Sie ermöglichen die Aufnahme von Niederschlag vor Ort und sorgen für Schatten und Verdunstungskühlung. Gründächer speichern zusätzlich Wasser und geben es verzögert ab. Dadurch wird die Kanalisation bei Niederschlägen entlastet.

Solche Maßnahmen müssen jedoch mit Anlieferung, Ladezonen und anderen betrieblichen Anforderungen vereinbar sein. Auch die Stadt ist gefordert, den öffentlichen Straßenraum in Betriebsgebieten durch Begrünung, Beschattung und Regenwassermanagement klimaeffizient weiterzuentwickeln. So können Investitionen auf Firmengeländen und Maßnahmen im öffentlichen Raum ineinandergreifen.

Vom Einzelbetrieb zum Energiepartner
Ein weiterer Hebel zur Klimaeffizienz liegt in der Zusammenarbeit. In Energiegemeinschaften können Unternehmen erneuerbare Energie gemeinsam erzeugen, verbrauchen und teilen. Sonnenstrom von Betriebsdächern kann dadurch nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch von anderen Mitgliedern der Gemeinschaft genutzt werden. Dazu können Unternehmen ebenso wie Haushalte gehören. Die gemeinschaftliche Nutzung kann wirtschaftliche Vorteile bringen; mögliche Einsparungen hängen vom jeweiligen Modell ab.

„Sonnenstrom vom Nachbardach nutzen und Betriebsstandorte gegen Hitze und Starkregen schützen; darin liegen konkrete Chancen für unsere Unternehmen. Dabei ist zu beachten, dass Begrünung und Entsiegelung mit dem Betriebsalltag vereinbar sind. Ladezonen und Zufahrten müssen nutzbar bleiben“, betont Kriz-Zwittkovits.

WK Wien unterstützt
Die WK Wien unterstützt Unternehmen unter anderem mit ihrem Betriebsgebietsmanagement, dem Solarpotenzial-Report und der Photovoltaikberatung Solar-Fit!. Die Energiefrühstücksreihe bietet zusätzlich Praxiswissen und Austausch zur gemeinschaftlichen Energienutzung.

Weitere Informationen:

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