• 21.10.2026, 16:26:32
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Baxant (SPÖ)/ Weber (NEOS): Ein Ort in Wien für Václav Havel

Fraktionsübergreifender Antrag im Gemeinderat zum 90. Geburtstag des Dramatikers, Dissidenten und Staatspräsidenten bestärkt Bezirke, einen geeigneten Ort nach ihm zu benennen

Wien (OTS) - 

Am 5. Oktober 2026 wäre Václav Havel 90 Jahre alt geworden. SPÖ und NEOS nehmen dieses Jubiläum zum Anlass und beschließen gemeinsam mit Abgeordneten weiterer Fraktionen in der heutigen Sitzung des Wiener Gemeinderats einen Resolutionsantrag. Der Gemeinderat spricht sich dafür aus, einen geeigneten Ort in Wien nach Václav Havel zu benennen, und die Bezirksvertretungen darin bestärken.

„Václav Havel hat der hässlichen Fratze der kommunistischen Diktatur die Ideale von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschlichkeit und Wahrheitsliebe entgegengestellt. Er hat bewiesen, dass man auch ohne Gewalt, aber mit Mut und Haltung, ein autoritäres Regime überwinden kann“, betont SPÖ-Gemeinderat Peko Baxant.

„Václav Havel hat gezeigt, dass Haltung stärker ist als jede Diktatur. Er war ein Europäer aus Überzeugung, der Ost und West verbunden hat, als Europa noch geteilt war. Ein Ort, der in unserer Stadt seinen Namen trägt, erinnert uns auch daran, dass Freiheit nie selbstverständlich ist“, so NEOS-Gemeinderat Thomas Weber.

Stimme der Freiheit, Gesicht der Samtenen Revolution

Der Dramatiker, Dissident und spätere Staatspräsident zählt zu den prägenden Gestalten der europäischen Demokratiegeschichte. Als Mitinitiator der Charta 77 trat Havel für Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten in einem Staat ein, der beides unterdrückte. Dafür nahm er wiederholt Haft in Kauf. Im November 1989 wurde er zum Gesicht der gewaltfreien Samtenen Revolution, am 29. Dezember 1989 wählte man ihn zum Staatspräsidenten der Tschechoslowakei. Nach der gewaltfreien Trennung von der Slowakei stand er von 1993 bis 2003 als erster Präsident an der Spitze der Tschechischen Republik. Sein Denken und Wirken waren bestimmt von Menschenwürde, Verantwortung und dem Mut, in der Wahrheit zu leben.

Besondere Verbindung zu Wien

Mit Wien war Havel nach den Worten des Diplomaten Emil Brix so verbunden wie vielleicht mit keiner anderen Stadt außerhalb seiner Heimat. Viele seiner Stücke wurden am Burgtheater aufgeführt, das er laut Brix sein „Muttertheater“ nannte. Seine Mutter besuchte die tschechische Schule Komenský in Wien, wie der tschechische Botschafter Jiří Šitler erinnert. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 fanden viele Unterzeichner*innen der Charta 77 und andere Dissident*innen Zuflucht in Wien.

„Als Kind tschechischer Emigranten und Unterzeichner der Charta 77 ist mir sein Vermächtnis auch persönlich ein großes Anliegen. Deshalb unterstütze ich die Initiative, einen geeigneten Ort in unserer Stadt nach diesem großen Europäer zu benennen. Wien und Václav Havel verbindet eine besondere Geschichte, die auch im öffentlichen Raum sichtbar werden soll“, so Baxant.

Ein Ort in Wien, der seinen Namen trägt, wäre ein sichtbares Zeichen dafür, aus einem Nebeneinander ein Miteinander zu machen. Gerade jetzt, wo antidemokratische und autoritäre Strömungen in vielen Teilen der Welt an Einfluss gewinnen, ist die Erinnerung an einen Mann, der Politik an Menschenwürde, Verantwortung und Wahrheit gebunden hat, ein Auftrag an alle demokratischen Kräfte. (Schluss) sh

Rückfragen & Kontakt

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Website: https://www.rathausklub.spoe.at

NEOS Wien Rathausklub
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Pressesprecher
Telefon: +43 664 849 15 50
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