• 21.10.2026, 16:24:32
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ÖVP – Hungerländer: Wiener Volkspartei initiiert Widmung für Václav Havel – ein überparteiliches Zeichen für Freiheit und Demokratie

Zum 90. Geburtstag des ehemaligen tschechischen Präsidenten: Wien soll seine besondere historische Verbindung zu Václav Havel mit einer öffentlichen Ortsbenennung würdigen

Wien (OTS) - 

Anlässlich des 90. Geburtstags von Václav Havel am 5. Oktober hat die Wiener Volkspartei eine Initiative zur Benennung eines öffentlichen Ortes nach dem ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten lanciert. Der entsprechende Beschlussantrag wurde in der heutigen Sitzung des Wiener Gemeinderats eingebracht. „Ich freue mich ganz besonders, dass wir diesen Antrag als Mehrparteienantrag gemeinsam mit SPÖ, Neos und Grüne einbringen konnten. Václav Havel ist eine Persönlichkeit, die uns über Parteigrenzen hinweg verbindet. Er steht für Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit – Werte, zu denen wir uns gemeinsam bekennen“, betont Gemeinderätin Caroline Hungerländer.

Václav Havel zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der europäischen Demokratiegeschichte. Als Mitinitiator der Charta 77 setzte er sich unter dem kommunistischen Regime für Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten ein und nahm dafür wiederholt Haft in Kauf. Im November 1989 wurde er zum Gesicht der gewaltfreien Samtenen Revolution, wenige Wochen später zum Präsidenten der Tschechoslowakei. „Havel hat dem kommunistischen Regime nie Gewalt entgegengesetzt, sondern Menschlichkeit, Recht und Demokratie. Er war ein Brückenbauer, der Ost und West miteinander verband und zeigte, dass politische Veränderungen auch ohne Gewalt möglich sind. Gerade in einer Zeit, in der autoritäre und antidemokratische Kräfte wieder an Einfluss gewinnen, ist sein Vermächtnis aktueller denn je“, so Hungerländer.

Mit Wien verband Havel eine besondere Geschichte. Bereits 1976 wurden seine Stücke „Audienz“ und „Vernissage“ am Akademietheater uraufgeführt. Insgesamt brachte das Burgtheater sechs seiner Werke zur Uraufführung – auch während Havel in seiner Heimat inhaftiert war. Er selbst bezeichnete das Burgtheater als sein „Muttertheater“. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 fanden zudem zahlreiche tschechoslowakische Dissidenten in Wien Zuflucht. Auch seine Mutter hatte an der Wiener Komenský-Schule maturiert. „Wien war für Václav Havel ein Ort der Freiheit, als ihm diese Freiheit in seiner Heimat verwehrt blieb. Seine besondere Verbindung zu unserer Stadt verdient endlich auch eine sichtbare Würdigung im öffentlichen Raum“, unterstreicht Hungerländer.

Während bereits zahlreiche Städte wie Prag, Warschau, Bonn oder Lyon öffentliche Orte nach Václav Havel benannt haben, fehlt eine entsprechende Verkehrsfläche in Wien bislang. Der gemeinsame Antrag legt bewusst keinen Standort fest, sondern bestärkt die Wiener Bezirksvertretungen darin, einen geeigneten Ort zu finden. Der tschechische Botschafter Jiří Šitler hat dafür bereits die volle Unterstützung zugesagt.

„Václav Havel hat gezeigt, wie aus einem Nebeneinander ein Miteinander werden kann. Ein Ort in Wien, der seinen Namen trägt, soll dauerhaft an Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit erinnern. Damit setzen wir gemeinsam ein Zeichen für kommende Generationen und für jene Werte, die unsere Demokratie tragen. Ich hoffe, dass wir schon bald gemeinsam über einen Platz oder durch eine Straße gehen können, die seinen Namen trägt“, so Hungerländer abschließend.

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