• 21.10.2026, 13:26:33
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Weiterbildung muss echte Chancen eröffnen

AK begrüßt Stärkung der Erwachsenenbildung, fordert aber mehr Verantwortung der Betriebe und einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung in bezahlter Arbeitszeit

Wien (OTS) - 

Digitalisierung, demografischer Wandel, soziale und ökologische Transformationsprozesse verändern die Arbeitswelt und Wirtschaft. Lebenslanges Lernen eröffnet enorme Chancen für Österreichs Wirtschaft und Beschäftigte: Es ermöglicht, neue Qualifikationen zu erwerben, Bildungsabschlüsse nachzuholen und bereits vorhandene Kompetenzen anerkennen zu lassen. So können Beschäftigte ihre Fähigkeiten weiterentwickeln, sich neue berufliche Perspektiven erschließen und sich sichere Arbeitsplätze in der Arbeitswelt von morgen sichern.

Die AK begrüßt das Bekenntnis der Bundesregierung zur Erwachsenenbildung, fordert aber verbindliche Maßnahmen. Weiterbildung darf weder am Einkommen noch an fehlender Zeit scheitern. Unternehmen müssen sich stärker an den Kosten beteiligen, und alle Arbeitnehmer sollen einen Rechtsanspruch auf eine Woche Weiterbildung pro Jahr in bezahlter Arbeitszeit erhalten.

„Arbeitnehmer:innen wollen sich weiterbilden. Dafür brauchen sie vor allem Zeit und Geld. Weiterbildung darf weder am Einkommen noch am fehlenden Entgegenkommen des Arbeitgebers scheitern“, betont Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer Wien.

Gemeinnützige Erwachsenenbildung stärken

Bestehende Angebote wie Level Up und die müssen langfristig abgesichert, die Anerkennung erworbener Qualifikationen verbessert und die bereits 2017 erarbeitete Validierungsstrategie umgesetzt werden. Bei öffentlichen Ausschreibungen und Förderungen sollen gemeinnützige Bildungseinrichtungen Vorrang haben. Qualität und Arbeitsbedingungen müssen stärker zählen.

Vier Maßnahmen für mehr Weiterbildung

Unternehmen profitieren von gut qualifizierten Beschäftigten, beteiligen sich aber zunehmend weniger an den Weiterbildungskosten. Die AK fordert deshalb eine faire Verteilung der Verantwortung und vier konkrete Maßnahmen:

  • Unternehmen an den Kosten beteiligen: Ein Weiterbildungsfonds, in den Unternehmen 0,2 Prozent der jährlichen Bruttolohnsumme einzahlen, könnte rund 220 Millionen Euro jährlich mobilisieren. Arbeitnehmer:innen sollen daraus bis zu 500 Euro pro Jahr für ihre persönliche Weiterbildung erhalten können. Davon könnten bis zu 440.000 Beschäftigte profitieren.
  • Eine Woche Weiterbildung pro Jahr ermöglichen: Arbeitnehmer:innen sollen das Recht erhalten, sich eine Woche pro Jahr während der bezahlten Arbeitszeit weiterzubilden. Damit würde Österreich eine entsprechende Resolution der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aus dem Jahr 1974 umsetzen.
  • Qualifizierungsgeld für alle schaffen: Arbeitnehmer:innen über 25 Jahre sollen innerhalb von 15 Jahren insgesamt drei Jahre für Aus- und Weiterbildung nutzen können. Das Qualifizierungsgeld soll sich am Nettobetrag des vom ÖGB geforderten kollektivvertraglichen Mindestlohns orientieren – 2026 sind das 2.000 Euro monatlich. Die Finanzierung soll aus öffentlichen Mitteln erfolgen und insbesondere Menschen mit niedrigen und mittleren Qualifikationen zugutekommen.
  • Auch das AMS muss hochwertige Qualifizierung und berufliche Neuorientierung ermöglichen. Das Ziel einer raschen Rückkehr in den Arbeitsmarkt darf nicht grundsätzlich Vorrang vor einer nachhaltigen Ausbildung haben.

Anderl abschließend: „Die AK wird ihre Expertise in die Arbeitsgruppen des Strategieprozesses zur Erwachsenenbildung einbringen. Weiterbildung ist eine Investition in die Zukunft der Beschäftigten und des Wirtschaftsstandorts. Damit alle Arbeitnehmer:innen davon profitieren können, braucht es eine faire Verteilung der Verantwortung sowie ausreichend Zeit und Geld für Weiterbildung.“

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AK Wien
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Telefon: 01 501 65 12656
E-Mail: [email protected]
Website: https://wien.arbeiterkammer.at

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