• 21.10.2026, 13:00:05
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ECPAT Österreich appelliert zu Beginn der Herbstferien an Reisende und die Tourismusbranche: Kinderschutz geht uns alle an

Wien (OTS) - 

Im Vorfeld der Herbstferien erinnert ECPAT Österreich daran, dass verantwortungsvoller Tourismus nicht nur eine Frage von Umwelt, Wirtschaft und regionaler Entwicklung ist. Auch der Schutz von Kindern muss selbstverständlich Teil jeder Reise und jedes touristischen Angebots sein. Kinderrechte gelten überall – auch dort, wo Menschen Urlaub machen.

Kinder können im Umfeld von Reisen und Tourismus verschiedenen Formen von Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel ausgesetzt sein. So sind etwa jedes Jahr 1 Milliarde Kinder von Gewalt betroffen, was die Weltwirtschaft jährlich 395 Milliarden US-Dollar kostet.

Besonders schwerwiegend ist die sexuelle Ausbeutung von Kindern. ECPAT – eine Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung – weist darauf hin, dass Reisen und Tourismus aufgrund von Mobilität, Anonymität, wirtschaftlichen Ungleichgewichten und teilweise unzureichender Kontrolle Tatgelegenheiten schaffen können.

Nicht wegsehen, wenn etwas auffällt

„Kinderschutz beginnt mit Aufmerksamkeit. Wenn uns eine Situation auffällig erscheint, dürfen wir nicht einfach wegsehen“, betont Kerstin Dohnal, Expertin für Tourismus bei ECPAT Österreich. Entscheidend dabei ist es, eine verdächtige Beobachtung ernst zu nehmen und weiterzugeben. ECPAT Österreich weist ausdrücklich darauf hin, dass auch unklare Situationen gemeldet werden können. Professionelle Stellen prüfen die Hinweise und entscheiden, welche weiteren Schritte notwendig sind.

Eine zentrale österreichische Anlaufstelle ist die Meldeplattform www.nicht-wegsehen.at.

Auf der Meldeplattform können Beobachtungen und Verdachtsfälle im Zusammenhang mit sexueller Ausbeutung von Kindern auf Reisen gemeldet werden. Eine Meldung kann ein wichtiger Schritt sein, um gefährdete Kinder zu schützen und mögliche Straftaten den zuständigen Stellen bekannt zu machen. Die Meldeplattform ist Teil der Kampagne „Gegen das Wegsehen" und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, Abteilung Internationale Tourismusbeziehungen und dem Bundeskanzleramt, Abteilung Familie und Jugend unterstützt.

Viele Menschen zögern, weil sie Angst haben, sich zu irren oder eine andere Person zu Unrecht zu verdächtigen. Die internationale Erfahrung hingegen zeigt, dass gerade Hinweise von Reisenden, Tourist*innen und Beschäftigten im Tourismus eine wichtige Rolle beim Schutz von Kindern im Tourismus spielen können. ECPAT International bezeichnet das Melden als einen wesentlichen Schritt, damit Fälle überhaupt aufgegriffen und verfolgt werden können.

Eine Reise ins Ausland bedeutet keinen rechtsfreien Raum

ECPAT Österreich weist darauf hin, dass sexuelle Ausbeutung von Kindern grundsätzlich weltweit unter Strafe steht, auch wenn sich die konkreten gesetzlichen Regelungen und die Strafverfolgung von Land zu Land unterscheiden. Täter*innen können nicht davon ausgehen, dass eine Straftat folgenlos bleibt, nur weil sie außerhalb ihres Heimatlandes begangen wurde. Die internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden ist ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern.

Kinderschutz ist eine gesellschaftliche Verantwortung

„Kinder können sich nicht selbst vor Erwachsenen schützen, die ihre Abhängigkeit oder ihre Verletzlichkeit ausnutzen. Deshalb müssen wir als Gesellschaft hinschauen. Nicht wegsehen heißt nicht, jemanden vorschnell zu beschuldigen. Es heißt, Verantwortung zu übernehmen und eine Beobachtung dort zu melden, wo sie professionell geprüft werden kann“, so Kerstin Dohnal.

Auch die Tourismuswirtschaft kann einen wichtigen Beitrag leisten. ECPAT International arbeitet mit Unternehmen aus der gesamten Tourismusbranche daran, Kinderschutz in betriebliche Prozesse zu integrieren – von Hotels und Reiseveranstaltern bis zu Transport- und Buchungsplattformen.

Über ECPAT Österreich

ECPAT Österreich setzt sich für den Schutz der Rechte von Kindern vor sexueller Ausbeutung ein und engagiert sich unter anderem in den Bereichen Bewusstseinsbildung, Schulung, Forschung, Beratung und Kinderschutz im Tourismus. ECPAT arbeitet dabei im internationalen ECPAT-Netzwerk mit Partnerorganisationen und Akteur*innen aus Politik, Strafverfolgung, Zivilgesellschaft und Tourismus zusammen.

www.nicht-wegsehen.at

www.ecpat.at

Rückfragen & Kontakt

ECPAT Österreich
Mag.a Anita Pinter
Telefon: +43 650 655 6660
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.ecpat.at

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