- 21.10.2026, 09:00:36
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Unternehmertum muss nicht bei null beginnen
Kriz-Zwittkovits: „Unternehmensnachfolge verbindet Erfahrung und gewachsene Stärke mit der neuen Unternehmergeneration“ – Ein Viertel der Betriebsübergaben erfolgt in Wien.
2.005 Wiener Unternehmen wurden 2025 an Nachfolgerinnen und Nachfolger übergeben. Damit entfiel, wie bereits im Vorjahr, rund ein Viertel aller Betriebsübergaben in Österreich auf Wien. Bis zum Jahr 2035 kommen in Wien rund 11.600 Arbeitgeberbetriebe für eine Übernahme in Frage. Mit diesen Betrieben sind rund 172.400 selbstständige und unselbstständige Beschäftigte verbunden. Im Gesundheits- und Sozialwesen kommt rund jedes dritte Arbeitgeberunternehmen für eine Übergabe infrage (34,8 Prozent), ebenso bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (33,6 Prozent). Das geht aus einer Studie der KMU Forschung Austria hervor.
„Eine Unternehmensnachfolge verbindet Erfahrung und gewachsene Stärken eines bestehenden Betriebs mit den Ideen der nächsten Unternehmergeneration. Wer übernimmt, kann auf Bewährtem aufbauen und Neues möglich machen. Das eröffnet Perspektiven für die Beschäftigten und gibt dem Wirtschaftsstandort Wien neue Impulse“, sagt WK Wien-Präsidentin Margarete Kriz-Zwittkovits.
Ein etablierter Kundenstock, eingespielte Abläufe und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden eine wertvolle Grundlage für den unternehmerischen Einstieg. Darauf können Nachfolgerinnen und Nachfolger aufbauen, neue Geschäftsfelder erschließen und den Betrieb weiterentwickeln. Dass Übernahmen auch Investitionen anstoßen, zeigen die österreichweiten Studienergebnisse: Mehr als die Hälfte der Nachfolgenden erhöht nach der Übernahme die Investitionen. Zudem sichert jede erfolgreiche Unternehmensnachfolge österreichweit durchschnittlich 14 Arbeitsplätze und steht für rund 1,1 Millionen Euro direkte Wertschöpfung pro Jahr.
Damit dieses Potenzial bestmöglich genutzt werden kann, braucht es Rahmenbedingungen, die Übergaben erleichtern und finanziellen Spielraum für Investitionen schaffen. Das ist auch für familienexterne Nachfolgen wichtig. Sie machen österreichweit bereits 55 Prozent der Übergaben aus.
Forderungen der Wirtschaftskammer
- Steigerung des Freibetrages für Veräußerungsgewinne von 7.300 auf 45.000 Euro (wie im Regierungsprogramm vorgesehen) sowie einen Sondersteuersatz von 20 Prozent und die Möglichkeit, steuerliche Begünstigungen zu kombinieren.
- Um Investitionen zu erleichtern, braucht es einen steuerlichen Beteiligungsfreibetrag für privates Kapital von bis zu 100.000 Euro über fünf Jahre. Auch Investitionsanreize sollen verbessert werden.
- Für die Gründung im Zuge der Betriebsübernahme kann ein österreichweit einheitlicher One-Stop-Shop Meldungen und Verfahren bündeln. Die geplante Verlängerung der so genannten Grace Period von drei auf fünf Jahre ist ein erster wichtiger Erfolg, der auch auf familienexterne Nachfolgen ausgeweitet werden soll.
„Wir wollen mehr Menschen dafür begeistern, einen Betrieb zu übernehmen und mit eigenen Ideen weiterzuführen. Unternehmertum beginnt nicht nur mit einer Neugründung. Auch die Weiterentwicklung eines bestehenden Betriebes ist eine eigenständige unternehmerische Leistung. Mit guter Vorbereitung, gezielter Beratung und passenden steuerlichen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen wir eine gute Basis dafür“, betont Kriz-Zwittkovits.
Nachfolgebörse bringt Betriebe und Interessierte zusammen
Eine erfolgreiche Betriebsübergabe beginnt mit guter Vorbereitung. Je nach Branche und Unternehmensform sind unterschiedliche rechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Fragen zu klären. Dabei unterstützt die Nachfolgeberatung der Wirtschaftskammer. Die kostenlose Nachfolgebörse wiederum bringt übergabebereite Betriebe und potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger zusammen.
Weitere Informationen: https://firmen.wko.at/suche_nachfolgeboerse/
Veranstaltungen und Beratungen
- Am 11. November 2026 findet von 14 bis 15.30 Uhr ein kostenloses Webseminar zu Betriebsübergabe statt.
- Die nächsten Übergabe-Sprechtage sind am 9. November und 14. Dezember 2026 bzw. am 11. Jänner 2027.
Weitere Informationen: https://www.wko.at/pages/nachfolgetag/startseite
Rückfragen & Kontakt
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Presse - Newsroom
Mag. Marion Ziegelwanger
Telefon: 01/514 50-1335
E-Mail: [email protected]
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