• 21.10.2026, 08:03:28
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Die Betriebsräte an österreichischen Universitäten protestieren gegen die unverhältnismäßigen Budgeteinsparungspläne der Bundesregierung

Es steht die Ausbildungsqualität an den Unis auf dem Spiel

Österreich (OTS) - 

Angesichts steigender Personal-, Infrastruktur- und Betriebskosten bedeutet die nominelle Fortschreibung des Budgets eine reale Kürzung. Es fehlen über 2 Milliarden Euro alleine für die Beibehaltung des Status Quo. Bleibt es bei der Ankündigung der Bundesregierung, so gefährdet der diesfalls unausweichliche Personalabbau die Substanz der Universitäten.

Für die Studierenden bedeutet dies: Weniger Lehrveranstaltungen, schlechtere Betreuungsverhältnisse und ein weiterer Verlust an wissenschaftlicher und künstlerischer Substanz.

Wissenschaftliche Karrieren brauchen Kontinuität, verlässliche Rahmenbedingungen und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten. Ein Universitätssystem, das Nachwuchs ausbildet, ihm anschließend aber keine Perspektiven bietet, um in Österreich für Österreich zu forschen und zu lehren, gefährdet seine eigene Zukunft. Dasselbe gilt für die künstlerischen Berufe.

Die internationale Reputation Österreichs als Musik- und Kulturland beruht nicht allein auf dem historischen Erbe, sondern auf der hochqualifizierten Ausbildung und der kontinuierlichen künstlerischen Arbeit, die hier stattfinden. Kunst hat dabei einen eigenständigen kulturellen, gesellschaftlichen und demokratischen Wert, der sich nicht auf wirtschaftliche Verwertung oder Tourismus reduzieren lässt.

Die Finanzierung der Kunstuniversitäten muss daher deren besonderen Strukturen Rechnung tragen, ohne dass Wissenschafts-, Medizin- und Kunstuniversitäten gegeneinander ausgespielt werden.

Erkenntnisse und künstlerische Positionen müssen auch dann erarbeitet, vermittelt und diskutiert werden können, wenn sie wirtschaftlichen Interessen, Mehrheitsmeinungen oder politischen Erwartungen widersprechen. Eine dauerhaft unzureichende Finanzierung gefährdet diese Voraussetzungen.

Öffentliche Universitäten müssen Orte bleiben, an denen Bildung, wissenschaftliche und künstlerische Qualifikation und gesellschaftliche Teilhabe nicht von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Elternhauses abhängen.

Wer an den Universitäten spart, spart nicht nur an Forschung, Lehre und künstlerischer Entwicklung. Er schwächt auch die Voraussetzungen, unter denen eine demokratische Gesellschaft Wissen hervorbringt, kritisch überprüft und weitergibt.

Die Frage, wie viel Geld Österreich seinen Universitäten zur Verfügung stellt, betrifft nicht allein die Menschen, die dort studieren oder arbeiten. Sie betrifft die medizinische Versorgung, unsere Umwelt, die Bildung unserer Kinder, die Entwicklung unserer Wirtschaft und die Zukunft unseres kulturellen Lebens.

Die Betriebsrätevorsitzendenkonferenz fordert die Bundesregierung daher auf, die öffentlichen Universitäten so zu finanzieren, dass sie ihre Aufgaben in Forschung, Lehre sowie Entwicklung und Erschließung der Künste weiterhin erfüllen können, ohne dafür Beschäftigung, Ausbildungsqualität und über Jahrzehnte aufgebaute Kompetenzen aufs Spiel setzen zu müssen.

Gerhard Wohlfahrt, Vorsitzender
Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal
Universität Graz
Vorsitzender der Betriebsrätevorsitzendenkonferenz (BRVK)

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Gerhard Wohlfahrt, Vorsitzender
Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal
Universität Graz
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