- 21.10.2026, 08:02:52
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Damit niemand zurückbleibt: Erwachsenenbildung braucht sicheren Rahmen!
Gemeinnützige Erwachsenenbildung begrüßt heutigen Start von Strategieprozesses für lebensbegleitendes Lernen
Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) begrüßt das geplante und heute präsentierte Vorhaben der Bundesregierung, einen neuen strategischen Prozess im Bereich des lebensbegleitenden Lernens auf den Weg zu bringen. Angesichts tiefgreifender Veränderungen durch Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, demografischen Wandel und die ökologische Transformation ist Erwachsenenbildung heute wichtiger denn je.
Gleichzeitig zeigen aktuelle Zahlen den Handlungsbedarf deutlich auf: Rund 1,7 Millionen Erwachsene in Österreich verfügen über erhebliche Defizite in zumindest einer Grundkompetenz wie Lesen, Schreiben, Alltagsmathematik oder Problemlösen. Zudem hängt die Teilnahme an Weiterbildung noch immer stark von Bildungsabschluss, Einkommen und sozialer Herkunft ab. Kurz gesagt: Jene Menschen, die Bildung am dringendsten benötigen, nehmen oft am seltensten daran teil.
Für die KEBÖ ist lebensbegleitendes Lernen daher weit mehr als ein Instrument zur Fachkräftesicherung. Es stärkt die Fähigkeit von Menschen, gesellschaftliche Veränderungen zu verstehen und mitzugestalten, fördert soziale Teilhabe und trägt zu Demokratie, Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit bei.
„Die Entscheidung, das lebensbegleitende Lernen wieder stärker auf die politische Agenda zu setzen, ist ein wichtiges Signal. Bildung endet nicht mit dem Schul- oder Ausbildungsabschluss. Gerade in Zeiten großer Umbrüche brauchen Menschen die Möglichkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, neue Kompetenzen zu erwerben und aktiv an Gesellschaft und Arbeitswelt teilzuhaben“, betont John Evers, Vorsitzender der KEBÖ.
Gemeinnützige Erwachsenenbildung sichert 2,5 Millionen Teilnahmen pro Jahr
Die KEBÖ verweist darauf, dass Österreich bereits über eine starke und flächendeckende Infrastruktur der Erwachsenenbildung verfügt. Die Mitgliedsorganisationen erreichen jährlich rund 2,5 Millionen Teilnahmen und bieten ihre Angebote an rund 10.000 Lern- und Begegnungsorten in ganz Österreich an. Volkshochschulen, Berufsförderungsinstitute, Wirtschaftsförderungsinstitute, Bildungswerke und Bildungshäuser wie Bibliotheken und weitere gemeinnützige Bildungseinrichtungen ermöglichen Lernen in allen Regionen des Landes und für Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen.
„Österreich kann auf ein bewährtes und leistungsfähiges System der gemeinnützigen Erwachsenenbildung aufbauen. Entscheidend wird nun sein, die Erfahrungen der Praxis einzubeziehen und gemeinsam tragfähige Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen. Aktuell ist die Erwachsenenbildung strukturell unterfinanziert und an vielen Stellen gefährdet. Eine erfolgreiche Strategie braucht klare Ziele, breite Beteiligung und eine langfristige Perspektive für diesen Bildungsbereich“, so Evers.
Die KEBÖ erklärt ihre Bereitschaft, den weiteren Prozess konstruktiv zu begleiten und ihre Kompetenz in den Bereichen Grundbildung, berufliche Weiterbildung, Demokratiebildung, Digitalisierung, kulturelle Bildung und gesellschaftliche Teilhabe einzubringen. Aus Sicht der gemeinnützigen Erwachsenenbildung braucht die neue Strategie insbesondere messbare Ziele zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung bildungsbenachteiligter Gruppen, eine dauerhafte Absicherung erfolgreicher Angebote der Grund- und Basisbildung sowie verlässliche Rahmenbedingungen für gemeinnützige Weiterbildungseinrichtungen in allen Regionen Österreichs.
„Die neue Strategie wird nicht daran zu messen sein, wie viele Maßnahmen beschlossen werden. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, mehr Menschen zu erreichen, Bildungsbarrieren abzubauen und echte Chancen auf Weiterbildung für alle zu schaffen. Wenn wir sozialen Zusammenhalt und eine lebendige Demokratie sichern wollen, müssen wir das Lernen über die gesamte Lebensspanne hinweg stärken. Diese Aufgabe betrifft nicht einzelne Bildungsbereiche, sondern die Zukunft unseres Landes insgesamt“, sagt Evers abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Vorsitzender der KEBÖ
Dr. John Evers
Telefon: 0699 18917529
E-Mail: [email protected]
Website: https://keboe.at/
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