• 20.10.2026, 14:12:02
  • /
  • OTS0154

AK Stilling: Kapitalgedeckte Pensionen halten nicht, was sie versprechen

Österreich braucht keine riskanten Experimente, sondern ein starkes öffentliches Pensionssystem

Wien (OTS) - 

Die Arbeiterkammer warnt vor einer stärkeren Verlagerung der Altersvorsorge auf die Finanzmärkte und lehnt Forderungen nach einem höheren Pensionsalter ab. Die Erfahrungen aus Deutschland und Schweden zeigen: Kapitalgedeckte Modelle garantieren weder höhere noch sicherere Pensionen. Stattdessen werden Pensionsbeiträge den Risiken der Finanzmärkte ausgesetzt – mit möglichen Folgen für die Altersvorsorge.

„Pensionsbeiträge sind keine Spekulationsmasse! Wer die Altersvorsorge stärker den Finanzmärkten überlässt, macht die Pensionen von Börsenentwicklungen und riskanten Veranlagungen abhängig. Gehen die Kurse nach unten, geraten auch die Pensionen unter Druck. Deutschland und Schweden zeigen, dass kapitalgedeckte Modelle keine besseren Pensionen garantieren. Österreich braucht keine riskanten Experimente mit der Altersvorsorge, sondern ein starkes öffentliches Pensionssystem“, betont Ines Stilling, AK Bereichsleiterin Soziales.

Deutschland: Private Vorsorge gleicht Pensionskürzungen nicht aus
Die staatlich geförderte Riester-Rente sollte in Deutschland Kürzungen bei den gesetzlichen Pensionen abfedern. Trotz jahrzehntelanger Förderung blieb dieses Versprechen unerfüllt. Viele Versicherte erhielten geringere Leistungen als erwartet. Hohe Kosten und komplexe Produkte schmälerten zusätzlich die Erträge. „Wer mehr private Vorsorge fordert, wälzt Risiken auf die Versicherten ab, ohne die Pensionen entsprechend abzusichern“, so Stilling.

Schweden: Börsenverluste schaden Altersvorsorge
Auch Schweden ist kein gutes Vorbild. „Die Finanzkrise 2008 und die Marktturbulenzen 2022 machten deutlich, wie stark kapitalgedeckte Pensionselemente von den Börsen abhängen. Staatliche Pufferfonds und individuelle Pensionskonten verzeichneten hohe Verluste. Hinzu kamen Betrugsfälle, wie jener rund um die schwedische Fondsgesellschaft Allra, die den Sparern massiven finanziellen Schaden zufügte. Diese Verluste mussten von den Steuerzahler:innen ausgeglichen werden“, erklärt Stilling.

Gesund in Pension statt länger arbeiten
Die eigentliche Herausforderung liegt aus Sicht der AK am Arbeitsmarkt. „Statt Menschen länger arbeiten zu lassen und Pensionsbeiträge verstärkt den Finanzmärkten auszusetzen, braucht es mehr alternsgerechte Arbeitsplätze und bessere Chancen für ältere Beschäftigte. Ziel muss sein, dass Menschen gesund bis zur Pension arbeiten können – und im Alter auf eine sichere Pension vertrauen können“, so Stilling.

Rückfragen & Kontakt

Chef:in vom Dienst

Arbeiterkammer Wien - Kommunikation
Telefon: + 43 1 501 65 12565
E-Mail: [email protected]
Website: http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel