• 20.10.2026, 13:02:32
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Grüne NÖ: Frauengesundheit ernst nehmen – Interdisziplinäre Zentren statt schwarz-blauer Ausreden!

Klubobfrau Helga Krismer fordert Pilotprojekte für Frauengesundheitszentren in NÖ sowie einen klaren Zukunftsplan für das Ardo-Werk in Groß-Enzersdorf.

St. Pölten (OTS) - 

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Niederösterreich sind Frauen. Dass deren gesundheitliche Anliegen im bestehenden System nach wie vor oft als ‚psychosomatisch‘ abgetan oder viel zu spät diagnostiziert werden, ist ein untragbarer Zustand“, stellt Helga Krismer, Klubobfrau der Grünen im niederösterreichischen Landtag, klar. Helga Krismer fordert die rasche Umsetzung von spezialisierten, interdisziplinären Frauengesundheitszentren in Niederösterreich sowie eine verbindliche Lösung für das vor dem Aus stehende Ardo-Werk im Marchfeld.

Frauengesundheit: Schluss mit Fehldiagnosen und Vertröstungen

Die Erfahrungen aus Helga Krismers jüngster Gesundheitstour durch Niederösterreich zeichnen ein deutliches Bild: Frauen berichten von jahrelangen Leidenswegen bis zur Diagnose von Krankheiten wie Endometriose oder massiven Problemen rund um die Menopause, die mangels Zeit und Expertise im Regelsystem häufig fehldiagnostiziert werden sowie den Mangel an FrauenärztInnen. „Der jüngst präsentierte Austrian Health Report belegt schwarz auf weiß, Ich trage die Anliegen der Frauengespräche in den Landtag und habe bereits im September einen Antrag für ein interdisziplinäres Zentrum für Frauengesundheit in einem Spital Niederösterreichs eingebracht. Der im Oktober präsentierte Austrian Health Report bestätigt, was Frauen tagtäglich erleben: Jede zweite Frau fühlt sich mit ihren Schmerzen nicht ernst genommen, und bei mehr als einem Drittel werden Beschwerden vorschnell als psychosomatisch abgestempelt“, so Helga Krismer. Zudem leiden Frauen durch die mangelnde Einbindung in klinische Studien bis zu 75 Prozent häufiger unter Nebenwirkungen von Medikamenten, und Diagnosen wie Diabetes mellitus werden bei ihnen im Schnitt viereinhalb Jahre später gestellt als bei Männern. „ Im Gesundheitszentrum müssen Gynäkologie, Innere Medizin, Rheumatologie und niedergelassene Ärztinnen Hand in Hand arbeiten, um die Ursache der Erkrankung zu diagnostizieren und ganzheitlich zu behandeln. Schwarz-Blau hat unseren Antrag im Ausschuss jedoch verwässert, die Verantwortung mittels eigenen Antrags auf den Bund abgewälzt und flüchtet sich in Floskeln. Niederösterreichs Frauen haben ein Recht auf einen Schwerpunkt Frauenmedizin und funktionierende Gewaltambulanzen, die im engen Austausch mit allen Einrichtungen und niedergelassenen ÄrztInnen stehen“, betont Helga Krismer.

Ardo-Werk Groß-Enzersdorf: Koordinierter Rettungsplan statt Vertröstungs-Videos

Scharfe Kritik übt Helga Krismer zudem am schwarz-blauen Krisenmanagement rund um das Ardo-Werk in Groß-Enzersdorf: „Fakt ist: Wir haben es mit einer abgewrackten Werksniederlassung zu tun, in die kein einziger Cent Steuergeld mehr versenkt werden darf. Aber das planlose Beschwichtigen und die Videobotschaften von Landesrat Stephan Pernkopf helfen weder den 500 betroffenen Bäuerinnen und Bauern noch den Beschäftigten. Ich sehe keine strukturierte Koordination zwischen Johanna Mikl-Leitner als Wirtschaftsreferentin und ihrem Stellvertreter Stephan Pernkopf, der für Landwirtschaft zuständig ist“.

Helga Krismer skizziert einen konkreten Drei-Punkte-Plan zur Rettung der Gemüseproduktion im Marchfeld:

  1. Zentrale Koordination einsetzen: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (Wirtschaft) und Landesrat Stephan Pernkopf (Landwirtschaft) müssen Koordinator einsetzen. Helga Krismer schlägt den ecoplus-Geschäftsführer, Helmut Miernicki, vor, der die Historie des Standorts genau kennt und über „Elefanten-Wissen“ verfügt.
  2. Neuer Standort: Für einen zukunftsfähigen Neubau bieten sich freie Flächen im Wirtschaftspark Marchegg (ecoplus) in 30-minütiger oder in Leopoldsdorf in 15-minütiger Entfernung (Agrana/Raiffeisen) an.
  3. starke Genossenschaft: Ähnlich dem Modell der Milchgenossenschaft NÖ (NÖM) muss die Erzeugergemeinschaft aufgestellt werden.
  4. Finanzierung/Beteiligung: Als starker Bankpartner muss die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien mit an Bord geholt werden.
  5. Neue Gesellschaft: Wie bei der NÖM AG ist eine Aktiengesellschaft zu überlegen, damit die ErzeugerInnen an Bord sind.

„Bis spätestens November müssen Nägel mit Köpfen gemacht und Maschinen am internationalen Markt gesichert werden, damit innerhalb von 12 bis 15 Monaten ein modernes Werk steht. Die ÖVP muss jetzt beweisen, ob sie tiefgekühlte Antworten herbeischaffen, statt warme Luft zu produzieren“, so Helga Krismer abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Pressesprecher
Michael Pinnow

Grüner Klub im NÖ Landtag
Telefon: +43676 944 72 69
E-Mail: [email protected]
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