- 20.10.2026, 11:58:32
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Abschied von einem der letzten, großen Tiroler Sakralkünstler
Der eng mit der Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt verbundene Professor Rudolf Millonig ist jüngst im 100. Lebensjahr verstorben.

„Er hinterlässt ein Lebenswerk, das weit über die Grenzen Tirols hinaus strahlt“, würdigt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, den bekannten Tiroler Bildhauer Professor Rudolf Millonig. Nach langer, religiös geprägter künstlerischer Schaffenszeit, ist Rudolf Millonig vergangenen Freitag im hohen Alter von 99 Jahren friedlich im Kreise seiner Familie entschlafen. Heiserer: „Mit seinen Werken hat er auf etwas andere Art über viele Jahre hinweg unsere Arbeit und damit vor allem Bildungsprojekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche weltweit unterstützt – dafür sind wir ihm über seinen Tod hinaus in Dankbarkeit verbunden.“
Ein Leben für die Sakralkunst
Für Rudolf Millonig war die Auseinandersetzung mit Religion und Glauben ein zentrales Thema in seinem künstlerischen Schaffen. Der aus einer Künstlerfamilie stammende Millonig (geboren am 23. März 1927 in Hall in Tirol) besuchte die Kunstgewerbeschule in Innsbruck und studierte anschließend zwei Semester an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Franz Santifaller. Seit 1950 lebte und arbeitete er als freischaffender Künstler in Innsbruck-Hötting.
Zu seinen Werken zählen vorwiegend sakrale Plastiken wie Statuen, Reliefs, Altäre oder Krippenfiguren. In früheren Zeiten hat Millonig eine Reihe großer Werke erschaffen. Wie den berühmten Silber-Sarcophag des Hl. Priminius in der Innsbrucker Jesuitenkirche (1954), den Franziskusbrunnen in Wattens (um 1955, zusammen mit seinem jüngeren Bruder Helmut Millonig, ebenfalls ein bekannter Bildhauer), den Kreuzweg in der Pfarrkirche Reutte (1970), den 3-m-Corpus in Lechaschau (1977), das Friedhofs-Zentralkreuz in Collenberg (1984), den Hochaltar und Seitenaltäre in der Neuen Höttinger Pfarrkirche (1989-1991), den Sakramentsaltar in Aldrans, den Hochaltar in Maria am Gestade (1992) oder den Hoch- und die Seitenaltäre der Wallfahrtskirche Maria Schmolln im Innviertel (1993). In weit mehr als 40 Kirchen im In- wie Ausland finden sich Werke des Sakralkünstlers.
„Ich wollte immer etwas Schöne machen, keine abstrakten und hässlichen Dinge", sagte Millonig einmal über sein Schaffen: „Den persönlichen Glauben im Werk zum Ausdruck bringen, in Schönheit und göttlicher Verbindung.“ Noch im hohen Alter, fast bis zuletzt, arbeitete Rudolf Millonig beinahe täglich in seinem Höttinger Atelier an neuen Holzplastiken, geschnitzten Skulpturengruppen der Heilige Familie sowie anderer Heiligen, Krippenfiguren und ganzen Holzreliefs mit Bibelszenen. Auch Bronzeskulpturen gehörten bis zuletzt zu seinen Vorlieben. „Ich kann’s halt nicht lassen“, erklärte der Künstler bei einem der letzten Besuche in seinem Atelier. Ein Ausstellungskatalog seiner noch kaufbaren Werke aus den letzten Jahren ist abrufbar unter: www.jugendeinewelt.at/millonig
Engagement für Jugend Eine Welt
Über Jahre stellte Rudolf Millonig einen Teil des Verkaufserlöses seiner Werke der Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt zur Verfügung. Damit unterstützte er Bildungsprojekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche weltweit, wie etwa jene in Bethlehem im Heiligen Land. „Eine ganz wichtige Hilfe für unsere Arbeit“, so Geschäftsführer Reinhard Heiserer. Mit Rudolf Millonig verliert Tirol wohl einen seiner letzten großen Sakralkünstler. Seine Werke bleiben in Kirchen, Kapellen und Sammlungen in vielen Museen erhalten – und sein soziales Engagement wirkt durch die von ihm unterstützten Projekte weiter.
Im Gedenken an den verstorbenen Künstler und langjährigen Förderer plant Jugend Eine Welt zum 100. Geburtstag von Professor Millonig im März 2027 eine letzte Ausstellung mit seinen Werken in Innsbruck zu organisieren.
Rückfragen & Kontakt
für Jugend Eine Welt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Johannes Wolf
Telefon: +43 06643080139
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.jugendeinewelt.at
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