- 20.10.2026, 11:30:34
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Wilhelm-Hradil-Hof: Meidlinger Gemeindebau nach langjährigem Bezirksvorsteher benannt
Hanel-Torsch und Zankl würdigen einen Politiker, der Meidling über Jahrzehnte mit sozialer Verantwortung und Tatkraft geprägt hat
Die städtische Wohnhausanlage in der Hohenbergstraße 34 in Meidling trägt seit heute den Namen Wilhelm-Hradil-Hof. Mit der Hofbenennung erinnert die Stadt Wien an den langjährigen Meidlinger Bezirksvorsteher Wilhelm Hradil, der sich über Jahrzehnte für seinen Bezirk und für soziale Gerechtigkeit einsetzte. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann seine kommunalpolitische Laufbahn in Meidling. Von 1959 bis 1976 stand er als Bezirksvorsteher an der Spitze des Bezirks und gestaltete dessen Entwicklung wesentlich mit. Eine besondere Verbindung besteht zur Wohnhausanlage selbst: Wilhelm Hradil lebte mehr als 50 Jahre und bis zu seinem Tod im Jahr 2002 in der Hohenbergstraße 34.
„Wilhelm Hradil hat sich sein Leben lang für die Menschen und für soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Schon als junger Mann trat er für Demokratie und Freiheit ein und engagierte sich im Widerstand gegen das austrofaschistische Regime. Später übernahm er über viele Jahre Verantwortung für seinen Heimatbezirk. Seine Arbeit war immer am Leben der Menschen orientiert – an gutem Wohnen, an öffentlichen Grünräumen und an einer lebenswerten Stadt“, erklärt Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch.
Vom Widerstand zum Bezirksvorsteher
Wilhelm Hradil wurde am 8. Februar 1914 als Sohn eines Straßenbahners in Wien geboren und begann eine Lehre als Schriftsetzer. Bereits als 16-Jähriger engagierte er sich in der Sozialistischen Arbeiterjugend. Nach den Februarkämpfen 1934 und dem Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei setzte er sein politisches Engagement in der illegalen Revolutionären Sozialistischen Jugend fort. 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, im Krieg verwundet und nach seiner Genesung in Gefangenschaft genommen. 1946 kehrte Hradil nach Wien zurück und begann seine kommunalpolitische Laufbahn in Meidling. 1950 wurde er Bezirksrat, 1959 Bezirksvorsteher. In seine bis 1976 dauernde Amtszeit fielen unter anderem die Renovierung des Theresienbads, zahlreiche Parkanlagen, die Schaffung moderner Wohnungen und der Bau wichtiger Brücken.
„Wilhelm Hradil war Meidling über viele Jahrzehnte eng verbunden. Als Bezirksvorsteher hat er mit großem Einsatz daran gearbeitet, den Bezirk lebenswerter zu machen – mit neuen Wohnungen, mehr Grün, wichtiger Infrastruktur und vielen Verbesserungen, die bis heute sichtbar sind. Dass nun ein Gemeindebau seinen Namen trägt, ist eine besonders schöne Form der Erinnerung an einen Mann, der Meidling nicht nur politisch geprägt hat, sondern diesem Bezirk auch persönlich tief verbunden war“, betont Bezirksvorsteher Wilfried Zankl.
Für seinen Einsatz für soziale Gerechtigkeit erhielt Hradil unter anderem das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Auch nach seiner Pensionierung engagierte er sich als Vorsitzender des Meidlinger Pensionistenverbands. Wilhelm Hradil starb am 15. November 2002 in Wien.
Gemeindebau aus der Zeit des Roten Wien
Die Wohnhausanlage in der Hohenbergstraße 34 wurde zwischen 1927 und 1930 errichtet und umfasst 37 Wohnungen. Die zwei- und dreigeschoßigen Bauten des Architekten Camillo Fritz Discher sind villenartig gestaltet und von terrassenartig angelegten Grünflächen geprägt. Von 1993 bis 1995 wurde die Anlage saniert. Dabei wurden unter anderem das Dach neu gedeckt, die Fassade instandgesetzt und die Wohnhausanlage an die Fernwärme angeschlossen.
„Der Wilhelm-Hradil-Hof steht für die lange Geschichte des Wiener Gemeindebaus und zugleich dafür, dass wir dieses wertvolle Erbe erhalten und weiterentwickeln. Die Anlage wurde umfassend saniert und bereits in den 1990er-Jahren an die Fernwärme angeschlossen. So bleiben Gemeindebauten, die vor beinahe hundert Jahren errichtet wurden, auch für kommende Generationen lebenswert und leistbar. Die Benennung nach Wilhelm Hradil verbindet diese Tradition mit der Geschichte Meidlings“, sagt Wiener Wohnen-Vizedirektor Daniel Milovic-Braun.
Rückfragen & Kontakt
Stefan Hayden
Mediensprecher Stadträtin für Wohnbau und Frauen Elke Hanel-Torsch
Tel.: 0676 8118 81265
E-Mail: [email protected]
Marianne Lackner
Unternehmenssprecherin
Stadt Wien - Wiener Wohnen
Telefon: 0664 8857 0965
E-Mail: [email protected]
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