- 20.10.2026, 11:22:32
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ORF-„Lange Nacht der Viennale“: Zweiteiliges „Viennale Spezial“ und TV-Premieren für drei österreichische Kinoproduktionen
Doku „Noch lange keine Lipizzaner“, Spielfilme „Gina“ und „The Witness“ – am 25. Oktober, ab 22.00 Uhr, ORF 2 und ORF ON
Am 22. Oktober 2026 startet in der Bundeshauptstadt die 64. Viennale. Dem österreichischen Festival, das bis 3. November 261 Filme in 330 Vorstellungen präsentiert – darunter sechs vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Produktionen – widmet der ORF auch heuer wieder eine „Lange Nacht der Viennale“. Diese bietet am Sonntag, dem 25. Oktober, ab 22.00 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON ein zweiteiliges „Viennale Spezial“ (22.00 und 23.35 Uhr) sowie die ORF-Premieren von drei, ebenfalls ORF-kofinanzierten Kinofilmen – der Doku „Noch lange keine Lipizzaner“ (22.05 Uhr) sowie den Spielfilmen „Gina“ (23.50 Uhr) und „The Witness“ (1.20 Uhr). Außerdem steht am 1. November mit „Perla“ (22.55 Uhr) ein weiterer Kinospielfilm mit ORF-Beteiligung als ORF-2-Premiere auf dem Programm.
„Viennale Spezial“ (22.00 Uhr und 23.35 Uhr)
Das zweigeteilte „Viennale Spezial“ mit ORF-Filmexperte Christian Konrad wirft einen Blick auf die spannendsten Filme des heurigen Festivalprogramms sowie auf die bewährten Retrospektiven des Österreichischen Filmmuseums und des Filmarchivs Austria. Zu den diesjährigen Viennale-Höhepunkten zählt u. a. das im Februar bei der Berlinale preisgekrönte Drama „Queen at See“ mit Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche in der Hauptrolle. Die Sendung bittet außerdem Stargäste zu Wort, etwa die französische Schauspielikone Isabelle Huppert, die zur Viennale-Premiere der ORF-kofinanzierten, österreichisch-deutschen Koproduktion „Die Blutgräfin“ von Ulrike Ottinger nach Wien kommt, oder die deutsche Charakterschauspielerin Nina Hoss, die ihren jüngsten Film – das dystopische Drama „Die andere Seite“ – vorstellt. Auf die schon traditionellen Festivaltipps von Viennale-Direktorin Eva Sangiorgi darf man ebenso gespannt sein wie auf die heurigen Retrospektiven. Jene des Filmarchiv Austria widmet sich dem österreichischen Kino der 1990er Jahre: einem Jahrzehnt, das mit Produktionen wie „Ternitz Tennessee“ oder „Tempo“ zahlreiche Kultfilme hervorgebracht hat. Das Österreichische Filmmuseum wiederum stellt in einer Retrospektive umfangreich das Schaffen des 1983 verstorbenen US-amerikanischen Regiemeisters Robert Aldrich in den Mittelpunkt. Dieser hat mit Filmen wie „What ever happened to Baby Jane?“ und „The Dirty Dozen“ Welterfolge gefeiert und mit Meisterwerken wie „Kiss me Deadly“ oder dem Spätwestern „Ulzana’s Raid“ Generationen von Filmschaffenden beeinflusst.
„Noch lange keine Lipizzaner“ (22.05 Uhr)
Den Auftakt zur ORF- „Langen Nacht der Viennale“ 2026 macht die preisgekrönte Produktion „Noch lange keine Lipizzaner“ von Olga Kosanović, in der die Regisseurin ausgehend von ihrem eigenen gescheiterten Einbürgerungsfall die Frage nach Identität und dem Wir-Gedanken stellt. Die in Wien geborene und aufgewachsene Tocher serbischer Eltern wirft in ihrer Arbeit einen humorvollen und zugleich kritischen Blick auf die Absurditäten der österreichischen Bürokratie sowie die harte Praxis der Staatsbürgerschaftsvergabe. Denn: Einbürgerung ist in Österreich oft ein steiniger Weg, wie auch die Filmemacherin selbst miterleben durfte. Aus einem bürokratischen Verfahren wurde ein medialer Fall und daraus der Ausgangspunkt für diesen ganz persönlichen, 2024 entstandenen Film. Der Titel „Noch lange keine Lipizzaner“ geht auf einen Kommentar in einer österreichischen Tageszeitung zurück, der die Causa der Filmemacherin mit der Aussage kommentierte: „Wenn eine Katze in der Hofreitschule Junge wirft, sind das noch lange keine Lipizzaner“. Eine polemische Zuspitzung, die eine grundsätzliche Frage aufwirft: Wer gehört in Österreich dazu und wer entscheidet darüber? Olga Kosanović nimmt in ihrer Doku ihren eigenen Einbürgerungsfall zum Anlass, genauer hinzusehen.
„Gina“ (23.50 Uhr)
Ein weibliches Drei-Generationen-Porträt aus der Sicht eines Kindes, das sich nicht damit abfinden will, dass das Schicksal einzig davon abhängt, wo man hineingeboren wird, zeichnet Regisseurin und Drehbuchautorin Ulrike Kofler in ihrem international mehrfach ausgezeichneten Drama „Gina“. Das gleichnamige neunjährige Mädchen, gespielt von Emma Lotta Simmer, wünscht sich nichts sehnsüchtiger als eine „richtige“ Familie, doch ihre viel zu junge, alleinerziehende und alkoholkranke Mutter Gitte (Marie-Luise Stockinger) ist überfordert und erwartet das vierte Kind. Gina und ihre beiden jüngeren Brüder Leon und Niko (Lion und Nino Tatzber) sind unterdessen weitestgehend auf sich allein gestellt, was das Mädchen in die Erwachsenenrolle drängt. Gina lässt sich nicht unterkriegen und kämpft um Geborgenheit, Liebe und ihr Recht auf eine bessere Zukunft. In weiteren Rollen standen u. a. Gerti Drassl und Ursula Strauss vor der Kamera dieser 2022 gedrehten Kinoproduktion.
„The Witness“ (1.20 Uhr)
Mit einer schwierigen Entscheidung ist Maryam Boubani als „The Witness“ (1.35 Uhr) konfrontiert: In dem ebenfalls international mehrfach preisgekrönten Drama des iranischen Regisseurs Nader Saeivar wird sie in der Rolle der pensionierten Tanzlehrerin und Frauenrechtsaktivistin Tarlan Zeugin eines Mordes, der durch ein prominentes Regierungsmitglied begangen wird. Doch wie soll sie mit diesem Wissen umgehen? Als die Polizei sich weigert, den Fall zu untersuchen, beschließt Tarlan, an die Öffentlichkeit zu gehen, und bringt damit ihre eigene Familie und sich selbst in große Gefahr. In weiteren Rollen sind u. a. Nader Naderpour, Abbas Imani und Ghazal Shojaei zu sehen. Filmemacher Nader Saeivar zeichnet neben der Regie auch gemeinsam mit „Goldene Palme“-Gewinner Jafar Panahi für das Drehbuch verantwortlich.
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