- 20.10.2026, 10:33:02
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Einsatz für „Polli“: ASFINAG-Maskottchen erklärt bei S 6-Baustelle das Reißverschluss-System
Pilotversuche gegen unnötigen Stau mit neuen Hinweistafeln auf der Semmering Schnellstraße
Wer kennt die Situation nicht? Die Straße verengt sich von zwei auf einen Fahrstreifen, die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer versuchen so schnell wie möglich auf die weiterführende Spur zu wechseln, obwohl es noch einige hundert Meter bis zur tatsächlichen Einengung nach vorne ginge. Auf der durchgehenden Spur kleben die Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange, zum Einordnen gibt es dann zu wenig Platz, der Verkehr kommt zum Stillstand.
Dass das so genannte Reißverschluss-System nicht wirklich gut funktioniert, weil sich die wenigsten an ganz einfache Regeln halten, ist aber beileibe kein österreichisches Phänomen. Auch in anderen Ländern klagt man über dieses Problem, wie Vanessa Hódosi von der ASFINAG-Baustellenkoordination weiß. Grund genug, eine Lösung oder zumindest eine Verbesserung zu suchen, die dann auch österreichweit auf den Autobahnen ausgerollt werden soll.
Testläufe mit drei Info-Varianten
Drei Varianten werden nun untersucht, durch die das Reißverschluss-System besser klappen soll. Alle drei Testläufe mit unterschiedlichen Info-Varianten finden bei der Baustelle auf der S 6 Semmering Schnellstraße zwischen Neunkirchen und Gloggnitz statt. Zwei der Tests (Zusatztafeln sowie mobile elektronische Anzeigen) sind bereits abgeschlossen. Für die dritte Variante ist seit dem 19. Oktober das beliebte ASFINAG-Maskottchen „Polli“ im Einsatz. Mit den Aussagen wie „Bleib entspannt, fahr noch weiter!“ oder „Ein Fahrzeug einordnen lassen!“ gibt Polli freundliche, aber auch sehr direkte Anweisungen, wie sich Autofahrerinnen und Autofahrer verhalten sollen. Das Ziel ist klar: weniger Ärger, weniger Stau, flüssiger Verkehr auch bei Fahrstreifenreduktionen.
Die Polli-Tafeln sind zwei Wochen lang im Einsatz. Über eine spezielle Messstelle wird in dieser Zeit der Verkehr genau beobachtet und gemessen, ob es zu Staus kommt, wie sich der Verkehr beim Einfädeln verhält und ob Pollis klare Hinweise erfolgreich sind. Im Frühjahr folgt ein zweiter Testlauf in der Steiermark, um weitere aussagekräftige Daten zu erhalten. Die erfolgreichste der Varianten soll zur ständigen Einrichtung werden. Dann wäre Österreich dem restlichen Europa auch bei diesem Verkehrssicherheitsthema wieder einmal eine Nasenlänge voran.
So macht man alles richtig
Erst ganz vorne einfädeln. Keinesfalls bereits hunderte Meter vor der Einengung die Spur wechseln
Unmittelbar vor der Einengung blinken und einordnen
Auf der weiterführenden Spur rechtzeitig mehr Platz zum vorderen Fahrzeug lassen, um einem Fahrzeug zu ermöglichen, sich einzuordnen.
Im Idealfall wechseln sich somit abwechselnd jeweils ein Fahrzeug von der endenden Spur und eines von der durchgehenden Spur ab
Nur zur Erinnerung: Das Reißverschluss-System ist in Österreich Pflicht, also gesetzlich vorgeschrieben (Straßenverkehrsordnung § 11 Absatz 5)
Fotos honorarfrei (Copyright ASFINAG)
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Walter Mocnik
Pressesprecher Steiermark und Kärnten
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