• 20.10.2026, 09:38:02
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57 Prozent Gemüse, 176 Prozent Tierische Produkte: Tierschutz Austria/Wiener Tierschutzverein fordert Kurswechsel in der Landwirtschaft

Vösendorf/Wien (OTS) - 

Während Österreich mehr Fleisch und Milch produziert, als im Inland benötigt wird, kann nicht einmal der eigene Gemüsebedarf gedeckt werden. Der Wiener Tierschutzverein/Tierschutz Austria appelliert an Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, die heimische Produktion pflanzlicher Lebensmittel nach Vorbild Dänemarks gezielt zu stärken.

„Wir produzieren mehr Fleisch, als wir selbst benötigen, aber viel zu wenig Gemüse. Dabei wäre eine stärkere pflanzliche Lebensmittelproduktion ein Gewinn für die Versorgungssicherheit, das Klima, die Umwelt und die Tiere. Hier braucht es dringend ein Umdenken!“, so Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins/Tierschutz Austria.

Laut Statistik Austria liegt der Selbstversorgungsgrad bei Gemüse bei lediglich 57 Prozent, bei Fleisch hingegen bei 107 Prozent und bei Konsummilch sogar bei 176 Prozent. Dabei ist der Fleischkonsum langfristig rückläufig, während tierische Lebensmittel in der Herstellung durchschnittlich deutlich mehr Fläche und Ressourcen benötigen als pflanzliche.

Heimischer Gemüseanbau braucht Zukunft

Aktuelle Entwicklungen verschärfen die Situation: Der Tiefkühlproduzent Ardo will sein Werk in Groß-Enzersdorf 2027 schließen. Gleichzeitig steht in der Steiermark ein geplantes, mit Geothermie betriebenes Gemüseprojekt im Umfang von 92 Millionen Euro auf der Kippe. Damit geraten wichtige Strukturen der heimischen Gemüseproduktion unter Druck.

Dänemark zeigt mit seinem nationalen Aktionsplan für pflanzliche Lebensmittel, wie deren Produktion und Vermarktung gezielt gefördert werden können. Auch Österreich braucht eine solche Strategie mit konkreten Zielen und Maßnahmen, die insbesondere pflanzliche Lebensmittel für die menschliche Ernährung stärkt.

Der Wiener Tierschutzverein/Tierschutz Austria fordert Minister Totschnig daher auf, eine entsprechende Strategie voranzutreiben und bestehende Vorgaben zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung konsequent umzusetzen. So sollen verlässliche Absatzmärkte für heimisches Bio-Gemüse und andere pflanzliche Lebensmittel geschaffen werden.

„Heimischer Gemüseanbau darf nicht zum Auslaufmodell werden. Wer von Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Regionalität spricht, muss auch dafür sorgen, dass Österreich mehr von dem produziert, was wir tatsächlich brauchen“, so Petrovic abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Tierschutz Austria
Leona Fux, M.Sc.
Telefon: +43 699 16604061
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.tierschutz-austria.at/

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