• 20.10.2026, 09:02:04
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Grüne Wien/Pühringer, Prack: „Trotz neuer Regeln für Kurzzeitvermietung droht der Verlust von bis zu hunderttausend Wiener Wohnungen“

Gesetzesentwurf lässt Möglichkeit zur Umwidmung in Beherbergungsstätten offen – Grüne kritisieren Initiativantrag von SPÖ & NEOS zur Kurzzeitvermietung als mutlos und lückenhaft.

Wien (OTS) - 

Scharfe Kritik üben die Grünen Wien am Initiativantrag von SPÖ und NEOS zur Bauordnung: „Die neuen Regeln sind so lückenhaft wie ein Nudelsieb. Das vorliegende Gesetz macht den dauerhaften Verlust von bis zu 100.000 Wiener Wohnungen möglich. 20 Prozent der betroffenen Wohnfläche können weiterhin in Beherbergungstätten umgewandelt werden. Was Ludwig und Co. hier vorlegen, ist mutlos und kurzsichtig und wird Wien viel leistbaren Wohnraum kosten“, kritisieren die Parteivorsitzende der Wiener Grünen, Judith Pühringer, und Klubobmann und Wohnbausprecher, Georg Prack.

Wohnraub im großen Stil droht weiterhin

Die Grünen warnen vor Vernichtung von leistbarem Wohnraum: „Die Umwandlung in Beherbergungsstätten führt dazu, dass leistbare Wohnungen in großer Zahl bedroht sind. Von den derzeit rund 352.000 privaten Mietwohnungen und 140.000 Eigentumswohnungen unterliegt die Mehrheit der Mietzinsregulierung des Mietrechtsgesetzes. Der Gesetzesvorschlag lässt für 20 Prozent dieser Wohnungen und rund 10 Prozent des gesamten Wiener Wohnungsbestandes die Möglichkeit zur Umwandlung in Beherbergungsstätten offen. Diese halbherzige Lösung ist ein folgenschweres Zugeständnis des Bürgermeisters an die Immobilienlobby und lässt weiterhin Wohnraub im großen Stil zu“, so Pühringer und Prack.

Verspätetes Kurzzeitvermietungsregister hat hohe Kosten verursacht

Die Einführung eines Kurzzeitvermietungsregisters kommt für die Grünen stark verspätet: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Stadtregierung die Einführung des Kurzzeitvermietungsregisters so lange verschleppt hat. Die zugrundeliegende EU-Verordnung ist seit dem 19. Mai 2024 bekannt. Ein Kurzzeitvermietungsregister hilft, illegale Angebote effizient zu bekämpfen. Die Stadtregierung muss sich vorwerfen lassen, hier viel zu zögerlich zu handeln und damit hohe Kosten und großen Arbeitsaufwand bei der Baupolizei versursacht zu haben“, kritisiert Prack.

Ludwig hat Verlust von leistbaren Wohnungen zu verantworten

„Seit einer Grünen Anfrage im März 2026 ist bekannt, dass ein Wohnraub im großen Stil im Gange ist. In den seither vergangenen Monaten sind viele weitere leistbare Wohnungen für immer verloren gegangen. Die Schuld liegt einzig und allein bei einer lahmen Stadtregierung, die die Zeichen der Zeit nicht erkennt“, so Pühringer. Auch die rückwirkende Gültigkeit des Gesetzes, die der Bürgermeister angekündigt hatte, kann nur als PR-Schmäh verstanden werden, da sich diese laut Gesetzesentwurf auf Geltung ab 10.10.2026 (!) reduziert. „Ludwig wird sich dafür verantworten müssen, dass er diesen Wohnraub zugelassen hat“, so Pühringer und Prack abschließend.

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