• 19.10.2026, 13:58:03
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KI bringt Landwirtschaft auf höheres Level: Forschung und Praxis arbeiten in Wieselburg an Lösungen für Höfe

LH-Stv. Pernkopf: Moderne Technologie muss den Bäuerinnen und Bauern konkrete Vorteile bringen

St. Pölten (OTS) - 

Bei einer heutigen Pressekonferenz zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft“ in der HBLFA Francisco Josephinum Wieselburg, informierten LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Heinrich Prankl, Leiter Forschung und Innovation am Francisco Josephinum sowie Geschäftsführer von Josephinum Research, über aktuelle Entwicklungen und neue Forschungsschwerpunkte. Im Mittelpunkt standen die Forschung zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz in der Landwirtschaft sowie die neue Stiftungsprofessur „Datenzentrierte KI in der Landwirtschaft“. Bei der Konferenz „AI meets Agriculture“ kamen Forschung, Unternehmen, Verwaltung und landwirtschaftliche Praxis zusammen, um neueste Entwicklungen in die Anwendung zu bringen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie KI vom Konzept auf das Feld und in die landwirtschaftlichen Betriebe kommt.

„Die Landwirtschaft war immer schon ein Pionier, wenn es darum geht, mit neuen Technologien Arbeit zu erleichtern und Erträge zu verbessern“, sagte Pernkopf, der auch betonte: „Heute geht es darum, Forschung und Entwicklung so einzusetzen, dass wir mehr produzieren können und gleichzeitig Betriebsmittel und Ressourcen schonen. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz eröffnen dafür neue Chancen, und Niederösterreich will bei diesem Innovationssprung vorne dabei sein und ihn nicht allein anderen Weltregionen überlasse, denn das ist auch eine Frage der Sicherheit. Entscheidend ist für mich aber: Die Technik muss den Bäuerinnen und Bauern dienen, sie muss eine Hilfe und keine zusätzliche Hürde sein. Genau deshalb stärken wir die Forschung in Wieselburg und investieren in konkrete Lösungen, die im täglichen Betrieb ankommen und damit auch die Versorgungssicherheit stärken“. Wieselburg sei ein idealer Standort, um diese Entwicklungen zusammenzuführen, weil hier Forschung, Ausbildung und praktische Erprobung unmittelbar miteinander verbunden sind, sprach der LH-Stellvertreter einen weiteren Aspekt an. „Wir wollen die besten Köpfe und die besten Ideen zusammenbringen und daraus Lösungen entwickeln, die auf den Höfen tatsächlich funktionieren. So stärken wir nicht nur den Forschungsstandort Niederösterreich, sondern leisten auch einen Beitrag dazu, dass unsere Landwirtschaft international wettbewerbsfähig bleibt. Wo, wenn nicht in Wieselburg, soll das Silicon Valley der modernen Landwirtschaft entstehen?“, so Pernkopf, der auch für die Wissenschaft in Niederösterreich zuständig ist.

Bundesminister Totschnig führte aus: „Heute stehen die Bäuerinnen und Bauern mit der Künstlichen Intelligenz vor einem großen Fortschritt und das in einer Zeit, wo die österreichische Landwirtschaft vor vielen Herausforderungen steht: Versorgungssicherheit, Klimawandel, steigende Anforderungen an Ressourceneffizienz und gleichzeitig der zunehmende Bedarf an Arbeitskräften verlangen nach neuen Lösungen. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung können dabei enorme Chancen bringen, Arbeitsabläufe erleichtern und helfen, Ressourcen gezielter einzusetzen. Diese neuen Möglichkeiten sollen allen landwirtschaftlichen Betrieben offenstehen. Wir wollen deshalb Forschung und Innovation nicht nur fördern, sondern auch dafür sorgen, dass neue Technologien unter realen Bedingungen getestet und für die Praxis nutzbar gemacht werden. Wir als Landwirtschaftsministerium schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Unternehmen, Forschungseinrichtungen und landwirtschaftliche Betriebe gemeinsam an diesen Lösungen arbeiten können. Unser Ziel ist eine moderne, wettbewerbsfähige und nachhaltige Landwirtschaft, in der Digitalisierung einen konkreten Mehrwert für die Betriebe bringt“.

Heinrich Prankl, Leiter Forschung und Innovation am Francisco Josephinum sowie Geschäftsführer von Josephinum Research, meinte: „Wir haben Möglichkeiten geschaffen, um Unternehmen dabei zu unterstützen, gute Produkte auf den Markt zu bringen. Dafür testen wir KI- und Robotiklösungen unter Praxisbedingungen und untersuchen unter anderem die Effizienz der Roboter. Die Landwirtschaft braucht geeignete Maschinen und Systeme, die auch leistbar sind. Unser Ziel ist es, aus Forschungsergebnissen praxistaugliche Anwendungen zu entwickeln, die eine effizientere, nachhaltigere und zukunftsfähige Landwirtschaft ermöglichen.“

Franz Sümecz von der TU-Wien sagte: KI ist eine Revolution, wir haben ganz exzellente Forschungseinrichtungen in Österreich. Entscheidend ist aber, die KI auch in die Anwendung zu bringen. Der niederschwellige Technologietransfer ist die große Herausforderung.“ Karl Kugler von der AI Factory Austria hob hervor: "Geopolitische Herausforderungen zerreißen die Lieferketten, und mittendrin steht die Landwirtschaft. Starke Grundlagenforschung kann genutzt werden, um nachhaltigen Nutzen zu schaffen und den Bäuerinnen und Bauern weiterzuhelfen.

Niederösterreich stellt für die neue Stiftungsprofessur „Datenzentrierte KI in der Landwirtschaft“ rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Professur wird an der FH Wiener Neustadt in Kooperation mit dem Francisco Josephinum in Wieselburg eingerichtet und umfasst neben der Professur auch wissenschaftliches Personal und neue Lehrinhalte. Auf die Ausschreibung hätten sich 15 hochkarätige Bewerberinnen und Bewerber gemeldet. Zu den zentralen Forschungsfeldern zählen die Wachstumsmodellierung, nachhaltiger Pflanzenschutz und Biodiversität sowie die Optimierung von Entscheidungs-Unterstützungssystemen.

Wie groß das praktische Potenzial von Digitalisierung und KI ist, zeigen bereits zahlreiche Anwendungen. Mit der WebApp TerraZo von Josephinum Research kann beispielsweise eine teilflächenspezifische Düngung unterstützt werden, ohne dass Landwirtinnen und Landwirte dafür teure zusätzliche Geräte oder Software anschaffen müssen. Kamerabasierte KI-Systeme können Kulturpflanzen und Unkräuter in Echtzeit unterscheiden und ermöglichen dadurch eine punktgenaue Unkrautbekämpfung mit Spritzmitteln oder Lasersystemen. Auch GPS- und Satellitennavigation, automatisierte Melk- und Fütterungssysteme sowie weitere digitale Entscheidungshilfen tragen bereits heute dazu bei, Betriebsmittel effizienter einzusetzen, Arbeitsabläufe zu erleichtern und Zeit zu sparen.

Die Konferenz „AI meets Agriculture“ zeigt anhand konkreter Projekte, wie KI-Anwendungen von der Forschung über Testumgebungen bis in die landwirtschaftliche Praxis gebracht werden können. Am Nachmittag stehen unter anderem Hackroboter, autonome Drohnen und Spot-Spraying-Lösungen im Mittelpunkt, die beim „Feld der Innovationen“ von Josephinum Research praktisch präsentiert werden.

Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf, Telefon +43 2742 9005-12704, Mobiltelefon +43 676 812 15283, E-Mail [email protected]

Rückfragen & Kontakt

Amt der NÖ Landesregierung, Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Ing. Johannes Seiter
Telefon: 02742/9005-12174
E-Mail: [email protected]

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