- 19.10.2026, 13:20:33
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KHM: Neue Sonderausstellung "Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom" ab morgen zu sehen
In Ephesos, einer der bedeutendsten Städte der antiken Welt, wurde 41 v. Chr. Kleopatras Schwester Arsinoë IV. ermordet. Doch in wessen Auftrag wurde sie getötet, und welche Rolle spielten dabei die politischen Umwälzungen dieser Zeit? Diesen Fragen geht die große kulturhistorische Herbstausstellung Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom nach.
Mehr als 100 Objekte erzählen von den Mächtigen dieser Epoche – der letzten Königin Ägyptens, ihrer Verbündeten und Liebhaber – Caesar und Marc Anton sowie ihrem Gegenspieler Augustus – und von den antiken Metropolen Rom, Alexandria und Ephesos als Zentren von Macht, Kunst, Wissen und politischer Intrige.
Ein geheimnisvoller Grabbau, ein königlicher Mord
Ausgangspunkt der Ausstellung ist das prunkvolle Ephesos, Schauplatz einer 2.000 Jahre alten Kriminalgeschichte und Fundort eines rätselhaften, monumentalen Grabbaus: des sogenannten Oktogons, von dem sich heute Teile im Kunsthistorischen Museum (Ephesos Museum) befinden.
Arsinoë wurde im Jahr 41. v. Chr. laut antiken Quellen im Auftrag ihrer Schwester und Konkurrentin Kleopatra VII. in Ephesos ermordet. Der Anschlag war weit mehr als ein persönlicher Konflikt zwischen Geschwistern. Er steht für den Kampf um die Herrschaft über Ägypten, eines der reichsten Länder der damaligen Welt, und um das Überleben der Ptolemäer – jener Dynastie, die von einem General Alexanders des Großen begründet worden war.
„Die antike Welt begegnet uns heute nur ausschnitthaft durch Funde und Überlieferungen. Wir versuchen, die Bildersprache vergangener Kulturen zu entschlüsseln, ihre bewussten und unbewussten Botschaften zu verstehen und den Gästen auf spannende und anschauliche Weise Einblicke in diese faszinierende Zeit zu vermitteln“, so Georg Plattner, Direktor der Antikensammlung des KHM und Sprecher des Teams der Kuratorinnen und Kuratoren.
Macht und Intrigen der Global Player
Im späten 1. Jahrhundert v. Chr. war der östliche Mittelmeerraum Schauplatz tiefgreifender politischer Umbrüche. Zwischen den bedeutendsten Metropolen der antiken Welt entfaltete sich die Geschichte eines Machtkampfes um die Vorherrschaft.
Kleopatra bestieg im Alter von achtzehn Jahren gemeinsam mit ihrem zehnjährigen Bruder Ptolemaios XIII. den Thron. Die kluge Strategin versuchte Ägypten vor der Eroberung durch das aufstrebende Imperium Romanum zu bewahren, indem sie Bündnisse mit den römischen Machthabern einging. Mit Unterstützung von Julius Caesar besiegte sie ihre Schwester und Konkurrentin Arsinoë im Alexandrinischen Krieg (48–47 v. Chr.). Mit Caesar, dem Vater ihres Sohnes, wollte sie eine eigene Dynastie gründen; nach dessen Ermordung im Jahr 44 v. Chr. verbündete sie sich mit Marc Anton.
Im Jahr 31 v. Chr. unterlagen Kleopatra und ihr neuer römischer Verbündeter und Geliebter ihrem Gegner Octavian in der Schlacht bei Actium. Beide begingen daraufhin Selbstmord. Das war das Ende der ptolemäischen Herrschaft über Ägypten und markierte den Übergang zur römischen Kaiserzeit unter Augustus – einem Wendepunkt der Weltgeschichte.
Die Ausstellung wirft einen neuen Blick auf diese bewegte Zeit und auf Fragen, die bis in die Gegenwart reichen: Wie entstehen politische Macht und kulturelle Identität? Wie werden Herrschaft und Geschichte durch Bilder geprägt? Und was geschieht, wenn unterschiedliche Kulturen, Religionen und Traditionen aufeinandertreffen?
Dabei rückt der Mittelmehrraum als ein bereits in der Antike hochgradig vernetzter Kulturraum in den Mittelpunkt. Die Ausstellung führt in die wichtigsten Städte der damaligen Machthabenden und blickt dabei auf die Inszenierung von Macht durch Kunst, Architektur, Religion und Literatur. Dabei wird deutlich, wie eng die Länder der antiken Welt miteinander verbunden waren und wie stark sich ihre Kulturen gegenseitig beeinflusst haben.
„Unser kulturelles Erbe kennt keine heutigen Grenzen. Schon in der Antike waren Menschen, Städte und Kulturen eng miteinander verbunden, haben Wissen, Ideen und künstlerische Traditionen ausgetauscht und sich gegenseitig geprägt. Gerade heute erinnern uns antike Kulturen daran, dass kulturelle Vielfalt und grenzüberschreitender Austausch keine Errungenschaft der Gegenwart sind, sondern seit jeher Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Dieses gemeinsame Erbe sichtbar zu machen und für kommende Generationen zu bewahren, ist eine der großen Aufgaben europäischer Museen“, so Jonathan Fine, Generaldirektor des KHM-Museumsverbandes.
Hochkarätige Leihgaben
Besucherinnen und Besucher erwartet eine große Vielfalt an Objekten: Zu sehen sind rund 100 Skulpturen, archäologische Funde, Mumienporträts, Handschriften und prunkvolle Kameen, die weltweit zu den bedeutendsten Kunstwerken dieser Gattung zählen. Sie stammen u. a. aus den hochkarätigen Sammlungen des Kunsthistorischen Museums sowie aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem British Museum in London, dem Cleveland Museum of Art in Ohio, dem Louvre in Paris und den Staatlichen Museen zu Berlin.
Die Ausstellung wurde von Georg Plattner, Direktor der Antikensammlung, Regina Hölzl, Direktorin der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung, Stephanie Stoss, Kuratorische Assistentin, Antikensammlung, Martina Minas-Nerpel, Professorin für Ägyptologie an der Universität Trier und Hilmar Klinkott, Professor für Alte Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel kuratiert.
Margula Architects hat die Ausstellung als narrativen Parcours gestaltet, der die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung führt.
Die Ausstellung der Antikensammlung und der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums ist von 20. Oktober 2026 bis 29. März 2027 in der Neuen Hofburg/Weltmuseum Wien zu sehen.
Link zur Presseseite: https://www.khm.at/museum/presse/tatort-ephesos
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