• 19.10.2026, 09:22:27
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ERFOLG VOR VERFASSUNGSGERICHTSHOF: Ganzjährige Goldschakaljagd in Tirol gestoppt

VfGH erklärt ganzjährige Bejagung des Goldschakals für rechtswidrig – Tirol muss Entscheidung unverzüglich kundmachen.

Wien/Vösendorf (OTS) - 

Großer Erfolg für den Artenschutz: Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) gibt dem Wiener Tierschutzverein/Tierschutz Austria Recht und erklärt die ganzjährige Bejagung des Goldschakals in Tirol für gesetzwidrig. Mit Entscheidung vom 29. September 2026 hebt das Höchstgericht jene Bestimmung der Zweiten Durchführungsverordnung zum Tiroler Jagdgesetz auf, die den ganzjährigen Abschuss des Goldschakals erlaubte. Die Tiroler Landesregierung muss die Aufhebung unverzüglich kundmachen.

Geschützte Tierart muss bei unbekannten Erhaltungszustand ganzjährig geschont werden

„Eine geschützte Tierart darf nicht einfach ganzjährig zum Abschuss freigegeben werden, wenn nicht einmal bekannt ist, wie es um ihren Bestand steht. Der Verfassungsgerichtshof hat dieser Praxis nun einen Riegel vorgeschoben!", so Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins/Tierschutz Austria.

Der Goldschakal (Canis aureus) ist in Anhang V der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) gelistet. Seine Bejagung darf die Erhaltung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands nicht gefährden. Doch Österreich verfügt über kein ausreichendes systematisches Monitoring. Im jüngsten FFH-Bericht meldete Österreich den Erhaltungszustand des Goldschakals sowohl in der kontinentalen als auch in der alpinen Region als „unbekannt“.

“Die Tiroler Landesregierung hat im Verfahren selbst bestätigt, dass keine entsprechenden Bestandserhebungen durchgeführt wurden. Die Bejagung des Goldschakals muss damit obsolet sein, da sich die Beutegreifer durch ihre dichteabhängige Regulation selbst regulieren. Wir fordern ein FFH-konformes Monitoring!”, so Petrovic.

Der Wiener Tierschutzverein/Tierschutz Austria fordert die unverzügliche Umsetzung der Entscheidung. Bereits im März konnte die anerkannte Umweltorganisation einen vergleichbaren Erfolg gegen die Goldschakaljagd in Kärnten erzielen. Nun muss auch Tirol Konsequenzen ziehen und den Schutz des Goldschakals wahrnehmen.

Durch das schnelle Fressen von Aas dämmt der Goldschakal die Verbreitung von Krankheitserregern und Seuchen im Wald und in Kulturlandschaften ein. Seine ökologische Relevanz zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er eine Nische zwischen dem kleineren Rotfuchs und dem größeren Grauwolf besetzt.

Rückfragen & Kontakt

Tierschutz Austria
Leona Fux, M.Sc.
Telefon: +43 699 16604061
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.tierschutz-austria.at/

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