- 19.10.2026, 09:06:02
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Vom Sparprogramm zur Perspektivlosigkeit: Diktat zum Universitätsbudget demontiert Österreichs Zukunft
Die Senatsvorsitzendenkonferenz der österreichischen Universitäten (SVK) äußert starke Kritik an der Einigung der Regierung zu den Einsparungen im Universitätsbudget. Die Deckelung des Universitätsbudgets auf 16 Milliarden Euro entspricht de facto einer enormen Kürzung, die den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig beschädigt, Nachwuchsforscher:innen aus dem System drängt und die soziale Selektion an den Hochschulen massiv forciert.
Mit großer Sorge blicken die Senate der österreichischen Universitäten auf die aktuellen budgetären Weichenstellungen der Regierungsspitze. Die in Aussicht gestellte Summe reicht angesichts der anhaltenden Inflation und gestiegener Betriebskosten bei weitem nicht aus, um den laufenden Betrieb, geschweige denn eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Hochschulen zu sichern. Was politisch als Investition verkauft wird, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als drastisches Sparpaket auf dem Rücken von Bildung, Wissenschaft und Kunst.
Drohender Personalabbau trifft insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs
Die Konsequenzen dieser beschlossenen Unterfinanzierung sind fatal und werden die Universitäten zu schmerzhaften Strukturmaßnahmen zwingen. Es ist mit einem spürbaren Personalabbau zu rechnen. Besonders dramatisch: Treffen wird es vor allem jene, die die Zukunft unserer Forschungslandschaft tragen – die Nachwuchsforscher:innen. Prekarisierung statt Perspektive, Abwanderung statt Exzellenz: Österreich droht einen irreparablen Brain Drain zu erleiden, weil jungen Talenten die finanzielle Basis entzogen wird.
Eine zutiefst sozial ungerechte Maßnahme mit fatalen Folgen
Gleichzeitig schränken die drohenden Kürzungen die Weiterentwicklung von Curricula, das bisherige Lehrangebot und die Betreuungsverhältnisse in besonderem Maße ein. Dies ist eine zutiefst sozial ungerechte Maßnahme, die die soziale Durchlässigkeit an den Universitäten untergräbt. Es trifft jene Studierende am härtesten, die ohnehin unter schwierigeren Rahmenbedingungen studieren, insbesondere Studierende aus bildungsfernen Schichten. Längere Studienzeiten und mangelnde Unterstützung bauen unüberwindbare Hürden auf. Das Fundament der Chancengleichheit wird hier mutwillig eingerissen. Bildung darf kein Privileg werden, doch diese Budgetpolitik steuert genau darauf zu.
Gefährdung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts
Den Universitäten ist klar, dass auch sie einen Beitrag zur Budgetsanierung des Landes leisten müssen. Doch diese Einigung über das Universitätsbudget gefährdet nicht nur eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Universitäten, sondern die Zukunft Österreichs. Jeder Euro, der nicht in die Bildung, Forschung und Entwicklung von Zukunftsperspektiven investiert wird, ist ein enormer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Rückschritt. Ohne eine vitale, angemessen finanzierte Universitätslandschaft verliert Österreich im internationalen Wettbewerb den Anschluss. Innovationen bleiben aus, der Wirtschaftsstandort büßt an Attraktivität ein.
Die Senatsvorsitzendenkonferenz fordert die Bundesregierung daher nachdrücklich auf, diese kurzsichtige Budgetpolitik zu überdenken. Es braucht eine Nachbesserung, die den realen Bedarf der Universitäten abbildet. Investitionen in Wissenschaft und Bildung sind keine Almosen – sie sind das Fundament, auf dem die Zukunft Österreichs gebaut ist.
Für die SVK:
Stefan Krammer, Universität Wien
Edith Gößnitzer, Universität Graz
Annette Mütze, Technische Universität Graz
Andreas Spiegl, Akademie der bildenden Künste Wien
Birgit Willinger, Medizinische Universität Wien
Rückfragen & Kontakt
Senatsvorsitzendenkonferenz
Mag. Karin Haslinger, BA
Telefon: 01/427712921
E-Mail: [email protected]
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