• 16.10.2026, 12:02:03
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Totschnig/Aigner: Hightech für mehr Klimasicherheit in den Alpen

Wien (OTS) - 

Der Klimawandel stellt den Alpenraum vor immer größere Herausforderungen: Steigende Temperaturen, auftauender Permafrost und zunehmende Wetterextreme verändern die Stabilität unserer Gebirgslandschaften und erhöhen das Risiko für den alpinen Lebensraum. Im Rahmen einer Pressekonferenz im Salzburger Pinzgau betonten Bundesminister Norbert Totschnig, Landesrat Maximilian Aigner und Sektionsleiter Gebhard Neumayr von der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) die Wichtigkeit von vorausschauender Gefahrenvorsorge, modernsten Überwachungstechnologien und gezielten Schutzmaßnahmen.

Bundesminister Norbert Totschnig: „Der Klimawandel verändert die Gefahrenlage in unseren Alpen und stellt uns beim Schutz der Bevölkerung und unserer Lebensräume vor immer größere Herausforderungen. Durch zunehmende Starkniederschläge und Veränderungen im alpinen Gelände werden immer größere Mengen an Geröll und Sediment mobilisiert. Das stellt auch neue Anforderungen an unsere Schutzbauwerke. Wer die Menschen und ihre Lebensgrundlagen auch in Zukunft wirksam schützen will, muss diese Veränderungen frühzeitig erkennen und rechtzeitig handeln. Deshalb investieren wir gezielt in Forschung, modernste Technologien und österreichweit abgestimmte Monitoringsysteme, wie GeoMonitorAT und SedalpAT. Damit schaffen wir fundierte Datengrundlagen, um Risiken besser einzuschätzen, bestehende Schutzmaßnahmen und technische Einrichtungen gezielt weiterzuentwickeln und unsere Regionen langfristig vor Naturgefahren zu schützen.“

Landesrat Maximilian Aigner: „In Salzburg investieren das Land, das Umweltministerium, die Gemeinden und Interessenten jährlich rund 40 Millionen Euro in die Wildbach- und Lawinenverbauung. Ebenso unverzichtbar ist das Engagement unserer 321 Genossenschaften, ohne die eine flächendeckende Erhaltung der Schutzbauwerke undenkbar wäre. Der Schutz vor Naturgefahren ist und bleibt eine Daueraufgabe, denn der Klimawandel stellt uns insbesondere in unseren alpinen Regionen vor neue Herausforderungen. Mit dem Forschungsprojekt FEMMOS im Oberpinzgau schaffen wir die Grundlagen, um unsere Schutzbauwerke an diese Veränderungen anzupassen, damit sie nicht nur heute, sondern auch morgen Sicherheit bieten.“

Wie Forschung und praktische Umsetzung beim Schutz vor Naturgefahren ineinandergreifen, zeigt sich direkt am Ort der Pressekonferenz: Die Geschiebemonitoringstation am Habach in der Gemeinde Bramberg am Wildkogel ist Teil des Forschungsprojekts FEMMOS (Feststoffmanagement und -monitoring Obere Salzach). Mithilfe moderner Messverfahren werden hier wichtige Daten über den Transport und die Ablagerung von Geschiebematerial erhoben. Ziel ist es, die Auswirkungen veränderter Naturgefahren besser zu verstehen und eine verlässliche Grundlage für die Planung und Weiterentwicklung wirksamer Schutzmaßnahmen zu schaffen.

Neben fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen braucht es aber auch praxistaugliche Lösungen für den Umgang mit den anfallenden Geschiebemengen. Ein konkretes Beispiel dafür sind die sogenannten Vorsorgeflächen. In Salzburg wurden bereits 31 solcher Flächen genehmigt, rund zehn weitere befinden sich in Vorbereitung. Sie ermöglichen es, anfallendes Geschiebematerial direkt in der Region sinnvoll zu verwerten. Dadurch können landwirtschaftliche Flächen verbessert, Transportwege verkürzt und Kosten reduziert werden.

WLV-Sektionsleiter Gebhard Neumayr: „Durch eine zukunftsgerichtete Trendanalyse auf Basis der gesamten Monitoringdaten können die Auswirkungen des Klimawandels im alpinen Raum auf den Feststofftransport frühzeitig erkannt werden. Das Monitoring schafft damit nicht nur Wissen über heutige Naturgefahrenprozesse, sondern eine Grundlage für die Planung der Schutzmaßnahmen von morgen. So können wir den Schutz für Bevölkerung und Infrastruktur in den alpinen Regionen nachhaltig erhöhen.“

Schutz der Bevölkerung durch Aktionsprogramme des BMLUK
Zwei Aktionsprogramme des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) beschäftigen sich mit dem Management und Monitoring alpiner Veränderungen.

Mit GeoMonitorAT wird von 2026 bis 2030 erstmals ein bundesweit koordiniertes Monitoring- und Risikomanagement für große Massenbewegungen aufgebaut. Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Früherkennung und Beobachtung von kritischen Massenbewegungen wie Bergstürzen, Hangrutschungen oder Murgängen. Dabei werden Satellitendaten, Fernerkundung und lokale Messsysteme mit der Erfahrung der Wildbach- und Lawinenverbauung verbunden.

Das Projekt SedAlpAT (Sedimentmanagement alpiner Einzugsgebiete im Klimawandel) schafft eine österreichweit einheitliche Grundlage, um Sedimentprozesse in alpinen Einzugsgebieten besser zu verstehen, Entwicklungen abzuschätzen und Schutzmaßnahmen vorausschauend ausrichten zu können.

Die Wildbach - und Lawinenverbauung
Die WLV ist seit ihrer Gründung im Jahr 1884 eine unverzichtbare Säule des österreichischen Naturgefahrenschutzes. Mit rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einer weltweit einzigartigen Fachexpertise im Umgang mit alpinen Naturgefahren leistet sie einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der Bevölkerung sowie unserer Lebens- und Wirtschaftsräume. Gleichzeitig ist die WLV ein bedeutender regionaler Wirtschaftsfaktor: Allein 2025 lösten ihre Maßnahmen eine regionale Wertschöpfung von rund 315 Millionen Euro aus und sicherten damit rund 5.350 Arbeitsplätze. Auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten hat die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität. Deshalb wird beim Schutz vor Naturgefahren nicht gespart: Für die Jahre 2027 und 2028 sind insgesamt 309 Millionen Euro vorgesehen, um den Schutz unserer Regionen langfristig sicherzustellen.

Weitere Informationen unter: https://www.naturgefahren.at/
Fotos: https://www.bmluk.gv.at/fotoservice/Pressekonferenzen---Fototermine/2026/PK-Hightech-f%C3%BCr-mehr-Klimasicherheit-in-den-Alpen.html

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Telefon: +43 1 71100 DW 606747
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bmluk.gv.at/

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