- 16.10.2026, 11:47:40
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Alpenverein zu Klimaschutz: "Wir müssen die Zukunft mitgestalten"

Der Österreichische Alpenverein richtet bei seiner Hauptversammlung in Salzburg den Blick in die Zukunft: Präsident Wolfgang Schnabl und Bundesjugendleitung Elke Bernhard sprechen über Naturerlebnis, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Verantwortung, Zukunft aktiv mitzugestalten. Zum Klimagesetz schließt sich der Alpenverein der Forderung seiner Jugend nach mehr Verbindlichkeit an.
Am Freitag, dem 16. Oktober, gehen in ganz Österreich junge Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße, auch in Salzburg findet ein Klimastreik statt. Der Österreichische Alpenverein, der an diesem Wochenende ebenfalls in Salzburg zu seiner jährlichen Hauptversammlung zusammenkommt, stellt bei seiner Pressekonferenz eine grundsätzliche Frage: Wie wollen wir im Jahr 2050 leben – und welche Rolle spielen Natur, Gemeinschaft und die Alpen dabei?
Erst Ende September haben die alpinen Vereine bei den Internationalen Bergtagen in Wien sehr konkret aufgezeigt, wie der Klimawandel die Bergwelt bereits verändert: Gletscherschwund, steigende alpine Risiken, Wasserknappheit auf Hütten sowie Veränderungen an Wegen und Routen standen im Mittelpunkt. "Wir wissen, dass der Klimawandel die Berge verändert. Die Frage ist jetzt, wie wir mit diesen Entwicklungen umgehen wollen", sagt Wolfgang Schnabl, Präsident des Österreichischen Alpenvereins.
"Die Alpen sollen auch in Zukunft ein wertvoller Natur-, Lebens- und Erholungsraum bleiben, der für alle zugänglich ist. Gerade diesen Sommer mit Temperaturen über 40 Grad und beispielloser Trockenheit haben wir gesehen, dass all das auf dem Spiel steht."
Jugend spricht mit
Wer über Entwicklungen in den Alpen bis 2050 spricht, spricht auch darüber, wie die junge Generation in Zukunft leben wird. Mit 748.000 Mitgliedern ist der Österreichische Alpenverein der größte alpine Verein des Landes. 210.000 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt. Das macht den Alpenverein auch zur größten Jugendorganisation Österreichs: "Junge Menschen im Alpenverein haben einen besonderen Bezug zur Natur und zu unserer Bergwelt. Sie wollen nicht nur hören, welche Welt uns einmal hinterlassen wird. Sie möchten mitentscheiden, wie sie aussieht. Um die Auswirkungen der Klimakrise einzudämmen, braucht es jetzt endlich Entschlossenheit seitens der Politik", sagt Elke Bernhard, Mitglied der Bundesjugendleitung der Alpenvereinsjugend.
Es sei zwar positiv, dass das lange geforderte und nun in Begutachtung befindliche Klimagesetz eine Willensbekundung zur Klimaneutralität 2050 enthalte. Ohne verbindliche Konsequenzen, wenn Ziele nicht eingehalten werden, sei das Gesetz aber wirkungslos, so Elke Bernhard.
Schon vor einem Jahr hat sich die Alpenvereinsjugend gemeinsam mit anderen Jugendorganisationen und der Bundesjugendvertretung für einen starken Klimaschutz eingesetzt. Das Bündnis richtete sich im Herbst 2025 mit einem offenen Brief an Bundesminister Norbert Totschnig, führte seither Gespräche mit politischen Entscheidungsträger:innen und wird nun zum vorliegenden Gesetzesentwurf eine Stellungnahme abgeben.
Den Wert des Ehrenamts erkennen
Unter dem Motto "Lebensqualität & Vielfalt gestalten" will der Alpenverein an einer positiven und lebenswerten Zukunft mitwirken. Alpenvereinspräsident Wolfgang Schnabl verweist dabei auf die eigene Klimastrategie, mit der der Alpenverein bis 2033 klimaneutral werden will und nennt Best-Practice-Beispiele aus Sektionen, die in Bereichen wie Mobilität, Veranstaltungen oder Energieversorgung einen wichtigen Beitrag leisten. Mit Blick auf das Jahr 2050 gehe es für ihn aber um mehr als um Klimapolitik: "Wir erleben die Klimakrise. Wir erleben aber auch zunehmenden Nutzungsdruck auf Landschaften. Und wir erleben gesellschaftliche Umbrüche. Umso wichtiger ist, dass Menschen Gemeinschaft erfahren, Erholung in der Natur finden und sich dafür einsetzen. Der Alpenverein bietet den Raum dafür“, betont Wolfgang Schnabl.
Fast 15.000 Ehrenamtliche engagieren sich in ihrer Freizeit für den Alpenverein. Dazu kommen noch mehr als 10.000 Freiwillige, die bei Veranstaltungen und einzelnen Projekten unterstützen. Ohne freiwilliges und ehrenamtliches Engagement gäbe es weder das dichte Wegenetz, noch Jugendgruppen, Ausbildung, Naturschutzarbeit oder das vielfältige Vereinsleben. Für Schnabl liegt darin eine Botschaft, die weit über den Alpenverein hinausgeht: Eine starke Zivilgesellschaft schafft Gemeinschaft, ermöglicht Beteiligung und gibt Menschen die Erfahrung, gemeinsam etwas bewirken zu können.
"Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen, besonders auch Kinder und Jugendliche, das Gefühl haben, großen Entwicklungen machtlos gegenüberzustehen, ist diese Erfahrung entscheidend“, sagt Schnabl. "Eine starke Zivilgesellschaft heißt nicht, dass politische Verantwortung auf den Einzelnen abgeschoben werden soll. Politik schafft den Rahmen. Eine starke Zivilgesellschaft füllt ihn mit Leben, denn Zukunft passiert nicht einfach – wir müssen sie gestalten."
Weiteres Bildmaterial zum Download finden Sie unter: www.alpenverein.at/portal/service/presse/2026/2026_10_16_zukunft.php
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