• 16.10.2026, 10:09:33
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Fenninger zum Tag gegen Armut: “Neiddebatte existiert vor allem in Medien. Menschen wünschen sich eine Sozialhilfe, die Armut verhindert.”

Volkshilfe warnt bei Sozialhilfe vor Negativbeispielen wie in Ober- und Niederösterreich

Wien (OTS) - 

Vor dem morgigen „Tag zur Beseitigung von Armut“ schlägt die Volkshilfe noch einmal Alarm und warnt vor einer Sozialhilfereform, die Armutslagen verschärft und Kinder schlechter stellt.


Statt Armut zu bekämpfen, drohen mit dem aktuellen Sozialhilfe-Entwurf vor allem Kürzungen bei Kindern. In Salzburg etwa könnte eine Familie mit drei Kindern im Monat 369 Euro verlieren, wenn sich das Bundesland an den geplanten, degressiven Vorgaben des Bundes orientiert. Die Volkshilfe fordert daher von den Verhandler*innen, sich nicht an Negativbeispielen wie der Steiermark, Ober- und Niederösterreich zu orientieren, wo die Unterstützung schon jetzt bei Weitem nicht die realen Kinderkosten deckt.

“In den aktuellen Diskussionen hören wir vor allem, es gehe darum, Menschen in Arbeit zu bringen. Dieses Ziel begrüßen wir, nur die Maßnahmen dazu fehlen. In der Frage, ob arbeitsfähige Menschen durch Sanktionen schneller in Arbeit gelangen, fordern wir eine ehrliche Diskussion. Was stattdessen passiert, ist das Ausspielen von Geringverdiener*innen gegen Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen entweder gar nicht arbeiten können oder nicht schneller in Arbeit kommen können”, warnt Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger anlässlich des internationalen Tages zur Beseitigung von Armut.

“Dabei existiert die große Neiddebatte vor allem in den Medien. Im Gegensatz dazu, was medial gerne behauptet wird, wissen wir aus repräsentativen Umfragen, dass eine Mehrheit der Menschen in Österreich eine Sozialhilfe befürwortet, die Armut und soziale Ausgrenzung verhindert”, so Fenninger.

Neun von zehn Befragten hielten bei einer österreichweiten Befragung 2025 soziale Absicherung in Form einer Sozialhilfe für eine wichtige staatliche Aufgabe (Volkshilfe Sozialbarometer 2025, Studie Foresight).

“Für Erwachsene braucht es eine Sozialhilfe, die existenzsichernd ist. Für Kinder fordern wir nach wie vor: Kinder raus aus der Sozialhilfe, rein in eine Kindergrundsicherung. Damit würden wir alle Kinder in Österreich absichern, auch jene benachteiligten Kinder, die bisher keine ausreichende Unterstützung bekommen, wie beispielsweise Kinder in Working Poor Familien”, so Fenninger weiter.

Das sieht auch die Mehrheit der Menschen in Österreich so: Vor dem Hintergrund, dass viele Menschen, die Anspruch auf Sozialhilfe haben, diese aus Angst oder Scham nicht abholen, stimmen drei Viertel der Befragten im aktuellen Sozialbarometer der Absicherung aller Kinder durch eine Kindergrundsicherung zu (Volkshilfe Sozialbarometer 2026, Studie Foresight).

“Der derzeitige Vorschlag zur Sozialhilfereform leistet keine effektive Armutsbekämpfung. Im Gegenteil: Besonders für Kinder mit mehreren Geschwistern drohen deutliche Verschlechterungen. Dabei gibt es gar keine eindeutige wissenschaftliche Evidenz, dass Mehrkindfamilien wesentliche Einsparungspotenziale haben. Wer Familien mit mehr Kindern durch stark reduzierte Sätze sanktioniert, bestraft in erster Linie die Kinder selbst. Da sollte man sich in einem reichen Land wie Österreich fragen, ob wir das wollen”, so Fenninger abschließend.

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Volkshilfe Österreich
Ulrike Schöflinger
Telefon: 0676 83 402 247
E-Mail: [email protected]

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