- 16.10.2026, 09:51:02
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ÖVP-Hammerer/Ofner: 652 Betretungsverbote sind Alarmsignal für das Grätzel rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße
Fast sechs Betretungsverbote täglich in Schutzzone Fritz Imhoff Park - ÖVP fordert Verlängerung und wienweite Neuaufstellung der Suchthilfe durch SPÖ-Neos
Seit 8. Mai 2026 gilt im Fritz-Imhoff-Park in unmittelbarer Nähe der Betreuungseinrichtung Jedmayer und der U6-Station Gumpendorfer Straße eine polizeiliche Schutzzone. Nun liegt erstmals eine detaillierte Bilanz vor: Allein bis Ende August wurden 652 Betretungsverbote ausgesprochen. Das geht aus einer IFG-Anfrage von Gerhard Hammerer, Klubobmann der ÖVP Mariahilf, an die Landespolizeidirektion Wien hervor.
„652 Betretungsverbote in nicht einmal vier Monaten, das sind fast sechs pro Tag. Diese Zahlen zeigen schwarz auf weiß, wie massiv die Belastung im Grätzel rund um den Jedmayer und die U6-Station Gumpendorfer Straße ist. Mein ausdrücklicher Dank gilt den Polizistinnen und Polizisten, die hier täglich für Sicherheit sorgen. Gleichzeitig zeigt sich: Die Polizei kann nicht auf Dauer ausbaden, was die Wiener Drogenpolitik seit Jahren nicht in den Griff bekommt“, erklärt Hammerer.
Besonders auffällig ist die Entwicklung: Im Juni wurden 150 Betretungsverbote ausgesprochen, im Juli 167 und im August bereits 184. Zudem hatten 576 der 652 Betroffenen und damit mehr als 88 Prozent ihren Hauptwohnsitz in Wien. Damit lässt sich SP-Gesundheitsstadtrat Hackers wiederholter Verweis auf einen starken Zustrom aus den Bundesländern für die Schutzzone nicht halten: Nur 59 Personen und damit rund neun Prozent hatten ihren Hauptwohnsitz in einem anderen österreichischen Bundesland.
Auch der Vergleich zeigt die außergewöhnlich hohe Zahl: Rund um den Keplerplatz wurden innerhalb von rund 13 Monaten 435 Betretungsverbote ausgesprochen. In allen drei Schutzzonen Wiener Neustadts waren es im gesamten Jahr 2025 insgesamt 146. Im Fritz Imhoff Park waren es hingegen 652 in nicht einmal vier Monaten.
„Die Schutzzone war richtig und notwendig. 652 Betretungsverbote zeigen aber auch, dass Polizeiarbeit allein die Probleme rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße nicht lösen kann. Die Drogenszene macht nicht an der Bezirksgrenze Halt. Die Auswirkungen treffen Mariahilf genauso wie Rudolfsheim-Fünfhaus und damit die Menschen auf beiden Seiten des Gürtels. Solange diese Situation anhält, darf die Schutzzone keinesfalls auslaufen“, betont Felix Ofner, Obmann der ÖVP Rudolfsheim-Fünfhaus.
Hacker und Lochner müssen die Konzentration endlich aufbrechen
Für Hammerer und Ofner ist klar: Eine Verlängerung der Schutzzone kann nur ein Teil der Lösung sein. Entscheidend ist eine grundlegende Neuaufstellung der Wiener Suchthilfe. Substitution und Medikamentenabgabe müssen stärker wohnortnah organisiert werden. Die derzeitige Konzentration von Angeboten und den damit verbundenen Belastungen auf wenige Grätzel muss beendet werden.
„Seit Jahren tragen dieselben Grätzel die Folgen einer verfehlten Sucht- und Drogenpolitik. Das ist weder für die Anrainerinnen und Anrainer noch für die betroffenen Suchtkranken eine nachhaltige Lösung. Es reicht nicht, die Probleme rund um den Jedmayer mit immer neuen Einzelmaßnahmen zu verwalten oder von einem Park in den nächsten zu verschieben. Die Schutzzone muss verlängert werden, aber genauso klar ist: Die aktuelle Sucht- und Drogenstrategie stammt aus dem Jahr 1999 (!) und ist gescheitert. SPÖ und Neos müssen die Wiener Drogenpolitik endlich ins Jahr 2026 holen und die einseitige Belastung einzelner Grätzel beenden“, so Hammerer und Ofner abschließend.
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