• 16.10.2026, 08:50:33
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Cyberkriminelle schneller als Sicherheitsupdates: Digitale Sicherheit wird zur Schlüsselfrage für Österreichs Wirtschaft

KI verschärft Bedrohungslage, gestohlene Identitäten und unkontrollierte KI-Anwendungen werden zum Sicherheitsrisiko. Österreichs Unternehmen müssen Cyberabwehr neu aufstellen.

Wien (OTS) - 

Die Cyberbedrohung erreicht eine neue Dimension: Angreifer nutzen Sicherheitslücken mittlerweile aus, bevor diese öffentlich bekannt werden. Künstliche Intelligenz beschleunigt Angriffe zusätzlich, gestohlene digitale Identitäten ermöglichen den Zugang zu Unternehmensnetzwerken und unkontrolliert eingesetzte KI-Anwendungen gefährden sensible Unternehmensdaten. Beim ACP Security Insider 2026 in Wien zeichneten führende Cybersecurity-Experten ein alarmierendes Bild der aktuellen Sicherheitslage.

Die Uhr läuft rückwärts: Cyberkriminelle sind schneller als Sicherheitsupdates

Wie dramatisch sich die Bedrohungslage verändert hat, verdeutlichte Markus Riegler, Cybersecurity-Experte bei ACP: Während zwischen der Veröffentlichung einer Sicherheitslücke und ihrer Ausnutzung 2018/2019 durchschnittlich noch 63 Tage lagen, waren es 2024 nur noch fünf Tage. 2026 liegt dieser Wert bereits bei minus sieben Tagen. Das bedeutet: Angreifer nutzen Schwachstellen aus, bevor diese öffentlich dokumentiert und entsprechende Sicherheitsupdates verfügbar sind.

Auch Daniel Rossgatterer, Geschäftsführer des Cybersecurity-Spezialisten Secutec, bestätigte diese Entwicklung mit aktuellen Analysen. Demnach wurden 84,8 Prozent der untersuchten ausgenutzten Schwachstellen bereits am Tag ihrer Offenlegung oder davor angegriffen. Die Konsequenzen für Unternehmen sind weitreichend: Wer sich ausschließlich auf regelmäßige Sicherheitsupdates verlässt, reagiert unter Umständen bereits zu spät.

KI wird zum Sicherheitsrisiko – auch innerhalb der Unternehmen

Eine zusätzliche Herausforderung entsteht durch den zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Während Cyberkriminelle KI nutzen, um Schwachstellen schneller aufzuspüren und Angriffe zu automatisieren, entstehen neue Risiken auch durch Mitarbeitende, die nicht freigegebene KI-Anwendungen verwenden. Dieses Phänomen, bekannt als „Shadow AI“, entwickelt sich zu einem erheblichen Sicherheitsproblem. Laut dem IBM Cost of a Data Breach Report 2025 war bereits jedes fünfte untersuchte Unternehmen von einem Sicherheitsvorfall im Zusammenhang mit unkontrollierter KI-Nutzung betroffen. 65 Prozent dieser Vorfälle betrafen personenbezogene Daten, 40 Prozent geistiges Eigentum. Besonders problematisch: Viele Unternehmen wissen gar nicht, welche KI-Anwendungen innerhalb ihrer Organisation verwendet werden und welche sensiblen Informationen dabei in externe Systeme gelangen.

Gestohlene Identitäten öffnen Cyberkriminellen die Türen

Eine weitere Herausforderung sind digitale Identitäten. Aktuelle Analysen zeigen, dass 65 Prozent der untersuchten Erstzugriffe auf IT-Systeme über gestohlene Zugangsdaten und digitale Zugriffstokens erfolgen. Selbst die weitverbreitete Multifaktor-Authentifizierung bietet keinen vollständigen Schutz mehr. Moderne Phishing-Angriffe können gültige Sitzungstokens abgreifen und Angreifern damit Zugang zu Unternehmenssystemen verschaffen, obwohl zusätzliche Sicherheitsabfragen aktiviert sind. Helmut Semmelmayer, VP Revenue Operations bei tenfold Software GmbH, unterstrich deshalb die Bedeutung eines professionellen Identity- und Access-Managements. Eine systematische Verwaltung digitaler Identitäten und Zugriffsrechte reduziert Sicherheitsrisiken und unterstützt Unternehmen gleichzeitig dabei, regulatorische Anforderungen effizienter zu erfüllen.

Cybersicherheit ist längst mehr als eine Frage der IT

Die zunehmende Abhängigkeit von digitalen Systemen macht Cyberangriffe auch zu einer strategischen Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Werden Produktionsanlagen, Energieversorgung, Kommunikationsnetze oder Lieferketten beeinträchtigt, können die Folgen weit über den unmittelbar betroffenen Betrieb hinausreichen. Damit gewinnt auch die Frage an Bedeutung, wie widerstandsfähig Österreichs digitale Infrastruktur gegenüber außergewöhnlichen Belastungen ist. Die militärische Perspektive auf Cyber-Resilienz verdeutlicht dabei einen grundsätzlichen Zusammenhang: Sowohl für zivile als auch für sicherheitsrelevante Organisationen kommt es darauf an, kritische Funktionen selbst unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten zu können. Für Unternehmen bedeutet das einen grundlegenden Perspektivenwechsel. Nicht allein die Frage, ob ein Cyberangriff verhindert werden kann, ist entscheidend, sondern auch, wie rasch eine Organisation Angriffe erkennt, Schäden begrenzt und ihre Handlungsfähigkeit wiederherstellt.

Digitale Souveränität: Europa muss seine Abhängigkeiten reduzieren

Neben der wachsenden Bedrohung durch Cyberkriminalität rückt eine zweite strategische Frage in den Mittelpunkt: Wie unabhängig ist Europa bei jenen Technologien, von denen seine digitale Sicherheit abhängt? Viele europäische Unternehmen nutzen zentrale IT- und Sicherheitslösungen internationaler Technologieanbieter. Dabei müssen sie darauf achten, wo sicherheitsrelevante Daten verarbeitet werden, welchen rechtlichen Rahmenbedingungen ihre Technologiepartner unterliegen und welche Handlungsmöglichkeiten im Krisenfall bestehen. „Digitale Souveränität bedeutet nicht, auf internationale Innovationen zu verzichten. Es geht darum, kritische Abhängigkeiten bewusst zu steuern und dort europäische Alternativen zu schaffen, wo sie für Sicherheit und Handlungsfähigkeit entscheidend sind. Wer seine digitale Infrastruktur nicht ausreichend kontrolliert, riskiert im Ernstfall auch seine wirtschaftliche Unabhängigkeit“, erklärt Rainer Kalkbrener, Vorstand der ACP Gruppe in Österreich.

Über ACP

Die ACP Gruppe befindet sich zu 100% im Besitz der Unternehmensgründer und vieler Mitarbeitenden. Diese Eigentümerstruktur sichert unternehmerische Unabhängigkeit und ermöglicht Entscheidungen, die auf nachhaltiges Wachstum und langfristige Kundenbeziehungen ausgerichtet sind.

ACP unterstützt Unternehmen, Behörden und Organisationen dabei, neue Ideen noch erfolgreicher umzusetzen sowie ihre Produkte und Prozesse zukunftsorientiert zu gestalten. Das 360° IT-Portfolio von ACP stärkt die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Kunden mit individuellen Lösungen, neuesten digitalen Services der notwendigen Sicherheit und frischen Ideen.

ACP erstellt Audits im Rahmen der Tätigkeit als qualifizierte Prüfstelle gemäß NISG bzw. Cyber Trust Label und berät Kunden bei der Einführung eines Informationssicherheitssystems nach ISO 27001 sowie TISAX VDA ISA 5.

Mit mehr als 50 Geschäftsstellen in ganz Österreich und Deutschland ist ACP immer in Kundennähe und zuverlässiger und kompetenter Ansprechpartner. ACP Expert:innen sind von international führenden Herstellern wie Microsoft, Hewlett Packard Enterprise, HP, Dell, Lenovo, NetApp, Fortinet, Citrix, Cisco und SentinelOne zertifiziert.

Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte die ACP Gruppe einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro und beschäftigt aktuell mehr als 2.700 Mitarbeitende.

Mehr Informationen unter: www.acp-gruppe.com

Rückfragen & Kontakt

ACP Gruppe
Andreas Stemmer
Telefon: +43 1 89193 0
E-Mail: [email protected]

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