• 15.10.2026, 09:00:44
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Totschnig präsentiert Bäuerinnenstudie: Erfreuliche Entwicklung zu mehr Hofübernehmerinnen und Betriebsleiterinnen

Neue Bäuerinnen-Studie 2026 zeigt: Anteil der Hofübernehmerinnen stark von 22 auf 34 Prozent gestiegen, bereits 38 Prozent hauptverantwortliche Betriebsleiterinnen

Wien (OTS) - 

Bäuerinnen prägen als zentrale Entscheidungsträgerinnen zunehmend die Führung und Weiterentwicklung der österreichischen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe. Gleichzeitig zeigt die neue Bäuerinnen-Studie 2026: Die Vereinbarkeit von Betriebsführung, Familie, Haushalt und Pflege bleibt eine große Herausforderung. Die Studie macht sichtbar, wie sich die Rolle der Bäuerinnen verändert hat, welche Verantwortung sie heute tragen und wo es weitere Verbesserungen der Rahmenbedingungen notwendig sind.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig:
„Wir stellen eine erfreuliche Entwicklung zu mehr Hofübernehmerinnen und Betriebsleiterinnen fest. Unsere Bäuerinnen sind der Schlüssel für eine zukunftsfitte Landwirtschaft. Sie führen Betriebe, treffen Entscheidungen, erschließen neue Einkommensmöglichkeiten und bringen Innovationen auf die Höfe. Gleichzeitig leisten sie einen wesentlichen Beitrag für Familien und unsere ländlichen Regionen. Mit dieser Studie machen wir ihre Leistungen sichtbar und schaffen eine wichtige Grundlage, um ihre Anliegen in der Agrarpolitik gezielter aufzugreifen und die Rahmenbedingungen für Bäuerinnen weiter zu verbessern.“

Rolle der Bäuerin hat sich massiv gewandelt
Bäuerinnen übernehmen heute mehr Verantwortung in der Führung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel bei der Hofübernahme: Der Anteil der Hofübernehmerinnen unter den befragten Frauen ist seit der letzten Erhebung gestiegen – von 22 Prozent im Jahr 2016 auf rund 34 Prozent im Jahr 2026. Auch in Feld- und Außenarbeiten (+ 3 Prozent gegenüber 2016) sind sie stärker eingebunden.

Darüber hinaus gestalten Bäuerinnen die Weiterentwicklung ihrer Höfe maßgeblich mit und setzen wichtige Impulse für neue Betriebszweige. Besonders in der Direktvermarktung (rund 66 Prozent), der Be- und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte (rund 58 Prozent), im Tourismus (rund 77 Prozent) sowie bei Angeboten in den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit (rund 86 Prozent) sind die befragten Bäuerinnen häufig federführend tätig. Sie bringen Qualifikationen und Erfahrungen ein, mit denen sie zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für die Betriebe erschließen.

Das Engagement der Bäuerinnen reicht auch über den eigenen Betrieb hinaus: Mehr als die Hälfte der Befragten (rund 58 Prozent) ist ehrenamtlich in Vereinen und Organisationen tätig. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben und zum Zusammenhalt in den Regionen.

Diese Ergebnisse bestätigen, dass sich ein langfristiger Trend fortsetzt: Die Rolle der Bäuerin entwickelt sich zunehmend von der Mitarbeit am Betrieb hin zu eigenständiger Verantwortung und Betriebsführung.

„Der Wandel zeigt sich auch in den Zahlen: Rund 38 Prozent der befragten Bäuerinnen geben an hauptverantwortliche Betriebsleiterin zu sein, weitere 31 Prozent führen den Betrieb in Ehegemeinschaft. Gleichzeitig werden noch immer über 80 Prozent der Hausarbeit von den Frauen selbst erledigt. Mehr Verantwortung am Betrieb muss daher auch mit einer zunehmend partnerschaftlichen Verteilung der Aufgaben in Familie und Haushalt einhergehen“, erklärt Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger.

Vereinbarkeit und Entlastung bleiben zentrale Aufgaben
Die wachsende betriebliche Verantwortung geht bislang nicht mit einer ausgewogenen Verteilung der Aufgaben im privaten Bereich einher. Bäuerinnen übernehmen weiterhin einen großen Teil der Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege. Das zeigen auch die Ergebnisse zur Care-Arbeit: Die befragten Bäuerinnen übernehmen überwiegend die Verpflegung und Essenszubereitung (rund 81 Prozent), Reinigung, Wäsche und Aufräumen (85 Prozent), die Pflege Angehöriger (78 Prozent) sowie die Kinder- und Enkelbetreuung (77 Prozent).

Diese Mehrfachbelastung lässt wenig Raum für persönliche Erholung: Etwa ein Drittel (33 Prozent) der Befragten gibt an, noch nie mindestens eine Woche Urlaub gemacht zu haben. Rund zwei Drittel wünschen sich mehr Zeit für sich selbst und ihre Partnerschaft. Mehr als die Hälfte empfindet die Vereinbarkeit von persönlicher Freizeit und landwirtschaftlicher Tätigkeit als belastend (rund 51 Prozent).

Obwohl die Befragten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Landwirtschaft schätzen, bleibt es eine zentrale Herausforderung, Betriebsführung, Erwerbsarbeit, Familie, Haushalt und Pflege mit ausreichend Zeit für sich selbst in Einklang zu bringen.

Handlungsempfehlungen als Grundlage für weitere Verbesserungen
Die Handlungsempfehlungen setzen bei einer stärkeren sozialen, rechtlichen und finanziellen Absicherung der Bäuerinnen an. Weitere Schwerpunkte sind ein besserer Zugang zu niederschwelligen Informations-, Beratungs- und Entlastungsangeboten sowie eine stärkere Sichtbarkeit ihrer Leistungen.

„Für uns war es wichtig, neben der Erhebung der repräsentativen Daten auch die Stimmen und Meinungen einer Vielzahl von Bäuerinnen einzuholen und sie in die Ergebnisse einfließen zu lassen. Die Berücksichtigung der Anliegen der Bäuerinnen in unterschiedlichen Arbeitsverhältnissen und Lebensphasen ist bedeutend für eine resiliente und zukunftsorientierte österreichische Landwirtschaft“, so Projektleiterin Theresia Oedl-Wieser von der BAB.

Aus- und Weiterbildung als Zukunftsinvestition stärken
„Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist beste, praxisnahe Aus- und Weiterbildung ein zentrales Fundament für die Professionalität unserer heimischen Land- und Forstwirtschaft. Die vorliegende Studie zu den Bäuerinnen beweist einmal mehr, dass diese am Puls der Zeit leben, verstärkt auf Aus- und Weiterbildung setzen und sich somit ein hervorragendes ‚Werkzeug‘ für die Zukunft aneignen. Dieses nützt nicht nur ihnen selbst, ihren Betrieben und der gesamten Branche, sondern der Versorgungssicherheit von ganz Österreich. Es ist eine unverzichtbare Zukunftsinvestition, die für die Aus- und Weiterbildung notwendigen Mittel weiterhin abzusichern und wieder zur Verfügung zu stellen“, fordert Josef Moosbrugger.

Sichtbarkeit stärken: Initiative „Bäuerinnen im Fokus – Hof und Land in Frauenhand“
Das Internationale Jahr der Bäuerin 2026 setzt einen starken Impuls, die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Ziel ist es, über Aufmerksamkeit und Anerkennung hinaus konkrete Verbesserungen auf den Betrieben, in Beratung und Bildung, bei Förderstellen sowie in der Interessenvertretung anzustoßen.

Dazu trägt die Initiative „Bäuerinnen im Fokus – Hof und Land in Frauenhand“ bei, die Bundesminister Norbert Totschnig gemeinsam mit den Bäuerinnen Österreich und der Landwirtschaftskammer Österreich ins Leben gerufen hat.

„Viele Bäuerinnen nehmen ihre Zukunft mit Zuversicht, Tatkraft und Gestaltungswillen in die Hand. Unsere Aufgabe ist es, für starke Frauen in der Landwirtschaft geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Gemeinsame Agrarpolitik bietet dazu zahlreiche Möglichkeiten. Die Handlungsempfehlungen zeigen zugleich klar, dass Verbesserungen gemeinsam und konsequent voranzutreiben sind. Mit der Kommunikationsinitiative „Bäuerinnen im Fokus – Hof und Land in Frauenhand“ zeigen wir, wie vielfältig die von Frauen geführte österreichische Landwirtschaft ist“, erklärt Totschnig.

Weitere Informationen zur Bäuerinnen-Studie 2026
Die Studie zur „Arbeits- und Lebenssituation der Bäuerinnen in Österreich 2026“ wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) von BAB Project gemeinsam mit der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB) durchgeführt. Sie wird auf Initiative der Bäuerinnen Österreich seit 1976 alle zehn Jahre erstellt. 2026 wurde die Studie erstmals im Rahmen der Evaluierung des GAP-Strategieplans erarbeitet. Die Erhebung liefert nicht nur Ergebnisse zur aktuellen Situation der Bäuerinnen in Österreich, sondern zeigt auch Entwicklungen und Trends über fünf Jahrzehnte auf.

Für die aktuelle Studie wurde ein umfassender Mixed-Methods-Ansatz gewählt. An der Online-Befragung nahmen mehr als 2.500 Bäuerinnen aus ganz Österreich teil. Ergänzend wurden Workshops und qualitative Erhebungen sowie eine Stakeholder-Diskussion durchgeführt.

Kurzfassung der Bäuerinnen-Studie 2026:
Bäuerinnen-Studie 2026: Neue Erkenntnisse für die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

Mediakit / Grafiken: https://we.tl/t-JCCQhHBhnKdgPux7

Landingpage: https://www.landwirtschaft.at/baeuerinnen/

Die Publikation der Langfassung der Studie erscheint voraussichtlich im Jänner 2027.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Telefon: +43 1 71100 DW 606747
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bmluk.gv.at/

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