- 14.10.2026, 13:29:03
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EU-Regionen fordern gezielte Investitionen für die Autoindustrie im Zuge der Elektrifizierung
Europäische Regionen und Städte fordern klare Regeln und eine solide finanzielle Unterstützung, damit Europas angeschlagene Autoindustrie den Umstieg auf Elektrofahrzeuge (E-Autos) bewältigen kann. Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) verabschiedete am Mittwoch eine Stellungnahme zum Automobilpaket der Europäischen Kommission. Darin argumentieren die Regionen, dass der Wandel nur gelingen wird, wenn sie dafür angemessen ausgestattet sind.
Die Regionen betonten, die Elektrifizierung sei entscheidend, um einen klimaneutralen Straßenverkehr zu ermöglichen. Ihr Erfolg hänge jedoch davon ab, wie erschwinglich und zugänglich diese emissionsfreie Mobilität sei. Sie fordern eine Ladeinfrastruktur in allen Regionen, finanziert aus europäischen, nationalen und regionalen Haushalten, sowie gezielte Unterstützung in Regionen mit niedrigerem Einkommen.
"Die Regionen und Städte Europas haben mit einer Stimme gesprochen: Wettbewerbsfähigkeit und Elektrifizierung bis 2035 gehen Hand in Hand", sagte María Chivite, Präsidentin der spanischen Region Navarra und Verfasserin der Stellungnahme. Europa könne den Wandel nur anführen, wenn die Regionen konkrete Finanzmittel erhielten.
Die Kommission hatte ihr Automobilpaket im Dezember vorgelegt. Es sieht vor, den Co2-Ausstoß durchschnittlich bis 2035 um 90 Prozent zu senken. Die verbleibenden 10 Prozent könnten von den Herstellern durch kohlenstoffarmen Stahl, E-Fuels und Biokraftstoffe ausgeglichen werden. Der AdR begrüßte diese befristeten Flexibilitäten, warnte jedoch, sie dürften den Weg zur emissionsfreien Mobilität nicht abändern.
Brigitte Torloting, Vorsitzende der Allianz der Automobilregionen (ARA) und Vizepräsidentin der französischen Region Grand Est, warnte die Zeit sei knapp und "der globale Wettbewerb wird nicht auf uns warten". Sie forderte eine "echte Strategie", die Automobilproduktion in den Regionen schützt, und den Schritt zu starken europäischen Instrumenten wie der "europäischen Präferenz". Ohne einen klaren Rahmen und gezielte Investitionen riskiere Europa den Verlust seiner industriellen Basis, von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) bis hin zu großen Zulieferern.
Die "europäische Präferenz" wurde erstmals im März im Vorschlag der Kommission für ein Industrie-Beschleunigungsgesetz (Industrial Accelerator Act) vorgestellt und soll EU-basierte Fertigung bevorzugen. Die Kommission schlägt vor, dass öffentliche Aufträge und staatlich subventionierte Industrieprojekte einen Mindestanteil an Materialien oder Komponenten von europäischen Herstellern beziehen. Für die Produktion von Elektrofahrzeugen schlägt die Kommission vor, dass 70 Prozent der Komponenten neuer Autos - exklusive der Batterien - aus der EU stammen müssen.
Die AdR-Mitglieder begrüßten zudem die Anwendung des "Made in the EU"-Konzepts zu Stärkung europäischer Produktion, forderten jedoch eine verhältnismäßige Ausgestaltung, damit KMU und regionale Lieferketten nicht unter Bürokratie begraben werden.
Da sich die Automobilproduktion auf bestimmte Gebiete konzentriert, fordert die Stellungnahme außerdem gezielte Kohäsionsmittel, Qualifizierung und hochwertige Arbeitsplätze.
Laut EU-Zahlen für 2024 trug die Automobilindustrie 7 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU bei, erwirtschaftete Exporte von rund 170 Milliarden Euro und sicherte etwa 13,8 Millionen Arbeitsplätze, davon 3,5 Millionen in der Fertigung. Laut AdR erwirtschaften die 41 Regionen, die in der Allianz der Automobilregionen (ARA) organisiert sind, mehr als 40 Prozent des BIP der EU.
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