• 14.10.2026, 11:00:04
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Allianz Pulse-Umfrage 2026: Österreich hinkt bei KI-Nutzung und -Weiterbildung hinterher, Sorgen nehmen zu

München/Wien (OTS) - 

  • Im internationalen Vergleich nutzt Österreich Künstliche Intelligenz seltener als andere Länder, vor allem im Job
  • Während große Skepsis gegenüber der Technologie vorherrscht, erwarten die Österreicher:innen hingegen Vorteile für die eigene Produktivität
  • Nur ein geringer Teil der Erwerbstätigen erhält im Job eine KI-Schulung
  • Die Sorge vor Ungleichheit wächst – ebenso wie der Wunsch nach stärkerer Regulierung

Die Allianz veröffentlicht heute die achte Ausgabe des „Allianz Pulse“ – dieses Mal steht die Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Fokus. Für die repräsentative Umfrage wurden jeweils 1.000 Personen in Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Großbritannien und den USA befragt. Die Ergebnisse zeigen einen bemerkenswerten Widerspruch: Während KI immer stärker im Alltag Einzug hält, wachsen zugleich die Sorgen über ihre wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Insbesondere Europa läuft Gefahr, den KI-Wandel zu durchlaufen, ohne seine Beschäftigten ausreichend darauf vorzubereiten.

KI-Nutzung nimmt zu – doch am Arbeitsplatz bleibt viel Potenzial ungenutzt

In Österreich nutzen 43% der Menschen KI mindestens einmal pro Woche. Das liegt unter dem Durchschnitt der acht Länder von 48%; an der Spitze stehen die USA und Spanien mit jeweils rund 55%. Auch Deutschland und Frankreich kommen nur auf Werte knapp über 40%. Besonders groß ist der Unterschied zwischen den Generationen: Von der Generation Z nutzen in Österreich 74% KI wöchentlich (Durchschnitt: 77%), von den Babyboomern dagegen nur 23% – genauso viele wie im Länderdurchschnitt. Am Arbeitsplatz wird das Potenzial von KI dagegen bislang nur begrenzt genutzt: 56% der Österreicher:innen verwenden KI überwiegend privat (Durchschnitt: 53%), nur 44% zumindest teilweise für Arbeit oder Ausbildung (Durchschnitt: 47%).

Große Skepsis gegenüber KI – trotz positiver Erwartungen für die eigene Produktivität

In keinem anderen Land blicken die Menschen so negativ auf KI wie in Österreich. Der Stimmungssaldo – der Anteil positiver abzüglich des Anteils negativer Einschätzungen – liegt für die Technologie insgesamt bei -51% (Durchschnitt: -34%). Noch negativer fällt die Einschätzung der wirtschaftlichen Folgen aus (-59%; Durchschnitt: -43%). Besonders ausgeprägt sind die Sorgen um Arbeitsplätze (-81%; Durchschnitt: -67%). Das ist der negativste Wert aller Länder: Hier stehen 85% negativen nur 4% positiven Einschätzungen gegenüber. Im Vergleich zur Pulse-Umfrage 2025 (-62%) hat sich dieser Saldo um 19 Prozentpunkte verschlechtert – deutlich stärker als im Durchschnitt aller Länder, die in beiden Jahren befragt wurden (rund 12 Prozentpunkte). Damit fällt die Einschätzung der Beschäftigungsfolgen in Österreich noch negativer aus als in Frankreich (-75%) und deutlich negativer als in den USA (-44%). Trotz der verbreiteten Skepsis rechnen viele Befragte für ihre eigene Produktivität per Saldo mit Vorteilen (+23%, Durchschnitt: +30%). Die positiven Erwartungen übertreffen die negativen um 23 Prozentpunkte; 41% rechnen mit wenig oder gar keinen Auswirkungen (Durchschnitt: 35%).

„Für Europa kommt es darauf an, KI so einzusetzen, dass sie Produktivität und Wachstum stärkt. Viele Menschen nutzen KI bereits, doch zu wenige setzen sie im Job wirksam ein. Wenn wir diese Lücke nicht entschlossener schließen, drohen Österreich und Europa im KI-Wettlauf zurückzufallen und Chancen für künftigen Wohlstand zu verspielen“, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt und Chief Investment Officer der Allianz.

KI gestaltet Arbeit neu, statt Jobs abzuschaffen

Die Österreicher:innen erwarten durch KI vor allem Veränderungen ihrer Arbeit und nicht den vollständigen Wegfall ihres Arbeitsplatzes. Nur 6% erwarten, dass ihr Arbeitsplatz ganz wegfällt (Durchschnitt aller befragten Länder: 7%); 18% gehen davon aus, dass KI wesentliche Teile ihrer Arbeit übernimmt (21%). Weitere 31% erwarten, dass KI sie vor allem bei ihren Aufgaben unterstützt – einer der höchsten Werte in der Umfrage (Durchschnitt: 26%). Zusammengenommen erwarten 49%, dass KI ihren Job in Teilen verändert, etwas mehr als im Durchschnitt (47%). Wer KI bereits im Beruf nutzt, sieht deutlich häufiger die Chancen der Technologie: 50% dieser Beschäftigten erwarten, dass KI sie bei ihren Aufgaben unterstützt, gegenüber nur 12% der Nicht-Nutzer:innen (Durchschnitt: 41% bzw. 11%).

KI-Weiterbildung: Österreichs Beschäftigte sind unzureichend vorbereitet

Obwohl viele Beschäftigte mit tiefgreifenden Veränderungen ihrer Arbeit rechnen, bleibt die betriebliche Weiterbildung im Bereich KI bislang deutlich hinter dem Bedarf zurück. Nur 11% der befragten Erwerbstätigen in Österreich haben im Job eine KI-Schulung erhalten – im Durchschnitt sind es 17%, in den USA 30%. Nur in Polen ist der Anteil mit 10% noch niedriger. Vielen fehlt schlicht das Angebot: 52% sagen, ihr Arbeitgeber biete keine KI-Schulungen an – mehr als in jedem anderen Land (Durchschnitt: 44%). Hinzu kommt: Länderübergreifend profitieren vor allem Hochqualifizierte von Schulungen – dadurch könnten sich bestehende Unterschiede bei Qualifikationen und beruflichen Chancen weiter vergrößern. Österreich steht damit vor einer doppelten Aufgabe: Es gilt, aus der KI-Nutzung messbare Produktivitätsgewinne zu erzielen und die Beschäftigten durch gezielte Weiterbildung auf den Wandel vorzubereiten.

Sorge vor Ungleichheit verstärkt den Ruf nach klaren KI-Regeln

Nirgends sorgen sich die Menschen so stark um die Verteilungswirkung von KI wie in Österreich: 45% erwarten, dass KI die Ungleichheit verstärkt (Durchschnitt aller befragten Länder: 37%). Dabei geht es den Befragten vor allem um konkrete Risiken, weniger um ferne Zukunftsszenarien. Am häufigsten nennen sie Desinformation (27%), gefolgt vom Kontrollverlust über fortgeschrittene KI (21%), Datenschutz (19%) und dem Verlust von Arbeitsplätzen (14%). Die Sorge vor einem Kontrollverlust ist in keinem anderen Land so groß. Diese Sorgen zeigen: Eine stärkere Verbreitung von KI allein reicht nicht aus. Ebenso wichtig ist Vertrauen – darin, dass viele von den Vorteilen profitieren und die Risiken beherrschbar bleiben. Entsprechend deutlich wächst der Wunsch nach strengerer Regulierung. Der Saldo aus Befürworter:innen und Gegner:innen stieg um 21 Prozentpunkte von +56% im Jahr 2025 auf +77% im Jahr 2026 – einer der stärksten Anstiege in der Umfrage. Die Befürworter:innen liegen damit inzwischen 77 Prozentpunkte vor den Gegnern, etwa so viel wie im Durchschnitt aller Länder.

„Die Angst vor Künstlicher Intelligenz ist groß“, sagt Simon Krause, Ökonom bei Allianz Research. „Fast die Hälfte der Befragten in Österreich rechnet damit, dass KI ihren Job in Teilen verändert. Sechs Prozent gehen sogar davon aus, dass KI ihren Arbeitsplatz in den nächsten fünf Jahren komplett ersetzt. Hinzu kommen große Sorgen vor zunehmender Ungleichheit und um die Sicherheit der Technologie. Daher überrascht es nicht, dass sich eine überwältigende Mehrheit der Österreicher:innen für eine strengere Regulierung von KI ausspricht.“

KI zum Motor für Produktivität und Wohlstand machen – für Österreich und Europa

Für Österreich und Europa geht es deshalb nicht darum, KI auszubremsen, sondern sie produktiver, inklusiver und vertrauenswürdiger zu machen. Dafür braucht es mehr Investitionen in die Anwendung am Arbeitsplatz und in Weiterbildung, Unterstützung für Beschäftigte, die in neue Rollen wechseln, sowie eine gezielte Regulierung gegen Desinformation, Datenmissbrauch und Risiken für den Arbeitsmarkt. Entscheidend ist am Ende, ob KI Produktivitätsgewinne bringt, von denen viele profitieren, die Beschäftigungsfähigkeit stärkt und das Vertrauen in wirtschaftlichen Fortschritt erneuert.

Die gesamte Studie zum Download finden Sie hier.

Rückfragen & Kontakt

Allianz Österreich
Dr. Thomas Gimesi
Telefon: +43 676 878 222 914
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.allianz.at/

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