- 14.10.2026, 10:47:02
- /
- OTS0068
Paketsteuer: Wiener bündeln ihre Online-Einkäufe
Handelsobfrau Gumprecht: Erste Anzeichen für verändertes Bestellverhalten - Einzelbestellungen werden unattraktiver - Wiener Handel fordert Rücknahme der nationalen Abgabe
Knapp zwei Wochen nach Einführung der nationalen Paketsteuer zeigen erste Rückmeldungen aus dem Handel Veränderungen beim Online-Einkauf: Konsumenten vermeiden Einzelbestellungen und fassen ihre Einkäufe verstärkt zu größeren Bestellungen zusammen. Die zusätzlichen Kosten von 2,40 Euro fallen bei kleinen Warenkörben besonders ins Gewicht. Für Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien, stellt sich damit die Frage, ob die neue Abgabe tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielt, insbesondere mit Blick auf die angestrebte Eindämmung der Paketflut aus Drittstaaten.
„Wer nur ein einzelnes Produkt bestellen möchte, überlegt sich das bei zusätzlichen Kosten von bis zu 2,40 Euro zweimal. Die Paketsteuer setzt damit einen klaren Anreiz, Einkäufe zu bündeln und größere Warenkörbe zusammenzustellen. Ob damit allerdings auch eines der erklärten Ziele, nämlich die Billigpaketflut aus Drittstaaten einzudämmen, erreicht wird, ist mehr als fraglich“, so Gumprecht. Tatsächlich könnte es durch die größeren Warenkörbe mittelfristig sogar dazu führen, dass die Online-Umsätze zulasten des stationären Handels steigen. „Das wäre natürlich ein Horrorszenario für den heimischen Handel. Die Bundesregierung wäre gut beraten, die Paketsteuer im Expressverfahren wieder einzustampfen. Jedenfalls noch vor dem für unsere Händler so wichtigen Weihnachtsgeschäft“, fordert Gumprecht.
Wiener Handel: Nationale Paketsteuer bleibt der falsche Weg
Die Obfrau des Wiener Handels fordert erneut die rasche Rücknahme der zusätzlichen Abgabe: „Wir haben von Anfang an davor gewarnt, dass eine nationale Paketsteuer die Falschen trifft. Statt gezielt gegen Billigimporte aus Drittstaaten vorzugehen, belastet sie heimische Händler und Konsumenten.“
In Wien betrifft das einen großen Teil der Bevölkerung: 74 Prozent der Wienerinnen und Wiener kaufen online und geben dafür jährlich rund 2,3 Milliarden Euro aus. „Online-Shopping gehört für einen Großteil der Wiener längst zum Alltag. Die nationale Paketsteuer verändert aber nicht unbedingt, wo gekauft wird, sondern zunächst, wie bestellt wird: weniger Einzelbestellungen, dafür größere Warenkörbe. Damit ist für den heimischen Handel noch nichts gewonnen“, so Gumprecht.
Europäische Maßnahmen setzen gezielter an
Der Wiener Handel fordert daher weiterhin Maßnahmen, die direkt bei den Wettbewerbsverzerrungen durch Billigimporte aus Drittstaaten ansetzen. Der seit Juli geltende EU-Pauschalzoll setzt gezielt bei solchen Importen an und zeigt laut ersten Branchenrückmeldungen bereits Wirkung. „Wir brauchen faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber internationalen Billigplattformen. Wenn auf europäischer Ebene gezielt bei Billigimporten aus Drittstaaten angesetzt wird, braucht es keine zusätzliche österreichische Sonderlösung. Die nationale Paketsteuer sollte rasch zurückgenommen werden“, fordert Gumprecht.
Rückfragen & Kontakt
Wirtschaftskammer Wien - Presse & Newsroom
Mag. Marion Bischof-Novak
Telefon: +43 1 51 450 1536
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WHK






