• 14.10.2026, 10:01:34
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Weltschmerztag: Chronische Schmerzen: Österreichische Schmerzgesellschaft fordert besseren Zugang zu multimodaler Schmerztherapie

Anlässlich des Weltschmerztags am 17. Oktober am macht die Österreichische Schmerzgesellschaft auf die Folgen chronischer Schmerzen für Alltag, Beruf und Gesellschaft aufmerksam.

Wien (OTS) - 

Wenn Schmerzen den Alltag bestimmen, werden oft selbst einfache Tätigkeiten zur Herausforderung. Schlechter Schlaf, eingeschränkte Beweglichkeit und Erschöpfung können das Familienleben, soziale Kontakte und die Berufstätigkeit beeinträchtigen. Rund 1,8 Millionen Menschen in Österreich leben nach Angaben der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) mit chronischen Schmerzen. Die Folgen reichen weit über die unmittelbaren Beschwerden hinaus: Auch finanzielle Belastungen, berufliche Einschränkungen und der Verlust gesellschaftlicher Teilhabe können damit verbunden sein.

„Chronische Schmerzen können Menschen die Kraft für ihren Alltag nehmen. Deshalb müssen wir in der Behandlung über die Schmerzintensität hinausblicken: Auf Beweglichkeit, Selbstständigkeit, Schlaf und die Möglichkeit, am Familien- und Berufsleben teilzunehmen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft.

Multimodale Schmerztherapie: Gemeinsam behandeln

Chronische Schmerzen haben körperliche, psychische und soziale Dimensionen. Die multimodale Schmerztherapie verbindet deshalb verschiedene Behandlungsansätze in einem abgestimmten Konzept. Je nach individuellem Bedarf gehören dazu medikamentöse Therapie, Physikalische Medizin, Bewegungs- und Trainingstherapie sowie psychologische oder psychotherapeutische Verfahren. Information und Anleitung unterstützen Betroffene dabei, aktiv an ihrer Behandlung mitzuwirken.

„Multimodale Schmerztherapie bedeutet, dass unterschiedliche Berufsgruppen gemeinsam mit den Betroffenen an konkreten Behandlungszielen arbeiten. Die Maßnahmen müssen ineinandergreifen und zur Lebenssituation passen“, betont Crevenna.

Die verborgenen Kosten chronischer Schmerzen

Chronische Schmerzen belasten auch die Arbeitswelt und das Sozialsystem. Neben den Kosten für Behandlung und Versorgung entstehen weitere Belastungen durch Krankenstände, eingeschränkte Leistungsfähigkeit und ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. Für Betroffene können Einkommensverluste, Zukunftssorgen und finanzielle Unsicherheit hinzukommen. Wer trotz Schmerzen arbeitet, ist häufig mit Einschränkungen konfrontiert, die für andere kaum sichtbar sind. Längeres Sitzen oder Stehen, körperlich belastende Tätigkeiten und fehlende Erholungsmöglichkeiten können den Arbeitsalltag erschweren. Umso wichtiger sind Verständnis und geeignete Unterstützung am Arbeitsplatz.

Eine umfassende Versorgung sollte deshalb frühzeitig berücksichtigen, was Menschen benötigen, um im Beruf zu bleiben oder nach einer Erkrankung wieder einzusteigen. Dazu können Rehabilitation, arbeitsmedizinische Begleitung, angepasste Tätigkeiten und eine schrittweise Rückkehr gehören. Gesundheitsversorgung, Sozialpolitik und Arbeitswelt müssen dabei zusammenwirken.

Endometriose: Auswirkungen auf Alltag und Arbeitswelt sichtbar machen

Auch Endometriose ist ein wichtiges Thema in der Schmerzversorgung und verdient mehr Aufmerksamkeit in Medizin, Öffentlichkeit und Arbeitswelt.

„Endometriose ist ein Schmerzthema, das weit über gesundheitliche Beschwerden hinausgeht. Chronische und oft starke Schmerzen können den Alltag, die Lebensqualität und auch die berufliche Teilhabe der betroffenen Frauen erheblich beeinträchtigen – bis hin zu wiederkehrenden Fehlzeiten und Arbeitsausfällen“, erklärt Crevenna.

Mit einem wegweisenden Projekt setzt die Stadt Wien daher einen Schwerpunkt auf Information, Sensibilisierung und bessere Unterstützung von Frauen mit Endometriose und macht damit auch die gesellschaftlichen und arbeitsweltlichen Auswirkungen der Erkrankung sichtbar.

Schmerzzentren und ambulante Angebote ausbauen

Die ÖSG setzt sich für den flächendeckenden Ausbau interdisziplinärer und multimodaler Schmerzzentren sowie ambulanter multimodaler Angebote ein. Prävention, Bewegung und Rehabilitation sollen stärker berücksichtigt werden.

„Der Zugang zu umfassender Schmerzmedizin darf nicht vom Wohnort abhängen. Wir brauchen erreichbare Angebote und klare Wege durch die Versorgung. Ebenso wichtig ist die schmerzmedizinische Aus-, Fort- und Weiterbildung aller beteiligten Gesundheitsberufe“, so Crevenna.

Schmerzen ernst nehmen – Teilhabe ermöglichen

Anhaltende Schmerzen sollten frühzeitig abgeklärt und ihre Auswirkungen auf Alltag und Beruf ernst genommen werden. Die beiden Aktionstage sind für die ÖSG Anlass, auf die Bedeutung einer Versorgung aufmerksam zu machen, die den Menschen mit seiner gesamten Lebenssituation berücksichtigt.

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