- 14.10.2026, 09:02:02
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Industriestrompreis: Wichtiger Impuls für Österreichs Industrie – jetzt zählt die Umsetzung
Papierindustrie begrüßt geplante Standortkräftigung – bei Mittelausstattung, Kombinierbarkeit der Förderungen und mehrjährigen Zusagen muss nachgeschärft werden
Mit Blick auf das Ende der Begutachtungsfrist am 16. Oktober begrüßt die österreichische Papier- und Zellstoffindustrie die geplante Einführung eines Industriestrompreises und die Verlängerung der bestehenden Strompreiskompensation bis 2029 als ersten Schritt. Damit bringt die Bundesregierung wichtige Vorhaben ihrer Industriestrategie zum Erhalt der Arbeitsplätze in der energieintensiven Industrie auf den Weg. Für die heimische Papierindustrie, die rund 90 Prozent ihrer Produkte exportiert, sind wettbewerbsfähige Energiekosten eine wesentliche Voraussetzung, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen und langfristig in neue Technologien zu investieren.
„Mit diesen Maßnahmen werden wichtige Ziele der Industriestrategie konkretisiert. Die derzeit vorgesehenen 250 Millionen Euro jährlich sind ein ermutigender erster Schritt. Um die Benachteiligung der österreichischen Unternehmen im Vergleich zum Rest der EU auszugleichen, braucht es eine Vervierfachung der Mittel. Unsere Unternehmen stehen im direkten Wettbewerb mit Betrieben in anderen europäischen Mitgliedstaaten. Entscheidend ist daher, dass sie in Österreich gleiche Rahmenbedingungen vorfinden und die Entlastungen ihre volle Wirkung entfalten können“
, sagt Austropapier-Präsident Martin Zahlbruckner.
Neben der finanziellen Ausstattung kommt es auf das Zusammenspiel der beiden Förderinstrumente an. Die Strompreiskompensation nach dem Standortabsicherungsgesetz (SAG) gleicht einen Teil der indirekten CO₂-Kosten im Strompreis aus, während der geplante Industriestrompreis höhere Stromkostenbelastungen verringern soll. Der vorliegende Entwurf erlaubt noch keine Kombination beider Instrumente. Eine Regelung nach deutschem Vorbild würde es ermöglichen, noch nicht entlastete Strommengen über das jeweils andere Instrument zu berücksichtigen.
„Beide Instrumente verfolgen unterschiedliche Ziele und sollten sich daher sinnvoll ergänzen. Österreich muss die europäischen Spielräume ausschöpfen und eine Kombination nach deutschem Vorbild ermöglichen. Damit ließen sich Arbeitsplätze besser sichern, ohne dieselben Kosten doppelt zu fördern. Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Standorte“
, so Zahlbruckner.
Damit die geplanten Maßnahmen langfristig Wirkung zeigen, benötigen die Unternehmen zudem Planungssicherheit. Der derzeitige Entwurf sieht vor, dass Förderbeträge bei einer Überschreitung der verfügbaren Budgetmittel nachträglich anteilig gekürzt werden können. Die tatsächliche Höhe der Entlastung steht damit erst zu einem späteren Zeitpunkt fest.
„Unsere Betriebe planen Investitionen in moderne Produktionsanlagen und die weitere Elektrifizierung viele Jahre im Voraus. Dafür brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und Klarheit über die tatsächliche Entlastung. Der vorgesehene budgetäre Vorbehalt erschwert diese Planung, da Förderbeträge nachträglich gekürzt werden können. Entscheidend ist daher, dass ausreichend Mittel bereitstehen und die Unternehmen langfristig mit den Förderungen rechnen können“
, sagt Austropapier-Geschäftsführerin Sigrid Reimer.
Aus Sicht von Austropapier kommt es nun auf eine rasche gesetzliche Umsetzung und praxistaugliche Förderbedingungen an. Die österreichische Papier- und Zellstoffindustrie beschäftigt an 23 Standorten rund 7.300 Menschen und investierte zwischen 2020 und 2025 rund 1,5 Milliarden Euro in den heimischen Standort.
Entlang der gesamten Wertschöpfungskette Forst-Holz-Papier sind rund 440.000 Arbeitsplätze mit dem Sektor verbunden. Eine wirksame Entlastung der Unternehmen bei den Energiekosten wird wesentlich dazu beitragen, industrielle Wertschöpfung, Investitionen und Beschäftigung in Österreich zu sichern.
„Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind gezielte Entlastungen für unsere Industrie entscheidend. Unsere Unternehmen sichern qualifizierte Arbeitsplätze, stärken die heimische Wertschöpfung und investieren in neue Technologien und biobasierte Produkte. Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung, damit diese Zukunftsinvestitionen auch weiterhin in Österreich stattfinden“
, betont Reimer.
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Martin Pepiciello, MA
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