• 13.10.2026, 12:57:32
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Karner-Kremser/Taucher (SPÖ) zu WIFO-Studie: „Wo gemeinnützig gebaut wird, bleibt den Menschen mehr zum Leben“

WIFO-Ergebnisse bestätigen Wiener Weg: 2,5 Milliarden Euro Wohnkostenvorteil pro Jahr, rund 228 Euro Ersparnis je Haushalt und Monat, 280 Millionen Euro jährliche Entlastung

Wien (OTS) - 

„Die WIFO-Zahlen sind ein Gütesiegel für eine Politik, die Wohnen als Grundrecht begreift und nicht als Spekulationsobjekt. Jeder Euro, den eine Familie nicht in überhöhte Mieten stecken muss, landet im Einkaufskorb, in der Schultasche oder auf dem Sparbuch. Genau so funktioniert sozialdemokratische Wohnpolitik“, betont Wiener SPÖ-Klubvorsitzender Josef Taucher anlässlich der heute präsentierten Zwischenergebnisse einer WIFO-Studie zu den ökonomischen Wirkungen der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBVs). Auch Waltraud Karner-Kremser, SPÖ-Gemeinderätin und Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses für Wohnen, Wohnbau und Frauen, sieht darin eine klare Bestätigung: „Während die privaten Mieten in den vergangenen Jahren davongaloppiert sind, haben die gemeinnützigen Bauvereinigungen die Zügel fest in der Hand behalten. Die Studie zeigt schwarz auf weiß: Leistbares Wohnen ist kein Kostenfaktor, sondern eine der klügsten Investitionen, die eine Gesellschaft tätigen kann.“

228 Euro mehr im Börserl, jeden Monat

Laut den Zwischenergebnissen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung zahlen Haushalte in Wohnungen gemeinnütziger Bauvereinigungen im Schnitt rund ein Viertel weniger als für eine vergleichbare private Mietwohnung. Das entspricht einer Entlastung von etwa 228 Euro pro Monat. Österreichweit ergibt sich daraus, inklusive der preisdämpfenden Wirkung auf den privaten Markt, ein Wohnkostenvorteil von rund 2,5 Milliarden Euro jährlich. Für Wien weist die Studie einen Mietvorteil von 4,7 Euro pro Quadratmeter aus, bei Neubauten ab 2011 sind es österreichweit rund 4,5 Euro.

„228 Euro im Monat sind kein Rechenbeispiel aus dem Lehrbuch. Das ist die Winterjacke fürs Kind, der Lebensmitteleinkauf ohne Bauchweh oder der Ausflug, den sich eine Familie endlich wieder leisten kann“, so Taucher.

Eine Schutzmauer gegen steigende Mieten

Die Studie belegt außerdem, dass ein großer gemeinnütziger Bestand die Preise am gesamten Markt bremst. Steigt der Anteil gemeinnütziger Wohnungen um zehn Prozentpunkte, liegen private Mieten im Durchschnitt um rund 0,30 Euro pro Quadratmeter niedriger. Wien spielt hier in einer eigenen Liga: Rund 60 Prozent der Wiener*innen leben im kommunalen oder geförderten Wohnbau. Die Stadt verwaltet rund 220.000 Gemeindewohnungen, dazu kommen etwa 200.000 geförderte Wohnungen. Laut einer Deloitte-Analyse lagen die Wiener Bestandsmieten zuletzt bei durchschnittlich 10,80 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich unter dem Niveau vieler europäischer Metropolen.

„Der soziale Wohnbau ist das Rückgrat unserer Stadt. Er schützt nicht nur jene, die im Gemeindebau oder in einer Genossenschaftswohnung leben, sondern zieht eine Preisbremse quer durch den ganzen Markt. Davon profitieren auch alle, die privat mieten. Das ist gelebte Solidarität, Ziegel für Ziegel gebaut. So geht sozialdemokratische Wohnpolitik“, erklärt Karner-Kremser.

Doppelte Rendite: Kaufkraft im Grätzl, Entlastung im Budget

Je nach Szenario beziffert das WIFO den positiven Effekt des gemeinnützigen Wohnbaus auf das österreichische Bruttoinlandsprodukt mit rund zwei Milliarden Euro pro Jahr, getragen vor allem von höherer Kaufkraft. Besonders stark kommt der Mietvorteil bei Haushalten mit niedrigeren Einkommen an. Gleichzeitig sinken die notwendigen Ausgaben für Wohnbeihilfe und Sozialhilfe um rund 280 Millionen Euro jährlich.

„Wer leistbares Wohnen als reine Sozialausgabe abtut, hat die Rechnung ohne das WIFO gemacht. Gemeinnütziger Wohnbau entlastet zweimal: die Menschen direkt bei der Miete und die öffentlichen Kassen, weil weniger Geld fließen muss, um überhöhte Marktmieten abzufedern. Gerade jetzt, wo wir mit sozialem Augenmaß konsolidieren, ist das ein unschlagbares Argument“, unterstreicht Karner-Kremser. Die Abgeordnete ergänzt: „Über 50.000 Arbeitsplätze hängen an der heimischen Bauwirtschaft, und mehr als vier Milliarden Euro Wertschöpfung entstehen jährlich durch den Wohnbau. Soziale Sicherheit und wirtschaftliche Stärke sind in Wien zwei Seiten derselben Medaille. Leistbares Wohnen ist Sozialpolitik und Konjunkturmotor zugleich.“

Wien baut weiter

Die Stadt setzt ihren Kurs konsequent fort. Mit der Wohnbauoffensive entstehen in acht Gebieten der Brigittenau, Donaustadt, Liesing und Simmering mehr als 23.000 geförderte Wohnungen für rund 45.000 Menschen. Beim Gemeindebau NEU wurde das Ziel von 5.500 Wohnungen mit 5.700 übertroffen, bis 2030 kommen weitere 1.500 hinzu.

„Die gemeinnützigen Bauvereinigungen haben recht: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das im Regierungsprogramm der Bundesregierung vorgesehene WGG-Paket zu verhandeln und eine Offensive für den gemeinnützigen Wohnbau zu starten. Wien zeigt seit über 100 Jahren, was möglich ist, wenn die öffentliche Hand Verantwortung übernimmt, statt das Feld dem Markt zu überlassen“, so Taucher.

Gemeinsames Eigentum statt Ausverkauf

Mit Blick auf die für morgen angekündigte Pressekonferenz der Wiener Volkspartei unter dem Titel „Weniger Stadt – Mehr Privat“ erinnert Taucher an die Privatisierung der Bundeswohnungen. 2004 verkaufte die Bundesregierung unter ÖVP-Kanzler Wolfgang Schüssel rund 62.000 Bundeswohnungen, darunter Bestände der BUWOG. Der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser wurde im März 2025 rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt. „Die WIFO-Zahlen zeigen, was gemeinsames Eigentum und Daseinsvorsorge wert ist. Am Beispiel BUWOG ist deutlich zu sehen, was passiert, wenn es verscherbelt wird. Ihr Privatisierungsrezept hat die ÖVP gemeinsam mit der FPÖ also schon einmal gekocht, serviert wurde damals ein Korruptionsskandal. Familiensilber wird nur einmal verkauft, danach muss vom Plastikteller gegessen werden. In Wien bleibt leistbarer Wohnraum, was er ist: unser gemeinsames Zuhause, ein Versprechen der Wiener Sozialdemokratie für leistbaren Wohnraum an die Wiener*inen und kein Schnäppchen für Spekulant*innen“, so Taucher.

Karner-Kremser abschließend: „Wir in Wien wissen, dass die lebenswerteste Stadt der Welt das Werk vieler Hände ist und bauen jeden Tag mit Herz und Hand weiter, damit sie auch in Zukunft lebenswert ist. Unser Wien entsteht Wohnung um Wohnung, Grätzl um Grätzl. Diese Studie gibt uns kräftigen Rückenwind, unseren Weg weiterzugehen: für ein Zuhause, das sich alle leisten können.“ (Schluss) sh

Rückfragen & Kontakt

Sarah Hierhacker, MA
Wiener Landtags- und Gemeinderatsklub der SPÖ
Mediensprecherin
Leitung Medien- & Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 01 4000 81923
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.rathausklub.spoe.at

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