• 11.10.2026, 09:08:03
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30 Jahre Welt-Rheuma-Tag: Nur 32 Kassen-Rheumatolog:innen österreichweit

Warnung vor gravierender Unterversorgung in Österreich

Wien (OTS) - 

"Seit Erscheinen des zweiten Rheuma-Reports Anfang des Jahres spüren wir Rheumatolog:innen starken Rückenwind seitens der Politik und der Sozialversicherung. Auch die Reformpartnerschaft hat erkannt, dass neben der steigenden Nachfrage insbesondere die Angebotsseite der fachärztlichen Versorgung in Österreich mehr Augenmerk benötigt. Als Rheumatolog:innen stehen wir bereit, unsere Expertise für gemeinsame Lösungsansätze einzubringen. Sonst droht eine weitere Verschlechterung der ohnedies schon gravierenden Unterversorgung", erklärte Ass.-Prof.in PDin Dr.in Duftner Christina, PhD, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie & Rehabilitation (ÖGR) heute aus Anlass des bevorstehenden 30. Welt-Rheuma-Tags am 12. Oktober. Der Hut brenne, so Duftner. Chronisch-rheumatologische Erkrankungen sind in Österreich sehr häufig, bis zu ein Viertel der Bevölkerung ist betroffen. Für Politik und Sozialpartnerschaft seien dabei die hohe Krankheitslast sowie erhebliche wirtschaftliche und soziale Auswirkungen schlagend. Zumal in den nächsten Jahren mit einer weiteren Zuspitzung gerechnet werden müsse. Alle Details dazu findet man im 2. Österreichischen Rheumatologie-Report unter diesem Link. *****

32 Kassen-Rheumatolog:innen österreichweit sind viel zu wenige

Die meisten niedergelassenen Rheumatolog:innen sind als Wahlärzt:innen tätig. In ganz Österreich gibt es derzeit nur 32 Rheumatolog:innen, die mit allen Kassen einen Vertrag haben. Erschwerend hinzu kommt die Altersverteilung: 45 Prozent aller Rheumatolog:innen sind über 55 Jahre alt. "Immer noch gibt es Regionen ohne jegliche fachspezifische rheumatologische Versorgung. Viele Patient:innen sind daher gezwungen, lange Wartezeiten und Wege in Kauf zu nehmen und in teure Spitalsambulanzen auszuweichen", warnte Duftner.

Präsidentin Duftner: "Es benötigt dringend eine einheitliche und leistungsgerechte Honorierung durch die österreichischen Kassen, um mehr Rheumatolog:innen für den niedergelassenen Bereich zu gewinnen. Sonst werden Wartezeiten weiter steigen und Patient:innen noch länger auf notwendige Behandlungen warten müssen. Wir brauchen eine österreichweit einheitliche Berücksichtigung der aufwendigen Kontrollen, von Beratung und Aufklärung bei immunsuppressiven Therapien, ebenso für spezifische Leistungen - etwa Ultraschalluntersuchungen."

Forderung nach einer Rheuma-Fachassistenz

Ferner sei die Etablierung einer Rheuma-Fachassistenz eine zusätzliche notwendige Verbesserung zur fachspezifischen Entlastung von Fachärzt:innen in der Patient:innenversorgung, wie sie in anderen Ländern Europas bereits sehr erfolgreich etabliert wurde. Ziel ist die Verankerung einer spezifischen rheumatologischen Ausbildung für Gesundheitsberufe, insbesondere im Bereich der Pflege. Rheuma-Fachassistent:innen könnten einen wesentlichen Beitrag in der Beratung und Betreuung von Rheuma-Patient:innen leisten. Es brauche entsprechende Berufsprofile und verbindliche Curricula, um die Fachassistenz entsprechend aufzuwerten.

Rückfragen & Kontakt

Eipeldauer-Consulting e.U.
Mag. Michael Eipeldauer
Telefon: +43 676 9222475
E-Mail: [email protected]
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