- 11.10.2026, 09:00:03
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Kongresstage „All in Anästhesie“ – Behandlung rund um die Operation
Vinzenz Gruppe Kongresstage Anästhesie & Intensivmedizin 2026
Die Kongresstage Anästhesie & Intensivmedizin der Vinzenz Gruppe widmeten sich heuer den Innovationen und Best-Practices der perioperativen Anästhesie. Dabei zeigte sich die ganze Bandbreite des Fachs: von der optimalen Vorbereitung vor einer Operation über die Betreuung während des Eingriffs bis hin zur bestmöglichen Nachsorge. Heuer gab es gleich zwei Neuerungen: Erstmals standen eine Pro-Con-Debatte und Workshops auf dem Programm.
Wie nachhaltig kann Anästhesie sein? Wohin entwickelt sich das Fach in Oberösterreich? Und wie wird aus einem ethischen Dilemma eine tragfähige Entscheidung? Darum ging es unter anderem bei den diesjährigen Kongresstagen Anästhesie & Intensivmedizin der Vinzenz Gruppe. Unter der Leitung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Kurt Rützler, FAHA kamen daher vom 9. bis 10. Oktober rund 30 Expert*innen aus ganz Österreich und der Schweiz im Techbase Kongresszentrum in Linz zusammen. „Die Anästhesie ist ein unglaublich breites Gebiet, dessen Verantwortung nicht direkt nach der Operation aufhört. Darum haben wir bewusst den Titel „All in Anästhesie“ verwendet. Damit wollen wir aufzeigen, dass das Fach als perioperative Disziplin Verantwortung für den gesamten operativen Prozess übernimmt und dabei die Patient*innen stets in den Mittelpunkt stellt“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Kurt Rützler, Leiter der Abteilung für Anästhesiologie & Intensivmedizin am Ordensklinikum Linz und Barmherzige Brüder Linz.
Erstmals Pro-Con Debatte
Der erste Tag begann nach der offiziellen Begrüßung mit Vorträgen. Zu den Themen zählte unter anderem die „Flow-Controlled Ventilation“, ein innovatives Beatmungsverfahren, bei dem Einatmung und Ausatmung kontinuierlich über den Gasfluss gesteuert werden. Aber auch Themen wie Führungsherausforderungen in der Anästhesie wurden erläutert. Am Nachmittag stand dann die erste interaktive Pro-Con-Debatte auf dem Programm. Dabei diskutierten die Expert*innen und Teilnehmer*innen, wie nachhaltig Anästhesie sein kann, ob eine totale intravenöse Anästhesie eine umweltfreundlichere Alternative darstellt und wie stark Inhalationsanästhetika die Umwelt belasten. „Vor allem Narkosegase wie Desfluran oder Lachgas haben ein hohes Treibhauspotenzial. Mit speziellen Aktivkohlefiltern an den Narkosegeräten kann man heutzutage einiges davon wieder recyceln“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Rützler. Auch die aktuellen Entwicklungen der Fachdisziplin in Oberösterreich wurden in einer Talkrunde erläutert.
Workshops und Ethikthemen
Am zweiten Tag hielten die Expert*innen erneut spannende Vorträge. Dabei beschäftigten sich die Vortragenden auch mit großen Fragen der Intensivmedizin, etwa der Ethikberatung und damit, wie aus einem Dilemma eine tragfähige Entscheidung entstehen kann oder was man bei der Geburtshilfe besser tun und nicht tun sollte. „Neben den Vorträgen fanden an diesem Tag auch drei verschiedene Workshops statt. Diese fanden heuer erstmals statt und wurden besonders gut angenommen, da man dabei selbst aktiv werden konnte. Ein Highlight war etwa der Neugeborenen- und Kinderreanimationskurs“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Rützler. Weitere Workshops widmeten sich dem Simulationstraining und Atemwegsmanagement, bei dem die Teilnehmer*innen das Intubieren in Notsituationen üben konnten, sowie der Regionalanästhesie mit einem Kurs über ultraschallgeführte Nervenblockaden.
Austausch stand im Mittelpunkt
Kongresspräsident Prim. Univ.-Prof. Dr. Rützler zeigte sich erfreut über die zahlreichen Teilnehmer*innen und bedankt sich für das rege Interesse und den Einsatz der Expert*innen, die aus ganz Österreich und der Schweiz nach Linz angereist waren. „Es freut mich immer sehr, wenn so viele Mediziner*innen Interesse an der Anästhesie zeigen. Mit den Kongresstagen wollten wir einerseits über relevante Themen diskutieren und mit den Workshops auch praktische Inhalte vermitteln, andererseits war uns auch der Austausch unter Kolleg*innen wichtig“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Rützler.
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