- 09.10.2026, 13:17:02
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„kulturMONTAG“ am 12. Oktober: 90. Geburtstag Christine Nöstlinger, Frankfurter Buchmesse, George-Lucas-Universum
Ab 23.10 Uhr, ORF 2 und ORF ON
Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMONTAG“ am 12. Oktober 2026, der bedingt durch „Die Promi-Sportler-Millionenshow“ zugunsten der Österreichischen Sporthilfe diesmal um 23.10 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON startet, widmet sich u. a. den Kulturprojekten anlässlich des 90. Geburtstags der 2018 verstorbenen österreichischen Schriftstellerin Christine Nöstlinger – darunter der vom ORF kofinanzierte neue Kinodokumentarfilm „Nöstlinger – Sowieso und überhaupt“ von Regisseurin Alexandra Schneider. Weiters bringt das Magazin eine Reportage von der gerade laufenden Frankfurter Buchmesse, bei der heuer Themen wie Demokratie, Meinungsfreiheit, Menschenrechte sowie der Umgang mit weltweiten Konflikten und technologischen Umbrüchen stark im Fokus stehen. Außerdem taucht die Sendung in das Universum des kürzlich erst eröffneten Lucas Museum of Narrative Art von „Star Wars“-Erfinder George Lucas in Los Angeles ein.
Unendliche Universen – Das Lucas Museum of Narrative Art
Nach dem Verkauf seines Imperiums um kolportierte eineinhalb Milliarden US-Dollar an Walt Disney ließ „Star Wars“-Erfinder George Lucas ein spaciges Raumschiff direkt in Los Angeles landen. Das kürzlich eröffnete Lucas Museum of Narrative Art lässt mit seiner futuristischen Architektur nicht nur die Herzen der „Star Wars“-Fans höherschlagen. Für die legendären Figuren aus dem „Star Wars“-Universum, etwa Anakin Skywalker, Darth Vader oder Obi-Wan Kenobi, hat der federführende chinesische Architekt Ma Yansong zwei gigantische längsovale Ellipsoide zu einem elegant geschwungenen Raumschiff à la „Millenium Falcon“ verschmolzen – ein Bau mit 91.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, die auf fünf Stockwerken verteilt ist. Neben Anakin Skywalkers originalem Raumflitzer beherbergt die Institution originale Kostüme, Modelle, spektakuläre Stage Designs und rund 30.000 Publikationen zu nahezu allen Filmbildideen, die den Entstehungsprozess der Lucas-Epen nachvollziehen lassen. Darüber hinaus zeigt der heute 82-jährige Kalifornier auch seine seit fünf Jahrzehnten gewachsene Kunstsammlung mit einer erstaunlichen Fülle an Originalen, die der Kunst-Connaisseur auf Auktionen oder durch den Ankauf anderer Sammlungen, etwa von Hollywood-Freunden wie Steven Spielberg oder Woody Harrelson, erworben hat: Mit Werken von Artemisia Gentileschi bis Frida Kahlo, von Lucas Cranach über Carl Spitzweg bis zu den farbenfrohen Darstellungen aus dem „Asterix & Obelix“-Universum und Bildern aus „Persepolis“ der jüngst verstorbenen Marjane Satrapi sowie von „Fritz The Cat“-Erfinder Robert Crumb. Selbst der Garten ist mit einer kuriosen Mischung aus überlebensgroßen Protagonisten seiner Filme besiedelt. Der „kulturMONTAG“ bringt Einblicke in die unendlichen Universen des George-Lucas-Museums.
Die „Ein-Mann-Buchstabenfabrik“ – Zum 90. Geburtstag von Christine Nöstlinger
„Es muss im Leben mehr als alles geben“ – so lautete einer ihrer Lieblingssätze von Christine Nöstlinger. Mehr als 100 Bücher hat die erfolgreiche, mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin, deren Geburtstag sich am 13. Oktober zum 90. Mal jährt, verfasst. Mit ihren erfrischenden Geschichten wie „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“, „Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse“ oder „Maikäfer flieg“, die allesamt zum Kanon der deutschsprachigen Literatur gehören, hat die Wienerin viele Kindheitserinnerungen geprägt. Dabei war ihr das Schreiben nicht gleich in die Wiege gelegt. Erst zog es Nöstlinger zur Kunst, an der Angewandten begann sie ein Gebrauchsgrafik-Studium. Denn ein Hausfrauen-Dasein war der 1936 Geborenen schlicht zu eintönig. Aus Langeweile schrieb die zweifache Mutter ihr erstes Buch „Die feuerrote Friederike“, heute ein Kinderbuchklassiker, und war damit so erfolgreich, dass sie sich ausnahmslos dem Schreiben widmen konnte. Als „Ein-Mann-Buchstabenfabrik“ hat sich die im Jahr 2017 verstorbene Autorin selbst bezeichnet. In ihren Texten beschwor sie keineswegs die heile Welt, ihre Figuren haben Ecken und Kanten, sind rebellisch, frech oder ängstlich. Als eine der ersten deutschsprachigen Jugendbuchautorinnen reflektierte sie in ihren autobiografischen Romanen „Maikäfer, flieg“ aus dem Jahr 1973 und „Zwei Wochen im Mai“ von 1981 Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit. Ihre Gabe, sich humorvoll mit Problemthemen auseinanderzusetzen, kombinierte sie mit Milieuschilderungen und Sozialkritik. Zu ihrem 90. Geburtstag wird Christine Nöstlinger u. a. mit der neuen, vom ORF kofinanzierten Kino-Dokumentation „Nöstlinger – Sowieso und überhaupt“, einem Abend am Wiener Rabenhof und einer Ausstellung im Literaturmuseum gebührend gefeiert.
Globaler Kulturkampf – Die Frankfurter Buchmesse
Hier werden die großen Fragen der Menschheit verhandelt, versteht sich doch die Frankfurter Buchmesse nicht nur als Marktplatz für Zigtausende Neuerscheinungen. Schon seit Jahren positioniert sich die 1949 vom Börsenverein des deutschen Buchhandels gegründete Veranstaltung bewusst als Ort des Diskurses, an dem polarisierende Debatten stattfinden. Gastland ist in diesem Jahr Tschechien, das mit der neuen Regierung unter Andrej Babiš eine rechtspopulistische Kehrtwende vollzogen hat. Schon die Eröffnungsrede des tschechischen Kulturministers Oto Klempíř war von heftigen Protesten begleitet. Die Schriftstellerin Radka Denemarková, die als eine von 75 Autorinnen und Autoren das Gastland vertritt, lieferte ein umjubeltes Statement: „Minister, die die Kultur vernichten, kommen und gehen, aber die Literatur bleibt.“ In Zeiten, wo Europa wieder „braun“ werde, sei der Kampf um die Wortmacht auch ein Kampf um die Weltmacht. Eindringliche Töne kamen zum Auftakt auch von der US-amerikanischen Historikerin und Autorin Jill Lepore, die in Frankfurt ihr neues Buch „Die Regierung der Maschinen“ vorstellt. Sie sieht die Menschheit „auf des Messers Schneide der Geschichte“. Eine Gesellschaft müsse sich entscheiden, ob sie das Lesen, Schreiben und Denken Maschinen überlassen will. Themen wie Demokratie, Meinungsfreiheit, Menschenrechte sowie der Umgang mit weltweiten Konflikten und technologischen Umbrüchen stehen in diesem Jahr deutlich im Fokus der Buchmesse und werden in zahlreichen Werken aufgegriffen. Etwa vom britisch-französische Schriftsteller und Juristen Philippe Sands, der heuer mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird, oder von der österreichischen Autorin und Extremismusforscherin Julia Ebner. Auf der Messe präsentiert die 35-jährige Wienerin auch ihr Buch „Von Fitness zu Faschismus“ – ein alarmierender Weckruf über Gefahren extremer Männlichkeit. Eine Reportage aus Frankfurt.
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