• 09.10.2026, 10:00:39
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Volkshilfe Sozialbarometer: Repräsentative Umfrage zeigt, Bekämpfung von Kinderarmut ist zentrales Anliegen der Bevölkerung

Dreiviertel wünscht sich bessere soziale Absicherung für Kinder und Jugendliche

Wien (OTS) - 

Das Foresight-Institut erhebt im Auftrag der Volkshilfe regelmäßig die Einstellung der Bevölkerung zu sozialpolitischen Fragestellungen. Die Ergebnisse der aktuellen, österreichweiten Befragung zum Thema Armut zeigen: Die Bekämpfung der Kinderarmut ist ein zentrales Anliegen der österreichischen Bevölkerung.

Die Ergebnisse der aktuellen österreichweiten Befragung durch das Foresight-Institut zeigen auf die Frage nach der Bekämpfung von Kinderarmut und der Einführung einer Kindergrundsicherung hohe Zustimmung.

Angesichts von 395.000 armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Kindern und Jugendlichen in Österreich, stufen mehr als drei Viertel der Befragten (76 %) das Ziel der Regierung, die Kinderarmut in Österreich bis 2030 zu halbieren, als sehr wichtig ein.

Vor dem Hintergrund, dass Kindern aufgrund der hohen Non-take-up-Rate in der Sozialhilfe Leistungen entgehen, auf die sie eigentlich Anspruch hätten, stimmen sieben von zehn Befragten (73 %) der Absicherung aller Kinder durch eine Kindergrundsicherung zu.

Analog dazu wird auch die Einführung einer zusätzlichen finanziellen Unterstützung für die Kinder von Menschen, die trotz Erwerbstätigkeit nur ein geringes Einkommen haben, von einer Mehrheit unterstützt (79 %).

„All diese Ziele können wir mit einer Kindergrundsicherung erreichen. Sie kann die Kinderarmut in Österreich halbieren und sorgt dafür, dass alle Kinder die Leistungen erhalten, die ihnen zustehen. Gleichzeitig schafft sie Verbesserungen für benachteiligte Kinder, die bisher keine oder nur geringe zusätzliche Unterstützung erhalten haben, nämlich jene, die in Familien mit Unterstützung aus der Arbeitslosenversicherung sowie in Working-Poor-Familien leben“, erklärt Volkshilfe Direktor Erich Fenninger.

„Niemand sollte trotz Erwerbstätigkeit auf notwendige Ausgaben für Wohnen, Energie, Lebensmittel und vor allem die Bedürfnisse der Kinder verzichten müssen. Und wie die Ergebnisse dieser repräsentativen Umfrage zeigen, gibt es für eine Kindergrundsicherung eine sehr große Zustimmung in der Bevölkerung“, betont Fenninger.

Eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent der Befragten spricht sich außerdem für die Einführung einer Millionärssteuer aus, um damit sozialstaatliche Maßnahmen finanzieren zu können. Allein eine Erbschafts- und Schenkungssteuer ab einer Million könnte dem Staat rund 1,5 Mrd. Euro zur Budgetsanierung bringen. Von einer solchen Steuer wären nur 0,2 Prozent der Erb*innen betroffen. „Hier wird also nicht der Mittelstand besteuert, wie das oftmals fälschlicherweise behauptet wird, sondern eine sehr kleine Gruppe besonders wohlhabender Personen, die einfach nur Glück in der Geburtslotterie hatten“, so Fenninger.

Einsparungen bei Familienleistungen lehnt hingegen ein Großteil der Bevölkerung ab: 61 Prozent der Befragten äußern sich ablehnend gegenüber der budgetpolitischen Maßnahme der Regierung, die Familienleistungen wie Familienbeihilfe oder Kinderbetreuungsgeld in den nächsten zwei Jahren erneut nicht an die Teuerung anzupassen.

„Auch wenn wir es uns alle wünschen, die Teuerung ist noch immer nicht vorbei, im Gegenteil: sie steigt aktuell wieder an. Wir fordern deshalb auch die unmittelbare Aufhebung der Aussetzung der Valorisierung der Familienleistungen“, betont Erich Fenninger abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Volkshilfe Österreich
Ulrike Schöflinger
Telefon: 067683402247
E-Mail: [email protected]
Website: https://volkshilfe.at

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