- 09.10.2026, 09:38:03
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Welttag der psychischen Gesundheit: 5 Warnsignale für Überlastung im Betrieb
Psychisch bedingte Krankenstände dauern mit 36,7 Tagen überdurchschnittlich lang. asz Arbeitspsycholog:innen zeigen, woran Unternehmen steigende Belastung früh erkennen.
2025 dauerten Krankenstände aufgrund psychischer Erkrankungen durchschnittlich 36,7 Tage. Über alle Diagnosen hinweg waren es nur 9,1 Tage.
Belastungen treffen Beschäftigte gleichzeitig
Zum Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober haben die asz Arbeitspsycholog:innen die aktuellen Belastungen im Berufsalltag beleuchtet. Ihr Befund: Arbeitsverdichtung, Personalmangel und ständige Erreichbarkeit treffen auf Umstrukturierungen und neue Unsicherheiten durch künstliche Intelligenz.
Das Problem ist vor allem das Zusammenspiel dieser Faktoren: Steigende Anforderungen lassen immer weniger Raum für Regeneration. „Auf Dauer kann dieses Missverhältnis zwischen hoher Anpassungsleistung und zu wenig Regeneration die psychische Gesundheit beeinträchtigen“, sagt Birgitt Espernberger, Leiterin der Arbeits- und Organisationspsychologie im asz.
Wie stark Personalmangel belastet, zeigt der Fachkräfteradar 2026: In 81 Prozent der betroffenen Betriebe steigt die Arbeitsintensität, 64 Prozent berichten über mehr Überstunden.
Fünf Warnsignale im Arbeitsalltag
Belastung zeigt sich oft früh. Die asz Arbeitspsycholog:innen nennen fünf Veränderungen, bei denen Unternehmen genauer hinschauen sollten.
1. Konflikte nehmen zu
Ein mögliches Warnzeichen sind zunehmende Spannungen und Konflikte im Arbeitsalltag. Auffällig wird es etwa dann, wenn alltägliche Themen plötzlich häufig und emotional aufgeladen diskutiert werden. „Wenn sich solche Situationen häufen, lohnt sich ein genauer Blick auf die Arbeitsbedingungen und die dahinterliegenden Belastungen“, sagt Espernberger.
2. Das Miteinander verändert sich
Ein weiteres Warnsignal kann ein verändertes Sozialverhalten im Arbeitsalltag sein. Der Austausch im Team nimmt ab, Mitarbeitende ziehen sich häufiger zurück und die Zusammenarbeit wird spürbar schwieriger. Entscheidend ist dabei weniger das einzelne Verhalten als vielmehr die Veränderung gegenüber früheren Mustern und Gewohnheiten.
3. Gerade die Leistungsstarken funktionieren lange weiter
Besonders engagierte Mitarbeitende können hohe Belastungen über längere Zeit kompensieren. Häufig übernehmen sie zusätzliche Aufgaben und halten ihre Leistungsfähigkeit trotz steigender Anforderungen aufrecht. „Hohe Leistungsbereitschaft ist nicht automatisch ein Zeichen geringer Belastung“, sagt Espernberger.
4. Fehler und Konzentrationsprobleme häufen sich
Eine Zunahme von Fehlern ist nicht zwangsläufig als Leistungsproblem zu verstehen. Sie kann auch ein Hinweis auf anhaltende Überlastung, hohe Arbeitsintensität oder fehlende Regenerationsphasen sein.
5. Erholung kommt dauerhaft zu kurz
Auch Veränderungen im Erholungsverhalten können auf eine anhaltend hohe Belastung hinweisen. „Pausen werden ausgelassen, Überstunden nehmen zu und Urlaub wird wiederholt verschoben“, so Espernberger.
Evaluierung zeigt, wo Unternehmen ansetzen können
Die Ursachen arbeitsbedingter psychischer Belastungen liegen häufig in den Arbeitsbedingungen und nicht bei einzelnen Personen. Seit 1. Jänner 2013 sind Unternehmen verpflichtet, arbeitsbedingte psychische Belastungen zu evaluieren. Ziel ist es, belastende Arbeitsbedingungen systematisch zu identifizieren und daraus geeignete Maßnahmen abzuleiten.
„Dauerhafte Unterbesetzung braucht personelle Lösungen. Gleichzeitig können Unternehmen sehr wohl verhindern, dass vermeidbare Belastungen noch dazukommen“, sagt Thomas Marks, Geschäftsführer des asz. Die Evaluierung psychischer Belastungen zeigt, wo Betriebe konkret ansetzen können.
Über das asz
Seit knapp drei Jahrzehnten begleitet das asz – Zentrum für Arbeitsgesundheit und -sicherheit Unternehmen und ihre Beschäftigten in ganz Österreich. Heute betreut das asz mehr als 150.000 Beschäftigte an über 4.000 Betriebsstandorten und ist damit das größte österreichweit tätige familiengeführte Zentrum für Arbeitsgesundheit und -sicherheit. Seine Mission ist klar: Menschen bestmöglich bei Gesundheit und Sicherheit im Berufsleben zu begleiten.
Rückfragen & Kontakt
asz – Das Arbeitsmedizinische und Sicherheitstechnische Zentrum in
Linz GmbH
Mag. Wolfgang Marks, BA
Telefon: 066478087815
E-Mail: [email protected]
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