- 09.10.2026, 09:30:36
- /
- OTS0029
neunerhaus warnt vor Versorgungslücke zwischen Psychiatrie und Wohnungslosenhilfe
Anlässlich des Welttags der Obdachlosen sowie des Welttags für psychische Gesundheit am 10.10. - immer größer werdende Versorgungslücke zwischen Psychiatrie und Wohnungslosenhilfe
Die Wiener Sozialorganisation neunerhaus beobachtet in ihren Wohn- und Gesundheitsangeboten einen Anstieg an obdach- und wohnungslosen Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf aufgrund von Sucht- und psychiatrischen Erkrankungen. „Es kommen immer mehr Menschen mit immer komplexeren Problemlagen zu uns, gleichzeitig werden Zugänge erschwert und Angebote gekürzt oder eingeschränkt. Sowohl unsere Nutzer*innen als auch wir spüren den Druck und stoßen an Grenzen. Problemfelder, die in einem System oder an der Schnittstelle nicht gelöst werden, verschwinden ja nicht, der Aufwand und die Krisen verlagern sich zu anderen Angeboten wie der Wohnungslosenhilfe als letztem Auffangnetz. Während die Menschen im Kreis geschickt werden, kommen auch wir mit unserem Hilfsangebot nicht vom Fleck“, so Elisabeth Hammer, neunerhaus Geschäftsführerin.
Zwischenräume und Zuständigkeiten
neunerhaus, das auch Mitglied der Plattform Zukunft Psychiatrie ist, fordert daher für Menschen in Krisen einen geschützten Ort außerhalb der stationären Psychiatrie, der Raum für Krisenbewältigung und Stabilisierung, sowie für Abklärung und Weitervermittlung bietet. Im neunerhaus Gesundheitszentrum gibt es seit fünf Jahren die Praxis Psychische Gesundheit, die obdach- und wohnungslose Menschen auf Augenhöhe und ohne Stigmatisierung unterstützt, auch hier steigt der Bedarf: So gab es im vergangenen Quartal um fast ein Viertel mehr Beratungsgespräche als im ersten Quartal 2026. Und auch im neunerhaus Café gab es im letzten Quartal um 14 Prozent mehr sozialarbeiterische Beratungen als im Vorquartal. In den drei neunerhaus Wohnhäusern leben zunehmend Menschen mit Unterstützungsbedarf, der stärker durch spezialisierte Systeme wie Pflege, Behindertenhilfe, Psychiatrie oder Suchthilfe abgedeckt werden müsste – lange Wartezeiten und fehlende Plätze machen dies unmöglich. „Nicht jeder Mensch in einer psychischen Krise braucht ein Spitalsbett. Aber immer mehr Menschen brauchen mehr Unterstützung, als die Wohnungslosenhilfe allein leisten kann. Genau für diesen Raum zwischen den bestehenden Systemen brauchen wir mehr Ressourcen und neue Antworten. Wenn wir Menschen nicht zwischen Zuständigkeiten und an ein Leben auf der Straße verlieren wollen, müssen Gesundheit und Soziales hier verstärkt gemeinsam Verantwortung übernehmen“, so Elisabeth Hammer.
Fotomaterial unter www.neunerhaus.at/presse
Rückfragen & Kontakt
neunerhaus
Kristina Eggers
Telefon: +43 660 45 80 370
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.neunerhaus.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NNH






