• 08.10.2026, 14:36:32
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Reha vor Pension: AK Wien sieht dringenden Handlungsbedarf bestätigt

AK Stilling: „Gemeinsam mit WKÖ längst Lösungen erarbeitet – jetzt ist Politik am Zug.“

Wien (OTS) - 

Die Arbeiterkammer Wien begrüßt die aktuelle Analyse der AK Oberösterreich zum Prinzip „Reha vor Pension“. Wie schon eine 2024 von AK und Wirtschaftskammer beauftragte Studie der Universität St. Gallen gezeigt hat, setzt das System viel zu spät an: Zum Antragszeitpunkt stehen bis zu 90 Prozent der Betroffenen gar nicht mehr in Beschäftigung. Zudem greift das Frühwarnsystem kaum – von jährlich 550.000 erfassten Versicherten erhält nur ein Bruchteil eine Maßnahme, während bei der Hälfte der Rehageld-Bezieher:innen der Weg doch direkt in die dauerhafte Pension führt.

„Statt Tausenden Betroffenen eine neue berufliche Perspektive zu geben, haben über Jahre hinweg gerade einmal 241 Personen eine berufliche Reha abgeschlossen. Das führt das gesamte Prinzip ‚Reha vor Pension‘ ad absurdum“, warnt Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK Wien. „Die Befunde belegen den dringenden Handlungsbedarf. Die Politik darf das nicht länger auf die lange Bank schieben."

Lösungen der Sozialpartner liegen längst auf dem Tisch

Auf Basis der wissenschaftlichen Daten haben AK und WKÖ bereits ein Forderungspapier erarbeitet. Dieses setzt auf ein trägerübergreifendes Case Management von ÖGK, PVA und AMS, damit Erkrankte nicht länger zwischen den Zuständigkeiten verloren gehen und medizinische Befunde ohne bürokratische Hürden zwischen den Kassen geteilt werden können. Zudem fordern die Sozialpartner, Reha-Maßnahmen und Umschulungen wesentlich früher zu öffnen und Abgelehnte nicht allein zu lassen, sondern ihnen automatisch ein passendes Rehabilitationsangebot zur Verfügung zu stellen.

„Die Vollversammlung der AK Wien hat ergänzend dazu längst konkrete Forderungen beschlossen – etwa eine zentrale Anlaufstelle aus AMS, PVA und ÖGK, Begleitpersonen bei Untersuchungen und eine unabhängige Gutachterakademie“, so Stilling. „Der aktuelle Vorstoß aus Oberösterreich zeigt einmal mehr, wie dringend das System repariert werden muss. Die Lösungen der Sozialpartner liegen auf dem Tisch. Jetzt ist die Politik am Zug, diese Vorschläge endlich umzusetzen.“

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