• 08.10.2026, 09:00:49
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KI, Big Data & Co: Wie digital wird die Lungenmedizin?

„Lunge digital“ – Jubiläumskongress der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie von 22. bis 24. Oktober in Salzburg

Wien (OTS) - 

Von Künstlicher Intelligenz in Diagnostik und Beatmungsmedizin über Telemonitoring bis zu digitalen Patient*innen-Tools: Die Digitalisierung eröffnet auch in der Lungenmedizin neue Möglichkeiten. Doch wo bringt sie tatsächlich einen medizinischen Mehrwert? Wo liegen ihre Grenzen und welche Qualitätsstandards braucht es? Unter dem Motto „Lunge digital“ widmet sich die 50. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) von 22. bis 24. Oktober 2026 im Salzburg Congress diesen Fragen. Vertreter*innen der Fach- und Publikumspresse sind herzlich eingeladen.

„Die Digitalisierung verändert die Medizin in einem enormen Tempo. Vieles, was vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute bereits Teil unseres klinischen Alltags“, sagt ÖGP-Präsidentin und Kongresspräsidentin Prim.a Dr.in Eveline Kink, MBA. „Entscheidend ist aber nicht, was technisch möglich ist, sondern was unseren Patient*innen tatsächlich nützt. Digitale Medizin muss medizinisch sinnvoll, wissenschaftlich fundiert, qualitätsgesichert und sicher sein.“

Genau deshalb habe man „Lunge digital“ als Motto der diesjährigen Jahrestagung gewählt. Die Themen Telemedizin, Künstliche Intelligenz, digitale Anwendungen und die Nutzung großer Datenmengen bilden daher das Gerüst des wissenschaftlichen Programms.

Digitalisierung ist längst im medizinischen Alltag angekommen

Medizinische Apps, Wearables und „Smart Devices“ können Gesundheitsdaten erfassen, digitale Anwendungen neue Möglichkeiten für Diagnostik, Verlaufskontrolle und Betreuung eröffnen. Wie Digitalisierung die Versorgung konkret verbessern kann, zeigt etwa das Heim- und Selbstmonitoring bei COPD. Patient*innen können dabei bestimmte Gesundheitsparameter regelmäßig zu Hause erfassen. Veränderungen und mögliche Verschlechterungen können dadurch früher erkannt und medizinische Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. In Wien wird derzeit in einem Pilotprojekt untersucht, wie ein solches Selbstmonitoring in der Versorgung von COPD-Patient*innen eingesetzt werden kann.

Kink: „Gerade bei chronischen Erkrankungen sehe ich großes Potenzial für digitale Anwendungen. Wenn wir dadurch Verschlechterungen früher erkennen, Patient*innen stärker in ihre eigene Behandlung einbinden und gleichzeitig die Versorgung verbessern können, dann schafft Digitalisierung einen echten Mehrwert.“

Kann KI bei der Entwöhnung von künstlicher Beatmung helfen?

Eine eigene Kongresssitzung widmet sich der Künstlichen Intelligenz in der Beatmungsmedizin. Diskutiert wird der Einsatz von KI auf der Intensivstation ebenso wie die Frage, ob KI Patient*innen bei der schrittweisen Entwöhnung von der künstlichen Beatmung – dem sogenannten Weaning – unterstützen kann. Kink: „Ist die Entwöhnung vom Respirator nicht möglich, kann eine telemedizinische Entlassungsbegleitung die Patientinnen und Patienten mit außerklinischer Beatmung sowie deren Betreuungspersonen unterstützen, wie ein Projekt am LKH Graz II sehr gut zeigt.“

Für Kink, deren klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt als Leiterin der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie am LKH Graz II, Standort Enzenbach, unter anderem in der Intensiv- und Beatmungsmedizin liegt, ist dies ein besonders interessantes Zukunftsfeld: „KI kann große Mengen medizinischer Daten in sehr kurzer Zeit analysieren und uns damit bei klinischen Entscheidungen unterstützen. Aber KI trifft nicht automatisch die bessere medizinische Entscheidung. Sie kann Ärztinnen und Ärzte unterstützen – die medizinische Verantwortung und die individuelle Beurteilung unserer Patient*innen kann und soll sie nicht ersetzen.“

Schlafmedizin: Wo die digitale Zukunft schon begonnen hat

Auch die Schlafmedizin zeigt, welche Möglichkeiten digitale Technologien eröffnen. Am Kongress wird sie unter dem Titel „Schlafmedizin – digitaler Pionier“ behandelt.

Smartphones, Smartwatches und sogenannte Sleep Tracker können erste Daten zur Schlafqualität liefern und Hinweise auf mögliche schlafbezogene Atmungsstörungen geben. Sie ersetzen jedoch keine medizinische Diagnostik.

„Ein Smart Device kann Hinweise liefern und Aufmerksamkeit für ein mögliches gesundheitliches Problem schaffen. Die fachärztliche Beurteilung und eine qualitätsgesicherte medizinische Diagnostik kann und soll es aber nicht ersetzen“, betont Kink.

Was darf KI? Wo liegen die Grenzen?

Die digitale Transformation wirft auch rechtliche, ethische und qualitative Fragen auf, ein Thema, das in der Kongresssitzung „KI im Spannungsfeld zwischen Medizin und Recht“ thematisiert wird. Auch beim Eröffnungsvortrag von Psychiater und Bestsellerautor Michael Lehofer stehen „Licht und Schatten der Digitalisierung“ im Fokus.

„Als wissenschaftliche Fachgesellschaft wollen wir neue Entwicklungen wissenschaftlich begleiten, ihren medizinischen Nutzen bewerten und Qualitätsstandards mitgestalten“, so Kink. „Patient*innen und Behandler*innen müssen sich darauf verlassen können, dass digitale Anwendungen, die in der Medizin eingesetzt werden, fundiert, geprüft und sicher sind.“

Damit knüpft Kink an einen Schwerpunkt ihrer ÖGP-Präsidentschaft an: Digitale Anwendungen sollen hinsichtlich medizinischer Qualität, Evidenz und Leitlinienkonformität beurteilt und Standards für ihren Einsatz mitentwickelt werden.

50 Jahre ÖGP – Jubiläum mit Blick nach vorne

Die diesjährige Jahrestagung ist zugleich ein Jubiläum: Die ÖGP hält ihre 50. Jahrestagung ab, zum 10. Mal gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (OGTC). Neben Digitalisierung und KI reicht das wissenschaftliche Programm von aktuellen Entwicklungen bei Lungenkrebs, COPD, Asthma und interstitiellen Lungenerkrankungen über Infektiologie, Beatmungs- und Intensivmedizin bis zu Rehabilitation, Lungentransplantation, Schlafmedizin und Thoraxchirurgie.

„75 Jahre ÖGP mit 50 Jahreskongressen bedeuten 75 Jahre medizinischer Fortschritt, wissenschaftlicher Austausch und gemeinsames Engagement für Menschen mit Lungenerkrankungen. Unser Jubiläumskongress blickt deshalb nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorne“, so Kink. „Mit ,Lunge digital‘ wollen wir zeigen, welche Chancen die digitale Transformation für die Pneumologie eröffnet – und zugleich darüber diskutieren, wie wir diese Entwicklung verantwortungsvoll und im Sinne unserer Patient*innen gestalten können.“

Vertreter*innen der Fach- und Publikumspresse sind herzlich eingeladen, sich vor Ort über die neuesten Entwicklungen in Pneumologie und Thoraxchirurgie zu informieren und mit führenden Expert*innen ins Gespräch zu kommen.

Die Teilnahme zum Kongress ist für Journalist*innen kostenfrei.
Die Kosten für An- und Abreise sowie Übernachtung sind selbst zu tragen.

www.ogp-kongress.at

Tel.: +43 1 58804-219 – Mondial Congress & Events

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[email protected] , +43 664/41 69 4 59

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