- 08.10.2026, 08:00:32
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Computer Vision Syndrom
Die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) informiert
Brennende, trockene oder müde Augen, zeitweise verschwommenes Sehen und Kopfschmerzen gehören für viele Menschen zum Alltag. Die Gesellschaft der österreichischen Augenärzt:innen (ÖOG) macht auf das Computer Vision Syndrom (Digital Eye Strain) aufmerksam, ein Beschwerdebild, das mit der intensiven Nutzung von Smartphone, Laptop und Monitor zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Anlass ist eine Podiumsdiskussion im Rahmen der PRAEVENIRE Gesundheitstage in Eisenstadt, bei der die Initiative Gesundes Sehen 2040 präsentiert wird. Die ÖOG setzt sich dafür ein, dass das Beschwerdebild „Computer Vision Syndrom“ künftig mit einem eigenen ICD-Code erfasst wird.
„Unsere Augen sind nicht schlechter geworden als früher, aber unsere Sehgewohnheiten haben sich massiv verändert“, erklärt Prof. Dr. Herbert Reitsamer, Präsident der ÖOG. „Wir verbringen viel mehr Zeit im Nahbereich und schauen oft über Stunden konzentriert auf einen Bildschirm.“
Eine zentrale Rolle spielt die Augenoberfläche: Beim Blick auf einen Bildschirm sinkt die Lidschlagfrequenz und die Lidschläge sind oft unvollständig. Der Tränenfilm wird schlechter verteilt und verdunstet rascher. Klimaanlagen, trockene Raumluft oder Kontaktlinsen können die Beschwerden verstärken.
„Viele Patienten glauben, ihre Sehkraft habe sich verschlechtert, weil das Bild zeitweise unscharf wird“, weiß MR Dr. Gabriela Seher, Bundesfachgruppenobfrau und Referentin in Eisenstadt aus ihrer Praxis. „Oft liegt die Ursache aber an einem instabilen Tränenfilm. Wird die Sicht nach einigen Lidschlägen wieder klarer, ist das ein typischer Hinweis.“
Auch die Fehlsichtigkeit spielt eine Rolle: Eine nicht erkannte oder falsch korrigierte Fehlsichtigkeit kann Beschwerden bei der Bildschirmarbeit verursachen oder verstärken. Eine augenärztliche Abklärung bzw. Korrektur ist daher ebenso wichtig wie die regelmäßige Pflege der Augenoberfläche.
Was den Augen hilft:
- Regelmäßige kurze Pausen: Die 20-20-20-Regel empfiehlt, etwa alle 20 Minuten für rund 20 Sekunden in die Ferne zu schauen.
- Bewusstes, vollständiges Blinzeln.
- Gute Ergonomie: Der Bildschirm sollte in angenehmem Abstand und etwas unterhalb der Augenhöhe stehen, bei guter Beleuchtung und ohne Spiegelungen.
- Richtige Korrektur: Brille oder Kontaktlinsen sollten regelmäßig augenärztlich überprüft werden.
- Tränenersatzmittel: Sie können bei ausgeprägter Trockenheit sinnvoll sein.
Von Blaulichtfilterbrillen sollte man sich wenig erwarten. „Für die typischen Beschwerden ist nach heutigem Wissensstand nicht das blaue Licht entscheidend“, ergänzt Priv. Doz. Dr. Stefan Palkovits, Mitglied der ÖOG-Kommission Trockenes Auge. „Wichtiger sind Sehentfernung, Dauer der Naharbeit, Lidschlag und die Qualität des Tränenfilms.“
Wann zum Augenarzt/zur Augenärztin?
Gelegentlich müde Augen nach einem langen Arbeitstag sind meist harmlos. Treten die Beschwerden häufig oder dauerhaft auf oder verschlechtert sich die Sicht deutlich, sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen. Dahinter können eine unerkannte oder falsch korrigierte Fehlsichtigkeit, eine Tränenfilmstörung oder andere Erkrankungen der Augenoberfläche stecken.
„Bildschirme sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken“, betont ÖOG-Präsident Reitsamer. „Wir müssen unseren Augen nur die richtigen Bedingungen und regelmäßig Erholungspausen geben.“
Rückfragen & Kontakt
Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) - die
österreichischen Augenärztinnen und Augenärzte
Ingrid Wallner, MBA
Telefon: +43 (0)660/275 79 35
E-Mail: [email protected]
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